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Samstag, 18.11.2023 um 10:29

Andreas Brünz lebt nicht mehr

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Er hatte wieder Hoffnung – fast bis zum Schluss. Jetzt hat er den Kampf gegen den Krebs doch verloren. Andreas Brünz, Springreiter und Turnierveranstalter aus Waldachtal-Salzstetten ist am Freitagmittag im Krankenhaus in Tübingen im Kreis seiner Familie verstorben. Die Nachricht verbreitete sich zunächst in der Stuttgarter Schleyer-Halle während des German Master-Turniers und löste große Bestürzung aus. Andy Brünz wäre in wenigen Tagen 59 Jahre alt geworden. Die Reiter im Land trauern mit seiner Familie.

Es war im Jahr 2008, da schrieb er Pferdesportgeschichte. Sensationell siegte er in der Mannheimer „Badenia“ und platzierte sich mit dem früheren Bundeschampion Lumos bei wichtigen internationalen Turnieren. Da wurde die Reiterwelt aufmerksam auf den „Konditormeister aus dem Schwarzwald“, wie es überall hieß. Die Fotos, wie er sich freuen konnte, bleiben unvergessen. Er riss die Kappe vom kahlen Kopf und ließ sich feiern.

2009 bekam er das Goldene Reitabzeichen verliehen. Über zehn Jahre gehörte Andy Brünz als Springreiter der Landesspitze an, Der große Rappe Balam war später sein Erfolgspferd. In seinem Sattel siegte er unter anderem in einer BW-Bank-Qualifikation in Ichenheim und startete im Stuttgarter Finale. Seine Eltern Roland und Marlene Brünz waren seine liebevollsten Fans und größten Förderer. Kurt Maier und Timo Beck waren mehr als nur Trainer; sie waren Ratgeber, Unterstützer und gute Freunde. 

Er setzte sich auch noch nach mehreren Bandscheibenvorfällen in den Sattel, den er auch mal unfreiwillig verließ, riskierte sogar eine bleibende Verletzung. Aber das zeigte nur, was ihm das Reiten und der sportliche Erfolg bedeutet hat. Es war sein Leben.

Nach seiner aktiven Laufbahn baute er immer weiter die familieneigene Reitanlage zwischen den Wäldern und Hügeln des Schwarzwaldes zu einem Reitsportzentrum aus, gab jungen Reitern eine Chance, wie Sönke Aldinger und Alina Hertwig. Typisch für Andy Brünz: Als andere während der Corona-Pandemie ihre Veranstaltungen absagen mussten, baute er sein Hausturnier in Waldachtal zu einem der größten und wichtigsten Turniere des Landes aus, geprägt von der Großzügigkeit und Großherzigkeit der Familie Brünz, aber auch von einem Team, in dem jeder für Andy durchs Feuer gegangen wäre. Andreas Brünz war ein freundlicher und zugewandter Mensch, der viel, laut und ansteckend lachen konnte. Auch über sich selbst. Er lebte gerne und am liebsten gut. Er wollte, dass die Menschen um ihn herum fröhlich sind. Obwohl man manchmal ahnte, dass es in seinem Innern auch mal anders aussah.

Wenige Wochen vor seinem diesjährigen Turnier im Juli erkrankte Andy Brünz an Leukämie. In seinem Sinne zog seine Familie die Veranstaltung in der gewohnten Qualität durch, sein Bruder Dirk unter Aufbietung aller Kräfte - für Andy, der im Krankenhaus lag, teilweise ohne Bewusstsein. In dieser Familie achtet man aufeinander und fühlt sich dem Reitsport verpflichtet. Schon damals war es nicht gut bestellt um seine Gesundheit, man musste bangen. Nun ist ein Leben für die Pferde viel zu früh zu Ende gegangen.     Roland Kern

 

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