Kopf an Kopf in Richtung Burg
Punkt 69 Prozent. Mit diesem exakt gleichen Ergebnis haben zwei junge Damen am Samstag am Mannheimer Maimarkt die zweite Qualifikation im Nürnberger Burg Pokal der Junioren in der Dressur gewonnen: Greta Grill aus Donzdorf mit ihrer beweglichen Stute Que Sera G und Sophie-Luise Layer auf der erst achtjährigen Oldenburger Stute Zaara. Beide Reiterinnen zeigten handwerklich blitzsaubere Ritte, wirkten fein ein und agierten im Viereck mit viel Übersicht. In der Tat fiel es auch den Betrachtern am Viereck schwierig, die beiden Talente zu trennen. Der Kopf-an-Kopf-Sieg geht so also in Ordnung.
Reiterlich die kniffligere Aufgabe an diesem Tag hatte die 16-jährige Greta Grill, weil ihre sensible elfjährige Dunkelfuchsstute aus der familieneigenen Zucht angesichts der prickelnden und belebten Atmosphäre des Maimarkt-Vierecks ziemlich aufgeregt war – aber die sicher sitzende Donzdorferin meisterte diesen Ritt auf der Kanonenkugel mit großer Nervenstärke und bugsierte ihre sensible Stute bis zur letzten Grußaufstellung; sie konnte sogar Höhepunkte in den elastischen Trabverstärkungen und in den Seitengängen herausreiten. Die Fliegenden Wechsel gerieten hingegen noch ein bisschen unsicher.
Aber nichtsdestotrotz hat Greta Grill jetzt nach zwei Qualifikationen die Führung übernommen. Beim Auftakt in Pforzheim war sie die Siegerin. Wahrscheinlich kann sie sich sogar die dritte Qualifikation Anfang Juni in Ladenburg sparen, denn sie hat schon reichlich Punkte gesammelt. An diesem Wochenende Anfang Juni gibt es für den Dressurnachwuchs ohnehin eine etwas unglückliche Terminkollision, weil am selben Wochenende auch das Jugendturnier auf dem Birkhof in Donzdorf stattfindet.
Ähnlich gut wie bei Greta Grill sieht es auch bei Sophie-Luise Layer aus, die eine in Anlehnung, Takt und Lektionen stets sichere Zaara präsentierte, beeindruckend mit einem tiefen und eleganten Sitz. Die Reiterin hat sich entschieden, trotz Children-Alter in dieser Saison bei den Junioren U18 anzutreten, um die Stärken ihrer Stute besser zur Geltung bringen zu können. Das langjährige und erfolgreiche Trainer-Reiter-Gespann mit Werner Lindner gibt es derzeit übrigens nicht.
Auf dem dritten Platz landete Nina Bäuerle vom Badhof, die als Zweite von Pforzheim in Mannheim allerdings von vorne anfing, was das Gesamtranking angeht, weil sie auf den zehnjährigen Oldenburger Grizou umgestiegen ist, der im Vorjahr noch unter ihrer Trainerin Stefanie Lempart in der iWest-Tour eingesetzt worden ist. Die beiden passen gut zusammen, der Fürstenball-Enkel ist ein kompaktes und losgelassenes Pferd. Franke Müller aus derselben Obhut hätte man auf dem neunjährigen Westfalen Fürst Flynnigen an diesem Tag ein bisschen mehr Mut zum Zupacken gewünscht, dann wären sicher mehr drin gewesen als die 67 Prozent. Da ist noch Luft nach oben.
Aber auch andere junge Damen waren von der Kulisse des internationalen Platzes natürlich schwer beeindruckt. „Aber wir freuen uns sehr über diese großartige Möglichkeit“, beschrieb es zum Beispiel die Berufsreiterin Nicola Haug, deren Tochter Chiara ebenfalls zum diesjährigen Starterfeld gehört.
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