WM Aachen: Deutschland weiterhin auf Goldkurs
Was ist das für ein spannender erster Umlauf des Nationenpreises der Springreiter bei den FEI World Championship in Aachen. Noch ist die Prüfung nicht entschieden, doch nach drei Nullrunden steht bereits fest: Deutschland befindet sich weiterhin auf Goldkurs!
Sophie Hinners und Marcus Ehning hatten vorgelegt, als drittes deutsches Mannschaftspaar lag es an Daniel Deußer und Otello de Guldenboom, die starke Ausgangslage zu verteidigen. Mit einer weiteren Nullrunde wäre die Spitzenposition gesichert. Nichts leichter als das. Schön wär’s. Deußer und sein Belgier wollten es spannend machen – und zwar so richtig! Im ersten Drittel des Parcours klapperte es gleich mehrfach an den Stangen. Es war kaum auszuhalten. Doch alles blieb liegen. Dann fand das Paar immer besser in seinen gewohnten Rhythmus zurück, meisterte auch die letzten Aufgaben souverän und brachte tatsächlich die dritte deutsche Nullrunde ins Ziel. Was macht dieser Sport nur mit uns? Unbeschreiblich.
Richard Vogel und United Touch S werden als viertes deutsches Paar zwar noch in den Parcours einreiten. Am deutschen Mannschaftsergebnis für diesen ersten Umlauf kann ihr Resultat jedoch nichts mehr ändern: Durch die drei Nullrunden von Ehning, Hinners und Deußer steht das deutsche Teamergebnis (3,48 Strafpunkte) bereits fest. Dicht dahinter rangieren die Amerikaner auf Rang zwei. Für die restlichen Teams ist das Ergebnis des vierten Reiters noch von Bedeutung für die finale Position nach dem ersten Umlauf.
Ehning und Hinners legen vor
Den Grundstein für diese Ausgangslage hatte zuvor unter anderem Sophie Hinners gelegt. Nach ihrer starken Runde am Vortag ließ es die gefühlvolle Reiterin mit dem gewaltig springenden Iron Dames Singclair diesmal etwas kontrollierter angehen, machte hier und da einen Galoppsprung mehr. Am DHL-Steilsprung hielt das Publikum dann für einen kurzen Moment die Luft an: Es klapperte – doch die Stange blieb liegen. Auf der Schlusslinie passte wieder alles. Mit sechs Galoppsprüngen zum Mercedes-Steilsprung und dann: null durchs Ziel! Der Jubel im Aachener Hauptstadion war entsprechend groß. „Iron Dames Singclair sprang heute wieder großartig. Wir konnten wieder unser Ding durchziehen. Ich würde sagen, wir hatten ein klitzekleines bisschen Glück am DHL-Steilsprung. Es war ein unglaubliches Gefühl, vor dieser Kulisse, vor diesem Publikum durch die Ziellinie zu reiten“, freute sich Hinners.
Und auch Marcus Ehning hatte als deutscher Auftaktreiter mit Coolio einmal mehr gezeigt, warum man sich auf ihn in solchen Momenten verlassen kann. Der Routinier und sein Hengst präsentierten sich in bestechender Form und ließen den Parcours beinahe spielerisch aussehen – bis es auf der abschließenden Linie noch einmal richtig spannend wurde. Nach der Triplebarre galt es, die Distanz zum letzten Sprung mit fünf oder sechs Galoppsprüngen passend zu erwischen. Für einen kurzen Moment hielt das Stadion den Atem an. Doch Ehning und Coolio blieben cool: erste Nullrunde für Deutschland.
Drei deutsche Paare, drei Nullrunden – besser hätte dieser erste Umlauf bislang kaum laufen können. Und auch in der Einzelwertung spiegelt sich die starke deutsche Vorstellung wider: Aktuell führt Sophie Hinners das Klassement an, dicht gefolgt von Daniel Deußer. Marcus Ehning rangiert ebenfalls weiterhin unter den Top Ten. Die Entscheidung steht noch aus – doch Deutschland darf weiter von Gold träumen.
Ähnliche Meldungen
Warte mal kurz...
Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.