Starker Auftakt für Quinn und Belasol
Die erste S-Dressur des Jahres – in Baden-Württemberg und dem ganzen Land – auf dem „Wolf-Turnier“ in Eppelheim wird immer mit Spannung erwartet. Zwei Pferde aus süddeutschen Zuchtstätten zeigten sich früh in Form: Quinn VR und Julia Bögner aus Scherwiesental starteten mit einem Sieg in die Saison, knapp dahinter platzierte Leonie Laier aus Wiesloch die bunte Württemberger Fuchsstute FBW Belasol.
Die beiden trennten nur anderthalb Punkte und wenige Prozent: 68, 12 Prozent führten zum Sieg der jungen Berufsreiterin Julia Bögner, Leonie Laier kam bei 67,99 Prozent heraus. Im vergangenen Jahr begann Julia Bögner die Saison, gerade frisch in der reiterlichen Selbstständigkeit, mit einem dritten Platz am selben Ort. Später machte sie ihr Goldenes Reitabzeichen perfekt. Jetzt hat es für den Sieg gereicht. Sie wird von der nordbadischen Dressur-Regionaltrainerin Katrin Burger trainiert. Quinn, in Sachsen-Anhalt auf die Welt gekommen, war als junger Hengst unter dem Heidelberger Ausbilder Nikolaus Kühn Süddeutscher Vizechampion.
Dennoch ganz unterschiedlich die beiden Vorstellungen: Der 11-jährige Rapphengst ohne Programmfehler, bereits routiniert im Ablauf. Die achtjährige Benicio-Tochter Belasol aus der Zucht von Frieder Heilemann aus Weilheim, einem Erfolgszüchter Württembergischen Blutes und als Zuchtexperte weit über die Grenzen des Landes geschätzt, hatte noch Probleme in den hochversammelten Lektionen wie der Rechtspirouette im Galopp, sammelte aber in den Grundgangarten die deutlich höheren Noten. Da zeigte die bei Landeschampionaten mehrfach hochplatzierte auffällige Stute großes Talent für weitere Herausforderungen. Dort will die Wieslocherin Leonie Laier, die bereits zwei Pferde bis zum Grand Prix ausgebildet hat, mit ihr auch hin, die Ansätze sind schon erkennbar. Die Bayerin Ramona Ritzel hat die Stute einst in den Sport gebracht und ausgebildet, seit knapp zwei Jahren wird die Stute von Leonie Laier weitergefördert.
Beide Prozentzahlen für Eppelheim sind für einen S-Sieg und einen zweiten Platz niedrig, aber das Dreikönigsturnier mit beengten Platzverhältnissen stellt hohe Anforderungen insbesondere an junge Pferde und bei der widrigen Witterung, so dass die Leistungen absolut in Ordnung gingen. Genauso knapp dahinter platzierte Lokalmatadorin Fabienne Böckmann ihr Pony Lilienhofs Donelli auf Rang drei, auf den Plätzen ging es weiter knapp zu: Gabriele Roller aus Wiesental platzierte ihren Don Moriaty auf Rang vier vor Laura Bach aus Mannheim auf Short Cut, dann folgte die Siegerin Julia Bögner mit ihrem treuen und mittlerweile 21-jährigen Rappen Raven – ein Beispiel dafür, wie Dressurreitern Pferde lange fit halten kann. Die weiteste Anreise hatte Nicole Kohler aus Rißegg, sie wurde dafür aber mit der Westfalenstute Fontalora mit einer Platzierung belohnt.
Beim „Wolf“-Turnier in Eppelheim beginnen am Sonntag nach zwei Dressurtagen die Springprüfungen, die zwar auf M**-Niveau enden, dafür aber top besetzt sind. Am Montag und zum Abschluss am Dreikönigstag wird auch Europameister Richard Vogel als Stargast erwartet.