Epaillard ist Stuttgarts neuer "German Master"
Ja, es war mal wieder Zeit für ein ganz neues Gesicht in der Siegerliste der Stuttgart German Masters Serie, die in der Schleyerhalle seit 1987 Tradition hat. 1990 gewann zum ersten Mal ein französischer Reiter. Am heutigen Abend sollte es wieder soweit sein.
Julien Epaillard, seit Jahren an der Weltspitze unterwegs und in der Normandie Zuhause, legte an diesem Abend ein Stechen an den Tag, da kam sogar der Vogel ins Straucheln. Richard Vogel, vor heimischem Publikum gleich doppelt für seine zwei Nullrunden gefeiert, musste als erster Starter im Stechen vorlegen. Der angesetzten Favoritenrolle wollte er im Sattel seines imposanten Holsteiner Hengstes Cloudio wahrlich gerecht werden und riskierte mehr, als man für möglich hielt. Die Zeit die er vorlegte, blieb auch für die meisten Starter danach unerreichbar. Stimmen waren sich allerdings einig, wenn es einer kann, dann die aktuelle Nummer zehn der Welt: Julien Epaillard, der Jahr für Jahr die Reise aus der Normandie antritt, um in die Stuttgarter Hallen einzureiten. Sein sonst so in sich ruhender und zufriedener Wallach Donatello d’Auge wird erst richtig wach, wenn die Halle für ihn applaudiert. Das Paar, das seit Geburt des Wallachs zusammen unterwegs ist, kennt sich in und auswendig. Über dem Sprung verliert er keine Zeit, wenn er landet, dreht er blitzschnell. Sein Reiter, der genau weiß, was er riskieren darf, fand vor allem in der zweiten Hälfte des Parcours eine ideale Linienführung, um Richard Vogel nicht nur knapp, sondern mit über einer Sekunde Vorsprung den Sieg vor der Nase wegzuschnappen. Vielleicht hatte er vorher von der Abreitehalle aus zugeschaut, wo er dem Führenden noch Zeit abnehmen könnte, denn Epaillard beobachtet seine Kollegen meist genau.
Nun darf sich das französische Paar mit einem weiteren Titel zieren und wer weiß, was das weitere Wochenende für Julien Epaillard bereithält. Mit wehender Mähne auf Rang drei geflogen, war der sympathische Niederländer Bas Moerings und sein Schimmel Kivina. Hinter ihm reihten sich die Sieger aus der diesjährigen Mannheimer Badenia ein. Die Rede ist von Peder Fredcrison und SV Vroom de la Pomme Z, die mit ihrer Stechrunde Sophie Hinners und den noch jungen Lommers auf Rang fünf.
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