Böblingen: Greta Völker glänzt beim Finale des Nürnberger Burg-Pokal
Greta Völker reitet die bisher stärkste Saison ihrer noch jungen Karriere. Im Juli siegte die Trochtelfingerin im U16-Championat der Landesmeisterschaften, danach gewann die Tochter von Dressurausbilderin Carolin Völker und Hufschmied Dennis Moder die Etappe des Nürnberger Burg-Pokals in Oberderdingen, wurde in Rindelbach Zweite. Nun eroberte Greta Völker im Sattel ihrer achtjährigen Victoria den Burg-Pokal von Böblingen. Nach Absage der Stuttgart German Masters wurde die letztgeplante Station der beliebten Junioren-Serie in Böblingen kurzerhand zum Finale umgewandelt. Bei echtem Kaiserwetter konnte das finale Stilspringen mit anschließendem Stechen des bestbewerteten Viertels sogar auf dem großen Außenplatz des Böblinger Reitvereins stattfinden.
Als erster Starterin des Umlaufs hatte Greta Völker mit ihrer Van Helsing-Tochter eine spitzen Runde vorgelegt. Wie aus einem Guss nahmen die Schützlinge von Wolfgang Arnold Sprung für Sprung. Lediglich auf die letzte Linie kam die 15-Jährige nicht ganz optimal. Fehler am Letzten – sollte damit der Traum vom Tour-Sieg geplatzt sein? Denkste! Mit einer Grundnote von 8,5 hatte Völker trotz Abzug den Einzug in das entscheidende Stechen geschafft. „Ich war nach dem Umlauf fast schon etwas enttäuscht, denn der Fehler ging ganz klar auf meine Kappe! Das es jetzt geklappt hat, freut mich umso mehr.“ Als erste Starterin ging Völker dann in den Stechparcours. Wie beflügelt galoppierte ihre Victoria durch den verkürzten Parcours, stand 1-A an den Hilfen. Völker traf alle Wendungen ideal, konnte scheinbar auf dem Teller wenden und bekam zwischen den Sprüngen das richtige Tempo. „Victoria sprang im Stechen nochmal besser als im Umlauf. Das macht mich ungemein stolz!“ strahlte Völker im Anschluss an ihren Sieg über das ganze Gesicht. Völkers Stechrunde sollte am heutigen Samstag das Maß der Dinge sein, das erkannten auch Eltern und Trainer der anderen Teilnehmer neidlos an am Einritt.
Den stärksten Umlauf zeigte mit einer Grund- und Endnote von 8,7 Adrian Volckmann. Der Vorjahressieger sprang mit seinem Holsteiner Capuccino eine Bilderbuchrunde im Umlauf. Mit viel Übersicht und ganz souverän gelang dem Schüler von Martin Hammel jede Klippe des ersten Umlaufs, auch das Stechen war mehr als stark und mit viel Geschick geritten. Ein hochverdienter zweiter Platz für den Mannheimer. Ihren Erfolg kaum fassen konnte auch Children-Landeskaderreiterin Lina Heinzler. Auf ihrem kompakten Bachmat sprang die Schülerin von Karl Schmid zu einer 8,1 im Umlauf und damit direkt ins Stechen, wo die 14-Jährige ebenfalls zu überzeugen wusste. Der vermögende Braune machte der jüngsten Stechteilnehmerin alles möglich, am Ende wurde das Paar aus Horgenzell mit dem Bronzerang belohnt.
Mehr als zufrieden kann auch Lisa Bräuninger mit ihrem Shenandoa Cerro sein. Als letzte Starterin des Umlaufs gelang der Trochtelfingerin nach einer tollen Runde mit 8,2 der Einzug ins Stechen. Als einzige war Bräuninger der Siegerin Völker dicht auf den Fersen, was die Messung auf der Uhr anging. Zwei Zehntel wäre sie schneller gewesen, ein ärgerlicher Fehler am vorletzten Sprung verhinderte allerdings den Sieg. Etwas Pech hatte am heutigen Tag auch Favoritin Arwen-Charlotte Thaler vom Waldenbucher Hasenhof. Als Führende des Rankings hatte die frühere Pony-Nationenpreisreiterin einen ärgerlichen Fehler am ersten Sprung, der bei einer Grundnote von 8,5 allerdings nicht den Stecheinzug verhindern konnte. Mit ihrer erst sechsjährigen (!) Hannoveraner Stute Duitama riskierte Thaler im Finales alles, ein Fehler am letzten Sprung warf die Schüler von Volker Hahn auf den fünften Platz zurück. Die Begeisterung über ihre talentierte Schimmelstute blieb dennoch ungebrochen auf den Zuschauerrängen. Die 17-Jährige gewann mit der Diacontinus-Tochter Silber bei den Württembergischen Meisterschaften und siegte in der Nürnberger Quali von Rindelbach, bei den Etappen in Oberderdingen und Walldorf wurden die beiden Zweite.
Die Siegerin der ersten beiden Etappen, Jule Aurelie Schmid, musste auf eine Teilnahme im Finale verzichten. Nachdem zunächst die Reiterin selbst nach einer Blinddarm-OP gesundheitlich ausfiel, war nun ihr Hannoveraner Wallach Sky News nicht fit für einen Start am Finale in Böblingen. (akb)
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