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von Mona-Sophie Wieland am Donnerstag, 20.08.2026 um 17:39

WM Aachen: Medaillenjubel im deutschen Team

Die Weltmeisterschaften in Aachen schreiben in diesem Jahr doppelt Geschichte: Denn (endlich) wurden auch die Para-Dressurreiter in das Event integriert und so werden auch bei den Para-Dressurreitern in diesen Tagen WM-Medaillen vergeben. Zum Auftakt durfte das deutsche Team über Einzelmedaillen jubeln.

Weltmeisterin mit 71 Jahren

Heidemarie Dresing freute sich bei den Weltmeisterschaften in Aachen über Gold.  /  © Lafrentz

Es ist eine Gänsehautgeschichte, aber eine Geschichte, die sich bereits angekündigt hatte. Die Rede ist von Heidemarie Dresing. Die 71-Jährige dominierte bereits in den letzten Jahren die Entscheidungen in Grade II, wobei sie besonders in den letzten Monaten mit ihrer bewegungsstarken Stute Poesie zu einer starken Form gefunden hatte. So war sie mit Ergebnissen nahe der 80-Prozentmarke als eine Favoritin zu den Weltmeisterschaften gereist. Und dieser Favoritenrolle sollte die Schülerin von Nadine Plaster gerecht werden. Doch einen großen Moment des Zitterns gab es. Ihre elfjährige Stute zeigte sich zu Prüfungsbeginn von den Bewegungen auf der Tribüne irritiert und rannte bei der Grußaufstellung rückwärts. Doch dann zeigte sich die gemeinsame Routine sowie das große Feingefühl von Heidemarie Dresing. Die an MS erkrankte Kaderreiterin gab der Stute gekonnt Sicherheit und lieferte anschließend eine Runde wie aus einem Guss, mit Highlights in den fließenden Übergängen und Trabverstärkungen. „Das ist ein wunderschönes Gefühl. Das ist eigentlich das Topping meiner Laufbahn mit diesem Pferd. Ich habe es mir gewünscht, und jetzt ist der Traum wahrgeworden“, schwärmte Dresing und freute sich mit 75,4 Prozent verdient über Gold vor Katrine Kristensen mit Goerklintgaards Quater (75,3 Prozent) und Jemina Green mit Fantabulous (75,2 Prozent).

Weitere Medaillen

Dass das noch für die Voltigierer mit einem Dach versehene Deutsche Bank Stadion eine ganz besondere, gar schwierige Atmosphäre besitzt, zeigte sich auch am zweiten Tag der Einzelentscheidungen. Den Auftakt für das deutsche Team machte das „Championatsküken“ Helen Brandt. Die Medizinstudentin war in diesem Jahr wie „Phönix aus der Asche“ direkt ins deutsche WM-Team geritten. Mit ihrem bewegungsstarken, erst achtjährigen Wallach Vulkan Vegas verfügt sie über ein äußerst vielversprechendes Pferd, das sein Potenzial auch heute klar zeigte. Neben äußerst viel Dynamik und Ausdruck schlichen sich aber leider auch teure, aus leichter Übermotivation resultierende Fehler ein. Beispielsweise zeigte der Vitalis-Nachkomme keinen losgelassenen Schritt und in der einfachen Schlangenlinie im Galopp sprang Vulkan Vegas um. Dennoch gab es für die beiden bei ihrem Championatsdebüt verdient 70 Prozent. Mit Rang acht ziehen die beiden auch ins Kür-Finale am Sonntag der besten acht Teilnehmer eines jeden Grades ein. Insgesamt besser lief es im gleichen Grade (Grade IV) für die Silbermedaillengewinnerin von Paris, Anna-Lena Niehues. Die Dressurausbilderin sitzt im Sattel eines ebenso äußerst vielversprechenden Nachwuchstalents, der neunjährigen Vainqueur-Tochter Vive l’Amour. Die Stute zeichnet sich durch viel Taktsicherheit und Schwung aus und so punkteten die beiden heute besonders in der gleichmäßigen Trabtour. Im Schritt fehlte es vielleicht an der letzten Losgelassenheit. Die Galopptour zeigte sich dann wieder äußerst ausbalanciert und mit fließenden Galopp-Trab-Galopp-Übergängen. Der Lohn: 74,6 Prozent und die Silbermedaille mit enorm viel Zukunftsperspektive. Damit mussten sie sich nur Kate Shoemaker mit Vianne (78,8 Prozent) geschlagen geben. Nicola Naylor mit Humberto (73,8 Prozent) komplettierte das Podest.

Last but not least stand auch in Grade V die erste Medaillenentscheidung an und erneut durfte das deutsche Team jubeln: Regina Mispelkamp spielte im wahrsten Sinne des Wortes ihre gesamte Routine aus und sicherte sich mit ihrem Erfolgspartner Highlander Delights Bronze. Nach einer sehr gleichmäßigen und schwungvollen Trabtour baute der 14-jährige Florencio-Nachkomme nach dem Angaloppieren aus dem Schritt einen teuren Buckler ein. Hinzu kam ein Umspringen im ersten Außengalopp. Teure Fehler und dennoch gab es verdient 72,9 Prozent. Damit mussten sie sich nur von Sophie Wells mit MSJ Gold Standard (74,9 Prozent) und Britney de Jong mit Caramba (73,1 Prozent) geschlagen geben. Nun heißt es für die Medaillenentscheidungen Daumen drücken. Diese starten bereits morgen.

Anna-Lena Niehues sicherte Silber in Grade IV.  /  © Lafrentz

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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