Datenschutzeinstellungen

Ihre Zufriedenheit ist unser Ziel, deshalb verwenden wir Cookies. Mit diesen ermöglichen wir, dass unsere Webseite zuverlässig und sicher läuft, wir die Performance im Blick behalten und Sie besser ansprechen können.

Cookies werden benötigt, damit technisch alles funktioniert und Sie auch externe Inhalte lesen können. Des Weiteren sammeln wir unter anderem Daten über aufgerufene Seiten, getätigte Käufe oder geklickte Buttons, um so unser Angebot an Sie zu verbessern. Mehr über unsere verwendeten Dienste erfahren Sie unter den "Cookie-Einstellungen".

Mit Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich mit der Verwendung dieser Dienste einverstanden. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit mit Wirkung auf die Zukunft widerrufen oder ändern.

Mittwoch, 26.05.2021 um 08:35

Schlüsselburg: „Wir hatten keine Tränen mehr“

Er taucht aus einem Wechselbad der Gefühle auf: Sven Schlüsselburg, Baden-Württembergs Stilist in der deutschen Spitze, hat die Horrorszenarien noch im Kopf, die er beim Herpes-Drama in den vergangenen Wochen erlebt hat. Jetzt steht er vor seinem internationalen Comeback. Im Sattel seines Bud Spencers startet er auf Wochenende bei der Global Champions-Tour in St. Tropez an der französischen Cote d’Azur.

Am vergangenen Wochenende fand die Generalprobe beim Turnier in Winterlingen statt; dort wurde Schlüsselburg mit Bud Spencer Zweiter im Großen Preis. Reiterjournal-Redakteur Roland Kern hat vor Ort in Winterlingen ein Interview mit Sven Schlüsselburg geführt, in dem der 39-jährige Top-Reiter erstmals über seine persönlichen Erinnerungen an die Zeit und seine Emotionen spricht. Das Interview veröffentlichen wir hier in Auszügen und ausführlich in der nächsten Ausgabe des Reiterjournals.

 

Sven Schlüsselburg, Bud Spencer hat sich in Winterlingen nach der langen Pause eindrucksvoll zurückgemeldet, ist er wieder ganz der Alte?
Ja, das hat sich super angefühlt. Und nach den Wochen, die hinter uns liegen, beschert er mir echte Glücksmomente.

Es gab Zeiten, in denen haben Sie um sein Leben gebangt?
Ja natürlich, obwohl im Nachhinein gesehen bei ihm und auch bei Naskari alles glimpflich abgelaufen ist. Naskari hatte gottseidank nur leichte Symptome, Bud Spencer gar keine, nur leichtes Fieber. Aber natürlich hatten wir große Angst. Es hätte auch anders ausgehen können.

Haben Sie im Nachhinein gesehen, Fehler gemacht? Machen Sie sich Vorwürfe?
Das haben wir uns natürlich auch schon hundertmal gefragt. Aber nein! Wir sind völlig ahnungslos von Valencia nach Hause gefahren. Die Pferde waren schon zehn Tage zuhause, als die ersten Meldungen über die Herpes-Fälle zu lesen waren. Und auch zuhause war der erste Test ja negativ. Nein, wir wären kein Risiko eingegangen, wenn wir auch nur eine leise Ahnung von Herpes-Fällen gehabt hätten.

Und was zuhause Ihr Stallmanagement angeht? Wäre dieses Ausmaß zum Beispiel bei einem durchgeimpften Stall vermeidbar gewesen?
Also ich sage ganz offen, ich bin mittlerweile für eine Impf- und Meldepflicht bei Turnierpferden. Wir haben unseren Bestand mittlerweile geimpft, so weit dies jeweils medinizisch sinnvoll war. Aber man darf es sich nicht so einfach machen. Das Virus ist komplizierter. Es gibt zuhause zum Beispiel eine Stute, die ihre Box zwischen zwei schwer erkrankten Pferden hatte. Die war nicht geimpft, sie ist aber nie krank geworden. Andererseits haben zwei Stuten verfohlt, die waren geimpft.

Ihre ganze Familie sind echte Pferdeleute, Ihr habt eine sehr enge Verbindung zu Euren Pferden, viele kommen bei Euch auf die Welt. Jetzt sind einige in Euren Armen gestorben, wie steckt man so etwas weg?
Die emotionale Verarbeitung fängt jetzt erst so richtig an. In diesen dramatischen Stunden und Tagen haben wir nur noch funktioniert und die Situation nicht näher an uns herangelassen. Irgendwann hatten wir wohl einfach keine Tränen mehr. Das läuft irgendwie ab wie in einem Film. In diesen Phasen will man nur für die Pferde da sein und ihr Leid mindern. Erst später kann man wieder halbwegs rational mit der Situation umgehen. Das fängt bei uns jetzt erst an, wenn es langsam besser geht.    Foto: Roger Müller

(Ausführliches Interview im nächsten Reiterjournal)

 

© honorarfreie Nutzung des Bildes
Bewerten
  • - nicht gut
  • - sehr gut
Übersicht
×
Reiterjournal Special

Warte mal kurz...

Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.

gleich gehts weiter...