Pforzheim – Werbung für den Dressursport
Es war eine gelungene Präsentation von Dressurreiten am Samstagabend in Pforzheim. Der internationale Dressurrichter Gotthilf Riexinger kommentierte jeden Ritt der Grand Prix-Kür vor einer voll besetzten Zuschauertribüne. Die Besucher bedankten sich mit Applaus und großer Aufmerksamkeit – auch wenn es nur vier Paare waren.
Zuvor hatte der Reutlinger Dressurexperte im Gespräch mit dem Reiterjourmal den Besuchern das Reglement und die Besonderheiten des Kür-Reitens nähergebracht. Turnierchef Christian Kraus, immerhin Sprecher der Turnierveranstalter innerhalb der LK, freute sich: „So macht man Werbung für den Dressursport.“
Am Ende holte sich die Hessin Anja Plönzke mit dem 17-jährigen Tannenhofs Fahrenheit souverän und überlegen den Sieg ab. Mit über 78 Prozent der Punkte nach einer denkbar schwierigen Kür ohne Programmfehler war der Sieg verdient.
Wieder – wie in den vergangenen Wochen öfter - war es zum Duell von Anja Plönzke und Meike Lang gekommen. Meike Lang zeigte mit ihrem Württemberger Riesen Ferrabeau eine spannende Kür zu den Klassikern des Elvis Presley. Einige kleine Programmfehler und nicht so mühelose Piaffen trübten die A-Note, ansonsten beeindruckte der große Dunkelbraune aber wieder das Publikum.
Andreas Platzdasch aus Renningen hatte die Kür mit einer soliden Vorstellung eröffnet. Der elfjährige Donadieu zeigt sich sehr durchlässig, aber bei den außergewöhnlichen hohen Temperaturen auch ein bisschen matt, seine Piaffen und Passagen sind aber von einem guten Gleichmaß geprägt. Er landete schließlich auf Rang vier hinter Ann-Kathrin Lachemann im Sattel der selbst ausgebildeten elfjährigen Stute Clara Korn; es war die erste gemeinsame Grand Prix-Kür der beiden, die sich gerade im Drei-Sterne-Bereich etablieren.
Interessant dabei: Die 25-jährige Dressurbereiterin des Stalles Deuerer präsentierte ihre Stute in exakt der Kür, die ihr Ausbilder Oliver Luze vor etlichen Jahren mit seinem Hengst Carabas geritten hatte. Clara Korn ist eine Tochter des Carabas, Oliver Luze ist heute Lachemanns Coach. Spannend dabei: Musik und Choreografie, Disney-Melodien aus der Kreativwerkstatt des Olympia-Soundisten Markus Hinzke, wirken heute noch so prickelnd und modern wie damals. Und dann das noch: Markus Hinzke saß in Pforzheim selbst am Mischpult – so sieht man sich wieder in der Dressurszene. Foto: D. Matthaes
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