Vom Bodensee durch ganz Europa
Es war ein Fest der Pferde, wie es vielfältiger, bunter und unterhaltsamer kaum sein kann: Knapp 4000 begeisterte Besucher sahen am Freitag und am Samstagabend bei der Messe Pferd in Friedrichshafen jeweils einen Gala-Abend, der die ganze Spannung des Pferdes zusammenfasste. Angesichts der Vorführungen, die große Harmonie zwischen Mensch und Pferd darstellten, stieß die im Vorfeld der Messe geäußerte Kritik von PETA auf großes Unverständnis und Verärgerung.
Es war ein Höhepunkt der großen Messe, die in diesem Jahr sowieso ein neues Kapitel einer Erfolgsgeschichte schreibt. Am Sonntag geht es weiter mit dem 8er-Team-Finale des Reiterjournals und hochklassigen Demo-Trainings, unter anderem bei keinem Geringeren als Otto Becker, dem Cheftrainer der deutschen Springreiter.
Auch Messe-Projektleiterin Jana Roth zog bereits ein positives Zwischenfazit vor dem Endspurt am Sonntag. Für die Partner und Aussteller bescheinigte Reiterjournal-Verleger und Matthaes-Medien-Chef Hugo Matthaes: „Die Pferd Bodensee ist für mich die Messe der Messen.“
Der Showabend war, wie Moderator Toni Kreidel aus Tirol am Anfang versprach, eine Reise mit Pferden durch ganz Europa. Er versprach nicht zuviel. Die Reise, zusammengestellt von Resi Dangel, war ein Ausflug in die europäische Geschichte und Kultur des Pferdes.
Pferde und Menschen als ziemlich beste Freunde
Herrschaftlich hat es begonnen. Majestätisch mit einem sechsspännigen Schimmelgespann aus lässigen Kladrubern aus dem tschechischen Nationalgestüt Kladruby, auf dem Kutschbock der tschechische Championatskutscher Jiri Nescavil. Dann besteht Messe-Projektleiterin Jana Roth ihre Bewährungsprobe als Tierdompteurin, als Karl Fischer seine Adler durch die Halle gleiten lässt; stellvertretend für weiße Friedenstrauben, die man angesichts der Kriege auf der Welt derzeit vermisse, wie Moderator Toni Kreidel anmerkte. Jana Roth fängt die kraftvollen Greifvögel sicher auf. Die sprichwörtlichen „Könige der Lüfte“ machen sich offensichtlich einen Spaß daraus, knapp über den Köpfen der Zuschauer auf den Rängen zu segeln. Mancher Pferdefreund zieht erschrocken den Kopf ein.
Die Reise geht weiter nach Frankreich, woher die berühmten Camarque-Pferde stammen, rassig herausgebracht vom Team Soumille. Von dort weiter nach Österreich, der Heimat des Moderators: Das Team Schlöglhofer bringt eine junge und fesche Generation von Fahrsportlern an den Start.
Gänsehaut verursacht die Europa-Quadrille, bei der Hengste der berühmten Landes- und Nationalgestüte gemeinsam die Arena betreten: Marbach, Schwaiganger, Ebbs in Tirol, und Kladruby in Tschechien. Toni Kreidel geleitet mit österreichischem Charme die Besucher durch weitere Länder und Themen, etwa zu den Gladiatoren ins alte Rom und in den tiefen Wald, wo die Holzfäller wie eh und je mit Pferden arbeiten. Auszubildende des Haupt- und Landgestüts in Marbach schwangen als Schwarzwaldmädels das Tanzbein. Das war große Klasse!
Was wäre ein Show-Abend ohne ein Ausflug in die Zirkusmanage: Das Team Sefer/Ferreira bietet atemberaubende Akrobatik und vollendete Harmonie – der coole Kaltblüter mit der zauberhaft weißen, fast bodenlangen Mähne und dem wippenden Schopf galoppiert sich in die Herzen der Besucher. Französische Pferde-Artisten, in ihrem Heimatland mehrfach preisgekrönt. Da sind Menschen ziemlich beste Freunde der Pferde – und umgekehrt!
Unverständnis über Peta
In diesem Zusammenhang: Wieder einmal auf großes Unverständnis stieß bei den Pferdefreunden ein Vorstoß der selbst ernannten Tierschutz-Organisation Peta, die den Veranstaltern vorwirft, Pferde zur Schau zu stellen. „Wir würden gerne mit diesen Leuten uns Gespräch kommen und ihnen beweisen, wie hier alles im Sinne des Pferdes organisiert ist, aber sie kommen ja nicht, um sich selbst ein Bild zu machen“, wunderte sich Messe-Projektleiterin Jana Roth. Vor allem weil die Messe ja einen klaren Schwerpunkt bei Tierwohlthemen lege, sei man über die Vorwürfe besonders verwundert.
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