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von Maria Jürgens am Mittwoch, 03.07.2024 um 16:22

CHIO Aachen: Richard Vogel sahnt ab

Richard Vogel mit Nachwuchspferd Levi Noesar.  /  © Lafrentz

Der Sieg schien ihnen so gut wie sicher: Der Ire Denis Lynch und sein zwölfjähriger Cornet Obolensky-Sohn Cornet’s Iberio hatten als sechstes Paar mit 62,33 Sekunden die Führung übernommen im Preis des Handwerks und behielten sie bis fast zum Schluss. Aber eben nur fast. Denn dann waren Richard Vogel und der belgische Corydon-Sohn Phenyo van het Kayserbos als viertletztes Paar an der Reihe und schnappten Lynch in 61,43 Sekunden den Sieg vor der Nase weg.

Dabei ist Aachen erst das dritte gemeinsame Turnier für Richard Vogel und seinen erst neunjährigen Phenyo van het Kaiserbos. Trotzdem passte gerade Aachen perfekt in den Plan. „Wir sind ein recht neues Paar. Aber ich bin ganz begeistert von ihm, weil er in recht kurzer Zeit einen Riesenfortschritt gemacht hat, und ich erhoffe mir viel von ihm. Hier in Aachen gibt es Gott sei Dank auch Springen wie jetzt dieses (den Preis des Handwerks), das noch nicht zu hoch ist, also auf 1,45 Meter-Niveau, und daher eher auf das Tempo und nicht nur die Höhe ausgelegt ist. Das tut Phenyo auf dem Ausbildungsstatus, auf dem er gerade ist, ganz gut. Dann kann er hier erst einmal reinschnuppern auf solchen Turnieren und in solchen Arenen. Da ist er vorher noch nie gesprungen. Von daher sind wir überglücklich, wie er das heute schon absolviert hat und dass wir auch schon an die Zeit denken konnten und nicht nur versuchen mussten, null zu sein.“

Auf Sieg geritten war er dennoch nicht. Er wollte seinem Sportpartner einfach die bestmögliche Erfahrung in seinem ersten Aachen-Parcours geben: „Phenyo ist sowieso sehr grundschnell. Dann haben wir einfach versucht, nicht zu weit rauszugehen in den Wendungen. Er mag es eh eher mit etwas höherer Grundfrequenz zu gehen, weil er von Natur aus vielleicht nicht das allerletzte Springvermögen hat. Von daher war das nach seinem Geschmack, würde ich behaupten und hat ihm mehr Spaß gemacht, als wenn wir viel langsamer galoppiert wären. Dann hätte er es an den Oxern vielleicht sogar ein bisschen schwerer gehabt.“ Was aber nicht heißen soll, dass er in Zukunft nicht auch größere Aufgaben für Phenyo sieht. „Generell erhoffen wir uns viel von ihm, auch dass er hier nächstes Jahr oder übernächstes Jahr vielleicht auch ein Loch – oder zwei – höher gehen kann.“

Für Richard Vogel war es die dritte Top drei-Platzierung bei drei Springen beim CHIO Aachen 2024. Gestern war er jeweils Zweiter, heute nun der Sieg mit Phenyo. „Das würden wir gerne so beibehalten“, grinst Vogel, fügt aber gleich darauf hinzu: „Das wird uns nicht gelingen, aber bislang läuft es sehr gut. Alle Pferde sind super drauf, springen sehr gut und ich versuche, dass ich gut reite und meine Pferde nicht im Stich lasse. Dann haben wir glaube ich noch die eine oder andere Schleife zu holen hier.“

Am Eröffnungstag war Richard Vogel mit seinem flinken Fuchs Cydello über 1,45 Meter Zweiter gewesen. Und auch im Youngsters Cup wurde es Rang zwei: Dort hatte er den achtjährigen KWPN-Wallach Levi Noesar gesattelt.

Alia Knack Neunte im U25-Springpokal Finale

Im U25-Springpokal ist unterdessen Alia Knack mit ihrem Championatspferd Vigo’s Cornetta dabei. Dem Paar unterlief an Tag eins ein Abwurf, auch im Finale fiel eine Stange. Damit wurde es Rang neun. Der Sieg ging an Enno Klaphake. Schon in weniger als zwei Wochen beginnt die Jugend-Europameisterschaft in Kronenberg, zu der Alia Knack als einzige baden-württembergische Teilnehmerin reisen darf.

Simone Pearce auf Rang sechs im Prix St.Georges

Im Dressurviereck ist heute Simone Pearce im Prix St.Georges gestartet. Sie saß auf Fine Art von Bellin, ein zehnjähriger Fidertanz-Sohn. Der Rappe hat sehr viel Bewegungsqualität, ist überaus elastisch und mit viel Go ausgestattet. Aufgrund seines jungen Alters und sicherlich noch Defizite, was die Kraftentwicklung angeht, war er hin und wieder noch nicht ganz ausbalanciert. Die Schritt-Pirouetten waren etwas eilig und schnell gedreht, noch nicht aktiv getreten, auch könnte der Rappe sich im starken Schritt noch mehr dehnen. Bei den fliegenden Galoppwechseln zu vier Sprüngen verzählte sich die Reiterin einmal und ritt fünf statt vier. Schlussendlich wurde es Rang sechs mit 68,794 Prozent.

 

Maria Jürgens (Redaktionsleitung)

Nach dem Volontariat bei der Tageszeitung zum Pferde-Journalismus gekommen. Am liebsten im Springsattel und auf den Geländeplätzen unterwegs. Die vielseitige Ausbildung liegt ihr sehr am Herzen. Unser Ass für alle Fragen rund um Pferdehaltung, Fütterung und Gesundheit.

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