Bangen um Dawson
Die Springreiterszene im Land drückt die Daumen für den Amateur-Springreiter Sven Speidel und seinen kleinen Fuchswallach Dawson. Der 15-jährige Holländer, ein Springwunder voller Herz und Kampfgeist, musste in der Nacht von Freitag auf Samstag wegen einer schweren Kolik mit Darmverschlingung operiert werden. Er ist noch nicht überm Berg. „Ich hoffe und bete“, erklärte der 47-jährige Reiter gegenüber dem Reiterjournal, „er wird es schaffen, er ist ein Kämpfer“.
Speidel und Dawson gelten im Land als Spezialisten für den BW-Bank-Cup der Springreiter, spätestens seit der Werkzeugmacher-Meister von der Ostalb im Corona-Jahr 2020 ohne Finale der Ranking-Führende nach vier Qualifikationen war – der ungekrönte Hallenchampion.
In diesem Jahr hatte sich der Springreiter nach einer Verletzungspause seines treuen vierbeinigen Freundes noch einmal Hoffnungen gemacht. Es sah gut aus. Auch in der Einlaufprüfung am Freitag auf den Immenhöfen.
Dann wurde alles anders. Dawson zeigte schnell starke Koliksymptome. Sein Reiter und Besitzer zögerte keine Sekunde, als klar war, dass eine OP nötig würde, um das Leben des nur 1.58 Meter großen kleinen Kämpfers zu retten. Die OP kann als geglückt bezeichnet werden. „Aber er ist noch nicht überm Berg“, bangte der Springreiter am Sonntagabend.
Sven Speidel und Dawson gelten in der Landesszene als leuchtendes Beispiel für ein eingespieltes Pferd-Reiter-Gespann, bei dem der eine für den anderen durch Dick und Dünn geht. Der Wallach wuchs im Wettbewerb immer wieder über sich hinaus, kämpfte für seinen Reiter wie ein Löwe. Mit ihm gemeinsam schaffte Speidel auch das Goldene Reitabzeichen, das ihm 2021 im Sommer verliehen worden war. Jetzt bangen und bibbern seine Kollegen an seiner Seite um das Ausnahmepferd (rok/Foto: D. Matthaes)
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