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von Mona-Sophie Wieland am Sonntag, 16.11.2025 um 13:27

Stuttgart: Charlotta Rogerson gelingt Überraschung

Charlotta Rogerson und Bonheur de la Vie sichern sich den Titel Dressage German Master.  /  © Lafrentz

Am Finaltag bildet in Stuttgart der Dressage German Master ein erstes Highlight. In der Liste der Sieger reihen sich große Namen wie „Rekord-Dressage German Master-Siegerin“ Isabell Werth, Ulla Salzberger, Matthias Alexander Rath oder auch Katharina Hemmer. Letzterer war im vergangenen Jahr im Dressage German Master der Hammer gelungen und so reihte sie mit Denoix den Grand Prix Special angeführt. Wer sollte sich in diesem Jahr in die Siegerliste eintragen? Nach dem Grand Prix hatte wohl das ganze Ländle auf einen „Heimsieg“ von Carina Harnisch oder Moritz Treffinger gehofft. Doch dem sollte so nicht sein. Vielmehr setzte die Schweizerin Charlotta Rogerson große Ausrufezeichen.

Seit Anfang des Jahres steht Bonheur de la Vie im Stall von Charlotta Rogerson. Zuvor hatte Sandra Nuxoll den jetzt 13-jährigen Wallach von Jungpferdeprüfungen bis zum Grand Prix ausgebildet und unter anderem mit einem Qualifikationssieg im Louisdor-Preis und einem Ergebnis von 77,1 Prozent für Aufmerksamkeit gesorgt. Rogerson und Bonheur de la Vie verstanden sich sofort gut und so vertraten die beiden die Schweizer Farben bei den diesjährigen Europameisterschaften. In Stuttgart stand nun das erste Hallenturnier an, eine Vorbereitung für einen Weltcup-Start in Basel. Dabei hätte die Premiere nicht erfolgreicher verlaufen können. „Ich habe ein wahnsinnig, tolles Pferd. Teilweise muss ich noch die richtigen Knöpfe finden, aber wir kommen dem Ganzen immer näher“, beschreibt die selbstkritische Charlotta Rogerson. Aktiv abfußende Piaffen und Passagen, gut ins Bergauf gesprungene Serienwechsel sowie top zentrierte Galopppirouetten bildeten die Highlights der Prüfung, die mit 72,4 Prozent und einem neuen Personal Best belohnt wurde. Ein kleines Aber gab es in den Einerwechseln auf der Mittellinie, wo sich zu Beginn ein Fehler einschlich. Es war in doppelter Hinsicht ein verdienter Sieg. „Wir mussten uns gestern von einer wichtigen Person verabschieden. Ich wollte die Prüfung heute dennoch unbedingt reiten und diese für ihn widmen“, erläuterte Rogerson mit Tränen in den Augen.

Die Holländerin Marieke van der Putten sicherte sich mit Torveslettens Titanium Platz zwei (71,4 Prozent). Das Erfolgsduo zeigte eine sehr sichere Runde, wobei sich der 13-jährige Wallach in der Oberlinie insgesamt noch losgelassener hätte präsentieren dürfen. Moritz Treffinger und Fiderdance komplettierten mit 71,3 Prozent das Podest. Die beiden zeigten sich in Stuttgart stark verbessert. Fiderdance ließ in der Oberlinie mehr los und präsentierte sich aus der Hinterhand kraftvoller abfußend. Moritz Treffinger brillierte einmal mehr mit äußerst einfühlsamer Einwirkung. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier vorne mitmischen kann. Das Publikum ist der Wahnsinn, das hat richtig beflügelt. Ich bin auf meine Pferde so stolz“, resümierte Moritz Treffinger, der mit Fehlern in den Zweierwechseln wertvolle Punkte verlor. Das tat auch Carina Harnisch, zwar nicht in den Zweierwechseln, dafür in den Einerwechseln auf der Mittellinie. Ihr DSP Sheldon Cooper überzeugte erneut mit viel Dynamik. Hervorzuheben sind unter anderem die kraftvollen und fließenden Piaff-Passage-Übergänge. Neben den Fehlern in den Einerwechseln kostete ein Angaloppieren vor der Trabtraversale wertvolle Punkte. Mit 69,7 Prozent wurde es für das Duo aus Öhringen Platz fünf hinter Isabel Cool mit Herr Charmeur Coolhorses (70,6 Prozent). Zum Abschluss brachte es Sven Rothenberger, Richter der Prüfung, treffend auf den Punkt: „Leider gingen heute nur neun Pferde an den Start. Dennoch sahen wir ein sehr gleichmäßiges und hohes Niveau. Beeindruckend war, dass so fein geritten wurde. Insgesamt wird mittlerweile so viel schöner und feiner geritten. Das ganze Stuttgarter Turnier war Werbung für den Reitsport!“

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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