Sensation: Schlüsselburg beendet Großen Preis von Aachen mit zwei Zeitstrafpunkten - Farrington siegt
Während in Schutterwald die Landesmeisterschaften ausgetragen wurden, hatte der aktuell Beste des Ländles Dispens. Zu recht. Sven Schlüsselburg aus Ilsfeld verkaufte sich alle Tage bei seinem Debüt in Aachen erstklassig, die Welt wurde auf ihn und seinen gewaltig springenden Bud Spencer (Buddy) aufmerksam. In dem Großen Preis von Aachen, der Teil des Rolex Grand Slam ist, rückte er als dritte Reserve nach. Doch Schlüsselburg ist mehr als nur Reserve. Bundestrainer Otto Becker hatte nicht nur in den letzten Monaten ein Auge auf dem Berufsreiter, sondern wird es auch in Zukunft haben. Zumindest, wenn man den Angeboten, die für das Pferd nun hereinprasseln werden, widerstehen kann. Das dürfte ein harter Kampf werden.
Doch zum Sport: Mit zwei Zeitstrafpunkten beendete Schlüsselburg mit dem Pferd aus der Familienzucht den ersten Umlauf und damit gehörte er bereits zu den Besten. Acht waren nur fehlerfrei, die besten 18 gehen traditionell in den zweiten Umlauf. Sven Schlüsselburg war drittbester deutscher Reiter neben Weltmeisterin Simone Blum und Daniel Deußer (!). Der Ausbilder wird selbst noch einige Tage brauchen, um das zu verarbeiten. Und dann die zweite Runde: Buddy springt erneut ohne Makel, berührt keine Stange. Die null leuchtet auf! Schlüsselburg reckt die Hand in die Luft. Am Ende: Platz acht. Vor großen Namen wie Ehning oder Ahlmann. "Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, das beim ersten Mal in Aachen - es ist unglaublich", findet Schlüsselburg selbst kaum Worte für das, was gerade passiert ist. Die zwei Zeitstrafpunkte - ein Ärgernis? "Nein, ich bin einfach nur sehr glücklich", strahlte er. "Ich weiß, dass ich daran arbeiten muss, aber wenn ich mir überlege, dass wir letztes Jahr den ersten nationalen Grand Prix auf Zwei-Sterne-Niveau geritten sind und jetzt sind wir international auf Fünf-Sterne-Niveau... wir haben ja einige Schritte fast übersprungen. Da muss ich erstmal selbst mit klar kommen." Es muss sich wie ein Märchen anfühlen. Aber es ist Realität. Schlüsselburg ist in der Weltspitze angekommen.
Um den Sieg im Großen Preis kämpften unter anderem die Weltmeisterin Simone Blum mit ihrer DSP Stute Alice v. Askari sowie Daniel Deußer mit Scuderia 1918 Tobago Z v. Tangelo vd Zuuthoeve. Alice hatte einen Abwurf - so wurde Blum Vierte, Deußer machte es gut, war aber nicht schnell genug. Schneller war der US-Amerikaner mit seiner flinken belgischen Stute Gazelle v. Kashmir van Schuttershof. Farrington ist damit der Sieger des Rolex Grand Prix - vor Daniel Deußer mit Tobago. "Ein unglaublicher Tag", war Farrington stolz. "Ich habe die ganze Woche schon auf diese Siegertafel geschaut - jetzt bin ich Teil der Geschichte." Doch auch Daniel Deußer war glücklich: "Natürlich möchte man gewinnen, aber ich bin so happy damit, wie sich mein Pferd hier präsentiert hat." (mos)
Fotos: Karl-Heinz Frieler
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