Datenschutzeinstellungen

Ihre Zufriedenheit ist unser Ziel, deshalb verwenden wir Cookies. Mit diesen ermöglichen wir, dass unsere Webseite zuverlässig und sicher läuft, wir die Performance im Blick behalten und Sie besser ansprechen können.

Cookies werden benötigt, damit technisch alles funktioniert und Sie auch externe Inhalte lesen können. Des Weiteren sammeln wir unter anderem Daten über aufgerufene Seiten, getätigte Käufe oder geklickte Buttons, um so unser Angebot an Sie zu verbessern. Mehr über unsere verwendeten Dienste erfahren Sie unter den "Cookie-Einstellungen".

Mit Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich mit der Verwendung dieser Dienste einverstanden. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit mit Wirkung auf die Zukunft widerrufen oder ändern.

von Roland Kern am Sonntag, 24.03.2024 um 11:22

Oskar Schmidt lebt nicht mehr

Er war seiner Zeit oft voraus. Als Springreiter, als Pferdezüchter, als Landwirt mit Pferdebetrieb – und jetzt musste er viel zu früh gehen. Oskar Schmidt, Pferdemann mit Leib und Seele aus der Pferdegemeinde Heddesheim bei Mannheim, ist wenige Jahre vor seinem 77.  Geburtstag nach längerer Krankheit verstorben.

Für die jungen Reiter aus der Region war er vor allem in den 80er- und 90er-Jahren ein Vorbild, auch weil er immer einen lustigen Spruch auf den Lippen hatte. Die Redewendung  „frech wie Oskar“ hätte auf ihn bezogen sein können.

Im Parcours, wo er fast nur selbst gezüchtete Pferde ritt, gab es für ihn nur eine Richtung: schnell nach vorne. Er war Seriensieger in A-, L- und M-Springen. Immer hatte man das Gefühl, seine Pferde geben alles für ihn.

Oskar Schmidt war ein Bauernsohn, benannt nach seinem Vater, der auch schon diesen Namen trug. Oskar Schmidt sen. war Gründungsmitglied des Pferdezucht-, Reit- und Rennvereins, der dieses Jahr sein 100. Bestehen feiert. Oskar Schmidt jun. hat  Pferde noch vor dem Pflug erlebt, damals im Tabakfeld.

Dann züchtete er als junger Mann Pferde aus Württemberger Zucht, meistens mit Marbacher Blut. Da war er bodenständig, während andere seinerzeit schon mit Holsteinern ihr Glück versuchten. 1967 kam die Rappstute Ramona zur Welt, eine Enkeltochter des berühmten Julmond, vier Jahre später deren Tochter Rivalin, wieder mit Julmond-Blut, aber auch dem Vollblüter Ferro xx in dritter Generation als Veredler. Diese beiden Stuten, die sich glichen wie ein Ei dem anderen, wurden die Stammstuten der Schmidtschen Zucht, aus der Siegerstuten wie Harmony (geb. 1976, mit der Schimmelfarbe ihres Vaters Himmelstürmer) stammten und sogar ein gekörter Hengst: Probst aus der Ramona von Prunk/Pregel, 1981 zur Welt gekommen und unter Christiane Eberwein bis zur schweren Klasse im Sport erfolgreich.

Oskar Schmidt war ein schlauer Kerl. Schon vor 30 Jahren baute er seinen Bauernhof in Sichtweite zum Reiterverein zum Pferdebetrieb um, bot passende Bedingungen für Sportreiter.

In den letzten Jahren, als das Atmen schon nicht mehr so leicht fiel, nahm er am Geschehen aufmerksam Anteil und lernte zu schätzen, wie seine fleißige Frau Ursula sowie sein Sohn Thomas und dessen Frau Sabine sein Lebenswerk fortsetzen. In der vergangenen Woche nahmen zahlreiche Reiterfreunde Abschied am Grab von Oskar Schmidt, einem Reitersmann, der mit seiner Biografie und seiner ganzen Art für die Entwicklung des Sports in der Nachkriegszeit stand. 

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Roland Kern (Redaktion)

Der Ruhepol der Redaktion, der im Notfall immer noch eine Lösung parat hat. Die Stimme (The Voice) von Reiterjournal-TV, hat selbst Pferde bis zur Klasse S ausgebildet und kennt keinen Feierabend.

Bewerten
  • - nicht gut
  • - sehr gut
Übersicht
×
Reiterjournal Special

Warte mal kurz...

Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.

gleich gehts weiter...