Stuttgart: Die Flotte Lieselot(te)
Lieselot Kooremans und ihr treuer Elando van de Roshoeve scheinen sich in Stuttgart pudelwohl zu fühlen. Zum Auftakt der Pony-Tour rollte das eingespielte Paar das Feld von hinten auf.
Traditionell feiern am Freitag auch die Kleinen ihr Debüt in der Schleyer-Halle mit der Einlaufprüfung der FEI Jumping Ponies‘ Trophy. Dabei gaben zwei junge Damen aus den Niederlanden den Ton an. Bis zum Schluss führte Mienie Vos im Sattel der Ponystute Jasmines Holly die Prüfung über 1,25-Meter an, doch die 14-Jährige hatte die Rechnung ohne ihre Landsfrau Lieselot Kooremans gemacht. Der Tochter des Olympiareiters Raf Kooremans wurde das Reiten in die Wiege gelegt, in der Ponies‘ Trophy gehört sie zu den festen Größen. Vergangenes Jahr gewann sie drei Qualifikationsprüfungen, landete im Finale auf Rang vier. In dieser Saison hat die 13-Jährige ein klares Ziel vor Augen: Noch besser sein! Mit dem Sieg im heutigen Einlaufspringen hat Lieselot Kooremans ihre Ambitionen klar gemacht. Stets an ihrer Seite ist Pony Elando van de Roshoeve, liebevoll King Erlando genannt, dessen Namen auf ihrem Sweatshirt prunkt. Auf ihn kann sich der Lockenkopf stets verlassen: „Ich vertraue ihm und er vertraut mir.“ In 54,10 Sekunden sprang das Duo ins Ziel und nahm Mienie Vos damit nochmals knapp zwei Sekunden ab. Ihren King Erlando weiß das junge Talent gekonnt zu bedienen. Der gereifte Wallach ist auch mit seinen 21 Jahren frisch und spritzig, manchmal sogar etwas zu eifrig. Man könnte ihn auch für einen Jungspund halten. Doch Lieselot Kooremans lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, vermittelt dem ehrgeizigen Braunen die nötige Sicherheit. Dies spiegelt sich auch im Parcours wider. Stets mit ordentlich Tempo, doch keinesfalls unkontrolliert. Das Konzept scheint aufzugehen.
Auf den Bronzerang sprang am gestrigen Nachmittag der Franzose Victoire Chapalain mit seinem Fantho de l’Etape vor Lucy Capper und Oscar van de Beekerheide aus Großbritannien. Beste Deutsche im Feld war Laura Hertz-Eichenrode im Sattel des erfahrenen Caspers, die mit einer souveränen Nullrunde an fünfter Stelle rangierte. Nur wenige Hundertstel langsamer war Sophia Aurelia George aus Monaco, die vor wenigen Wochen die Qualifikation in Lyon für sich entschied.
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