WM Aachen: Silber für das deutsche Para-Dressurteam
Nach den Springreitern fiel heute in der Para-Dressur die Entscheidung über die Team-Medaillen. Dabei sammelten die Reiter nicht nur wichtige Punkte für ihre Teams, sondern kämpften zugleich um die Qualifikation für die Einzelentscheidung in der Kür.
Völlig unbeeindruckt vom Jubel im Stadion stand Vianne da und kratzte sich erst einmal genüsslich am Vorderbein. Die zehnjährige Schimmelstute schien genau zu wissen, dass sie Großes geleistet hatte und ließ sich von nichts aus der Ruhe bringen. Im Sattel saß Kate Shoemaker, die gerade den Schlussgruß absolviert hatte. Liebevoll schlang sie ihrer Sportpartnerin die Arme um den Hals, überschüttete sie mit Lob und strahlte über das ganze Gesicht. 80,460 Prozent lautete das Urteil der Richter für einen Ritt, der mit Harmonie, Durchlässigkeit und Ausdruck überzeugte. Vor allem aber besiegelte er, was seit dem Vortag in der Aachener Luft gelegen hatte: Gold für die USA im Teamwettbewerb der Para-Dressur. Gemeinsam mit Fiona Howard und Diamond Dunes (79,300 Prozent, Grade II), Marie Vonderheyden und Fan Tastico H (76,375 Prozent, Grade I) sowie Rebecca Hart und Floratina (73,533 Prozent, Grade III) kam das US-amerikanische Team auf 236,135 Prozentpunkte – ein bis dahin weltweit unerreichtes Ergebnis. „Das ist so großartig“, freute sich Kate Shoemaker. „Als Letzte für das Team ins Viereck zu gehen, bringt normalerweise immer einen gewissen Druck mit sich. Doch meine Mädels hatten zuvor so großartige Leistungen gezeigt, dass ich ganz befreit reiten und sehen konnte, was möglich ist.“
Hinter den US-Amerikanerinnen durfte sich die deutsche Equipe über die Silbermedaille freuen. „Die anderen Nationen hatten stark vorgelegt – da mussten auch wir unsere Leistung abrufen“, sagte Regine Mispelkamp, die im Sattel ihres bewährten Partners Highlander Delight’s in Grade V 75,737 Prozent zum Teamergebnis beisteuerte. Mit ebenso starken Runden von Heidemarie Dresing und Poesie (77,733 Prozent, Grade II), Anna-Lena Niehues und Vive l’Amour (76,405 Prozent) sowie Helen Brandt und Vulkan Vegas IB (73,297 Prozent, beide Grade IV) kam die deutsche Mannschaft auf insgesamt 229,875 Prozent. Bronze ging an das Team aus den Niederlanden in der Besetzung Rixt van der Horst mit Eisma’s Royal Fonq N.O.P. (78,467 Prozent, Grade III), Annemarieke Nobel mit Doo Schufro (73,708 Prozent, Grade I), Tessa Baaijens-Van De Vrie mit Happy Grace (74,567 Prozent, Grade III) und Britney de Jong mit Caramba N.O.P. (74,605 Prozent, Grade V), das somit 227,639 Prozent erreichte. (PM)
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