Donaueschingen: Daleras Generalprobe gelingt
Jessica von Bredow-Werndl hatte einen Plan. Trainingsprogramm, Turniereinsätze und Erholungspausen waren perfekt abgestimmt, um das Ziel Tokio 2020 in Angriff zu nehmen. Doch daraus wird bekanntermaßen nichts. So hängen die Championatsreiter, wie alle Spitzensportler, derzeit in der Luft. Denn ob die Olympischen Spiele im nächsten Jahr dann wirklich stattfinden können, das steht derzeit noch in den Sternen. "Aber wir arbeiten nun mal mit Pferden - und die brauchen einen Plan. Deshalb gehe ich jetzt einfach fest davon aus, dass die Spiele 2021 ausgetragen werden", so Bredow-Werndl. Wenn es dann soweit kommt, möchte die bayerische Dressurreiterin mit von der Partie sein. Ihr Spitzenpferd TSF Dalera BB ist in außergewöhnlicher Form.
Im Anschluss an die Corona-Zwangs-Pause feierte die 13-jährige Easy Game-Tochter vor wenigen Wochen in Hagen mit zwei Siegen ihr Comeback. Mit der Leistung ihrer Mannschafts-Europameisterin war von Bredow-Werndl zufrieden, selbstkritisch erzählt sie dagegen von einer reiterlichen Leistung, die noch „Luft nach oben" hat. Beim Auftakt der Großen Tour erleben die knapp 300 Zuschauer in Donaueschingen heute die Weltranglisten-Vierte dann in großer Form. Eine Piaff-Passage-Tour wie aus dem Lehrbuch, kleinste Pirouetten und fein herausgerittene Verstärkungen bringen 80,826 Prozent. "Und da ist noch deutlich mehr drin", schaut die Siegerin des Grand Prixs nach der Ehrenrunde gleich wieder voraus. Donaueschingen ist für TSF Dalera BB die Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft in rund drei Wochen. „Alles ist möglich", antwortet von Bredow-Werndl auf die Frage, was ihr Ziel für die nationalen Titelkämpfe ist.
Hinter der Favoritin reihte sich ihr Bruder Benjamin Werndl ein, der im vergangenen Jahr hier Grand Prix und Special für sich entscheiden konnte. Sein elfjähriger Famoso aus dem Besitz von Flora Keller besticht durch Leichtigkeit und Gleichmaß über die gesamte Prüfung hinweg, besonders in Piaffen und Passagen. Heute fanden die beiden zudem das richtige Maß an Risiko. 76,891 Prozent der verdiente Lohn. Damit distanzierte Werndl Bundeskader-Kollege Frederic Wandres und Duke of Britain deutlich. Für das Paar vom Hof Kasselmann blieb Platz drei. (FA)
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