The Voice of Aachen - Kaj Warnecke im Gespräch
Mit seiner Stimme begleitet er seit 13 Tagen die Weltmeisterschaften in Aachen. Kaj Warnecke liefert Informationen, weckt Emotionen und sorgt im richtigen Moment für die passende Atmosphäre. Ob Voltigieren vor 6.500 begeisterten Zuschauern, die Dressur-Kür unter Flutlicht oder die Entscheidung um den Weltmeistertitel der Springreiter im voll besetzten Hauptstadion am gestrigen Abend – als Turniersprecher ist er mittendrin im Geschehen. Doch wie bereitet man sich auf ein solches Championat vor? Wie hält die Stimme fast zwei Wochen Dauerbelastung durch? Und welcher Moment ist ihm besonders in Erinnerung geblieben?
Herr Warnecke, was bedeutet es Ihnen persönlich, hier als Turniersprecher bei den Weltmeisterschaften in Aachen dabei zu sein?
Für mich persönlich ist das ein absolutes Highlight, hier bei der WM zu sein. Dieses große Championat hier in Aachen, vor diesem Publikum und mit diesen Reitern – das ist natürlich ein Traum. Mehr geht wahrscheinlich fast nur noch bei Olympischen Spielen. Für mich ist das definitiv ein Karriere-Highlight. Das ist ein absolutes Karriere-Highlight für mich.
Wie bereitet man sich auf so ein Event eigentlich vor?
Meine Vorbereitung ist tatsächlich deutlich umfangreicher, als viele wahrscheinlich denken. Da gehen im Vorfeld einige Stunden, manchmal sogar Tage drauf. Ich bereite mich auf die Reiter vor, fülle meine Datenbanken und schaue mir Ergebnisse an. Schließlich möchte man dem Publikum auch möglichst viele interessante Informationen mitgeben: Wer war schon einmal bei einer Weltmeisterschaft dabei? Für wen ist es vielleicht das erste Championat? Wer gehört noch nicht zu den ganz Erfahrenen und kann vielleicht auch einen kleinen Push vom Publikum gebrauchen? Hier bei der WM konzentrieren wir uns allerdings vor allem auf die Championatserfahrungen.
Was ist denn an so einem Championat anders als bei einem anderen Turnier? Und was ist vielleicht auch gleich?
Bei einer Weltmeisterschaft oder einem Championat ist tatsächlich alles irgendwie noch einmal ein bisschen größer.Selbst hier in Aachen ist die Aufmerksamkeit noch größer als sonst und natürlich auch der organisatorische Aufwand. Für uns bedeutet das ebenfalls deutlich mehr Abläufe, die berücksichtigt werden müssen. Beim CHIO kennen wir vieles inzwischen seit zehn Jahren, bei einem Championat ist manches noch einmal anders. Dazu kommt die Internationalität. Wir arbeiten hier beispielsweise deutlich mehr auf Englisch als bei einem normalen internationalen Turnier. Die vielen internationalen Gäste und die gesamte Internationalität sind sicherlich der größte Unterschied.
Wir schreiben heute Tag Nummer 12 der WM. Wie schaffen Sie und ihre Stimme es, so lange durchzuhalten?
Ich habe meine Stimme auch schon gefragt, aber bislang ist sie noch ganz guten Mutes. (lacht) Ich habe tatsächlich eine klassische Gesangsausbildung in jungen Jahren gemacht. Und dadurch weiß ich ein bisschen, wie die Stimme funktioniert, wie sie arbeitet, wie man sie einsetzen kann. Bislang hält sie gut durch. Viel Wasser hilft natürlich, um sie immer schön feucht zu halten. Aber ich glaube, es ist auch ganz gut, wenn dann Montag ist.
Was sind Ihre Geheimtipps, wenn man am Morgen vielleicht doch mal ein kleines Kratzen im Hals verspürt?
Eine sehr gute Frage. Tatsächlich helfen ein, zwei Lutschtabletten. Und: reden. Einfach anfangen zu sprechen. Dazu mache ich ein, zwei Übungen, die ich noch aus meiner Gesangszeit kenne. Die helfen ganz gut. Aber grundsätzlich muss ich sagen, dass ich ziemliches Glück habe. Meine Stimme ist einfach da – und hält.
Und zu guter Letzt, was war bislang Ihr persönliches Highlight dieser Weltmeisterschaft?
Das ist wirklich schwer zu beantworten, weil jeder einzelne Tag seine eigene Geschichte geschrieben hat. Angefangen beim Voltigieren mit 6.500 Zuschauern in der Halle, die einfach explodiert sind – völlig egal, für wen. Dann die Kür am Samstagabend unter Flutlicht vor 45.000 Zuschauern oder gestern wieder die Entscheidung um einen Weltmeistertitel. Es fällt mir wirklich schwer, einen Moment herauszugreifen. Es sind einfach
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