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von Mona-Sophie Wieland am Montag, 31.08.2026 um 08:44

Warendorf: Ein Vizechampion fürs Ländle

Be my Guest FBW und Dionne Korringa sicherten sich bei den vierjährigen Hengsten den Vizetitel.  /  © Equitaris

Im Finale der vierjährigen Reitpferdehengste wurden die Karten sprichwörtlich noch einmal neu gemischt: Keiner der sechs Kandidaten hatte am Ende den Platz aus der Qualifikation behaupten können. Gerichtet wurde die Konkurrenz durch Catrin Wingender, Wolfgang Egbers und Katrin Burger. Letztere fungierte als kommentierende Richterin und konstatierte mehrfach: „Wir wissen, dass die Atmosphäre hier nicht so einfach ist!“ Das traf es auf den Punkt und so hatte auch der Sieger der Finalqualifikation, der DSP-Württemberger Be my Guest FBW (v. Bonds-Sezuan, Z.: Zoe Sierks), mit der Atmosphäre zu kämpfen.

„Um ehrlich zu sein, waren wir vom ersten Moment an von Be my guest begeistert und überzeugt. Er hatte gleich diese Ausstrahlung und Präsenz, ein wunderschönes Gesicht, Körper und drei beeindruckende Grundgangarten. Bei uns hieß er dann auch gleich: Boss“, beschreibt Züchterin Jeanette Sierks, die mit ihrer Familie in Kiel einen Zuchtbetrieb führt, und fügt hinzu: „Von dieser Anpaarung waren wir von Anfang an überzeugt, weil er das dritte Fohlen bzw. auch das dritte Bondsfohlen unserer Stute Imagine ist. Seine beiden Vollschwestern und der ein Jahr jüngere Vollbruder begeistern uns hier zu Hause täglich. Imagine selbst haben wir aus unserer Holsteiner Bewegungs-Siegerstute Colour ( v. Acodetto-Calido) gezogen und sie hatte von Anfang an auch dieses gewisse Etwas und eine hervorragende Bewegungsqualität, was uns begeistert hat. Es war daher von Anfang an klar, dass sie neben ihrer Mutter unsere Zucht bereichern würde. Sowohl die Mutter als auch die Großmutter bringen sehr viel Kraft und Energie mit und sind dabei super zu reiten und immer motiviert. Eigentlich sollte Be my guest auch Holsteiner werden, da er aus Schleswig-Holstein stammt, aber das ist eine längere Geschichte. Wir sind froh, dass er den Weg zu seinen jetzigen Besitzern und zur Reiterin und natürlich zu dem Zuchtverband gefunden hat und sich selbst dort so wunderbar präsentiert.“ Aber nun zum Finale: Die Modusänderung von einer Dressurpferde A (alleine) für die Vierjährigen im Finale sorgte nicht nur bei den Hengsten für Diskussionen. Auch der Landeschampion Be my Guest, welcher Anfang 2025 vom Oldenburger Verband gekört worden war und im niederländischen Besitz, genauer gesagt von van Bocksgrave Horses, steht, hatte mit seiner Reiterin Dionne Korringa zu kämpfen. Anders gesagt, machte er sich einmal völlig frei, rannte los und zeigte insoweit starke Widersetzlichkeiten. Das führte natürlich für Abzüge und so stand in der Note für die Durchlässigkeit eine 7,5. Die überdurchschnittlichen Grundgangarten waren natürlich nach wie vor da und so vergaben die Richter im Finale für den Trab die 9,8, den Schritt die 8,7 und den Galopp die glatte 10. Hinzu kam im Gesamteindruck eine 9,5, woraus sich nach Abzügen für das aus der Widersetzlichkeit entstandene Verreitens eine Endnote von 8,9 ergab. Die eigentliche Note von 9,1 hätte für den Sieg gereicht!

Von Platz vier der Vorrunde (9,03) nunmehr auf Platz eins vorgerückt war der DSP-Siegerhengst aus 2025 und DSP-Reitpferdechampion Darmstadt 2026, Bonds in Gold (v. Bonds-Goldberg-Rubin Royal-Gotland-Sekurit, Brdbg. Stamm 47/Pauline von Dargardt, Z.: Hendrik Niehe, Sieversdorf). Der bedeutende Dunkelfuchs im Besitz des Gestüts Pramwaldhof (Österreich) wurde durch die in Warendorf viel beschäftigte Sina Aringer (RFV. Ostbevern) präsentiert. Auch dieser Hengst erhielt im Galopp die Traumnote 10,0. Von Rang sechs nunmehr auf den Bronzerang (8,74) vorgerückt war der Westfalenfuchs in Marbacher Diensten, Danubio (v. Damaschino I-Dimaggio-Lord Loxley-Florestan I-Akitos xx, Westf. Stamm 469/Nizza, Z.: Karl-August Schulte Varendorff, Ibbenbüren) mit Linus Keller. Während die anderen Hengste mit der Atmosphäre zu kämpfen hatten, zog Danubio seine Runden oder wie es Linus Keller erläutert: „Ihn zeichnet vor allem seine unglaubliche Arbeitseinstellung aus. Er macht es mir einfach, ihn auszubilden, weil er immer mitarbeitet und sich auf jede neue Aufgabe einlässt. Man merkt ihm an, dass er Freude daran hat, etwas Neues zu lernen und mitzuarbeiten. Genau das macht ihn für mich so besonders – dieses Vertrauen, seine Motivation und die Bereitschaft, immer sein Bestes zu geben. Ich darf ihn seit Anfang 2025 ausbilden und bin dabei bisher jeden Schritt mit ihm gegangen- vom Anreiten über die ersten Turnierstarts bis hin zu den Bundeschampionaten 2026. Es ist für mich etwas ganz Besonderes, seine Entwicklung von Anfang an begleiten zu dürfen und zu sehen, wie er sich immer weiterentwickelt und an seinen Aufgaben wächst.“
 

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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