Vogel fliegt mit Rückenwind nach Basel
So viel steht wohl fest: ein hochwertigeres M-Springen dürfte es dieses Jahr im ganzen Land nicht mehr geben. Europameister Richard Vogel und Co. machten den Turnierabschluss des Wolf-Turniers in Eppelheim bei Heidelberg am Dreikönigstag zu einem hochklassigen Springen.
Die Parcourschefs Gregory Wiegand und Hartmut Spitzer mussten das Kunststück schaffen, den Reitern eine Springbahn in den Weg zu stellen, deren Sprünge dem Reglement entsprechend nicht höher als 1.30 Meter sein durften – und trotzdem für Richard Vogel, den amtierenden Europameister, eine Aufgabe bedeutete. Das ist ihnen tatsächlich gelungen.
Neun von 25 Starten gelangten in ein Stechen, Richard Vogel mit der feinen siebenjährigen Holsteiner Stute Misses Quim und dem achtjährigen Holsteiner Baxxter gleich zweimal – mit Ritten wie aus dem Lehrbuch. Mit seinem dritten Pferd United Call, der seinem Vater United Touch, Vogels Euro-Pferd, wie aus dem Gesicht geschnitten ist, überzog er nach einer fehlerfreien Runde die erlaubte Zeit nur knapp um zwei Zehntelsekunden – aber sie verhinderten das Vorrücken ins Stechen. Ein Versäumnis, das auch seiner Stallgefährtin Pia Baur widerfuhr, gleich zweimal mit Dollar Girl und Lola. Die Zeit war das einzige Schwert in der Hand der Parcourschefs, das bei diesem Starterfeld halbwegs half.
Jedenfalls kam es zur erwarteten Überlegenheit des Europameisters, der die zwei Turniertage nahe der Heimat auf dem Weg zwischen Wellington/Florida und dem Weltcup-Turnier in Basel so mal auf der Flugstrecke mitnahm. Schon am Montagabend gelang ihm der Doppelsieg im Sattel von United Call (der wie sein Vater aus der Zucht seines Besitzer Julius-Peter Sinnack stammt), dann am Dreikönigstag erneut, diesmal mit Misses Quim und Baxxter. Die Platzierung füllte Vogels schwedischer Bereiter Rasmus Bewersdorf mit Dublin und Bounty auf, dazu kamen zweimal Bernd Herberts starker Bereiter Haute Bintig (der zuvor im Gestüt Sengelen in Schopfheim erfolgreich war) mit Dialotta und Big Red Balou, sowie Benjamin Wulschner mit Con Amore, dem Walldorfer Jungprofi Elias Hohler mit der Schimmelstute Celeste und Felicitas Funk, die wieder Pferde aus dem Stall Wulschner reitet, mit dem neunjährigen Holsteiner Crosby.