CHIO Aachen: Richard Vogel wird Dritter im Großen Preis von Aachen
Er hatte schon die Jubelfaust in der Luft, doch dann berührte sein Hengst United Touch unglücklich die Stange am letzten Sprung. Fehler. Platz drei im Großen Preis von Aachen. Die Zeit von 38,64 Sekunden hätte gereicht für den Sieg von Richard Vogel. „Ich hatte die Woche meines Lebens hier in Aachen und ich bin super zufrieden mit dem dritten Platz. Mein Pferd ist hervorragend gesprungen, meine anderen Pferde sind auch super drauf“, freute sich Vogel. Besonders die Atmosphäre in Aachen sei grandios, meinte der Publikumsliebling. Mit dieser Unterstützung und diesem Rückhalt zu reiten, das gebe viel Selbstvertrauen.
Der Sieger André Thieme und seine 14-jährige DSP Chakaria hatten es spannend gemacht im Stechen, dass sie mit zwei sicheren Nullrunden in den beiden Umläufen erreichten. Vier Reitern insgesamt war das gelungen, McLain Ward hatte als erster Reiter mit einer fehlerfreien Runde in 41,02 Sekunden vorgelegt. Martin Fuchs unterlief ein Abwurf, seine Zeit von 39,03 Sekunden allerdings zeigte, was möglich wäre. Thieme ritt als dritter Teilnehmer ein. Beide Reiter vor ihm hatten von Sprung eins auf zwei sechs Galoppsprünge gemacht, von zwei auf drei acht. Thieme machte sieben und neun. Auch zur zweifachen Kombination hin verlor er etwas Zeit. „Ich wusste, mit den letzten beiden Sprüngen muss es hinhauen, ich bin etwas hintendran. Aber meine Stute ist sehr wendig und verliert wenig Zeit am Sprung. Daher wusste ich auch, es ist noch nicht vorbei.“ Die Wendung auf den vorletzten Sprung, ein Oxer, gelang perfekt, hier war Fuchs der Fehler unterlaufen. Der Weg zum letzten Steilsprung wurde lang und länger. „Chakaria kam immer mehr zurück und ich hatte das Gefühl, wir kommen gar nicht an. Aber dann ging es doch und es hat gereicht“, meinte er immer noch ungläubig. 39,77 Sekunden, das war der Sieg. In den letzten Wochen, in La Baule und auch im Nationenpreis in Aachen habe er sich aufgrund der bevorstehenden Nominierung für Paris zu viel Druck gemacht. „Ich wollte es zu sehr, meine Frau meinte schon, du bist nicht derselbe, machst keine Witze mehr“, gab er zu. Als für ihn klar war, dass er aufgrund der Fehler im Nationenpreis und einer Doppelnull gelieferten Jana Wargers Nummer fünf im Team sein wird, sei der Knoten geplatzt. „Ab da hat sich etwas verändert und dann wurde es immer besser. Ich hätte nie gedacht, dass ich als Ossi hier mal den Großen Preis gewinne. Wenn ich zwei Jahre älter wäre, würde ich jetzt vielleicht aufhören“, meinte er lachend.
McLain Ward unterdessen freute sich, nun im Großen Preis wenigstens einmal vor Richard Vogel platziert zu sein, auch wenn es für den Sieg knapp nicht gereicht hat. Es war die ganze Woche über ein Running Gag zwischen den beiden, dass Vogel stets etwas besser war. Beide kennen sich gut aus den Monaten, wenn Richard Vogel in Amerika weilt und dort trainiert. Auch vor seinem Start nutzte Vogel die Gelegenheit, seinen Freund noch kurz um Rat zu fragen. Nächste Station für die beiden, wenn auch für unterschiedliche Nationen, wird nun Paris sein.
Ähnliche Meldungen
Warte mal kurz...
Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.