Baden-Württembergische EM-Kandidaten im Fokus: Marie Bernhard
Nach der EM ist vor der EM: Diese Woche steht schon die nächste Europameisterschaft vor der Tür und vom 18. bis 23. Juli wird bei der Nachwuchs-Europameisterschaft der U14- und U18-Dressurreiter um Medaillen gekämpft. Marie Bernhard vertritt in Kronberg im Children-Team die deutschen Farben und natürlich wollen wir auch sie vorstellen. Wir haben Marie Bernhard zu Hause besucht. Die komplette Homestory können Sie nun kostenlos online lesen!
5000 Kilometer
(aus Reiterjournal Ausgabe 8/2023, von Ann-Kathrin Brodbeck)
Wer Marie Bernhard auf die Ereignisse der letzten Wochen und Monate anspricht, der sieht in ein ungläubiges Gesicht. „Ich kann es noch gar nicht so recht glauben“, grinst die 13-jährige Gymnasiastin verlegen.
Rückblick in den März: Kurz vor dem Dressur-Sichtungsturnier des Landesverbandes in Balingen fällt Marie Bernhards eigentliches Pferd Kiandra verletzungsbedingt aus. Die Familie switcht kurzerhand um. For Rock G., der bis dato von Mutter Yvonne Bernhard erfolgreich bis zur schweren Klasse vorgestellt wurde, soll einspringen. Eine gemeinsame Trainingseinheit haben die beiden noch, dann geht es auch schon los. Ihr erstes gemeinsames Turnier sollten die beiden nicht ohne eine Schleife verlassen. Marie darf infolgedessen bei den Sichtungslehrgängen zum Preis der Besten teilnehmen, überzeugt, darf beim Sichtungsturnier in Kronberg reiten, überzeugt wieder. In Warendorf verpasst die Berufsreitertochter zwei Mal knapp die Platzierung, es reicht aber dennoch für ein Ticket zu den Future Champions. Mit Rocky wächst Marie immer besser zusammen. In Ladenburg gewinnen die beiden zunächst eine Etappe des Nürnberger Burg-Pokals, nur wenige Tage später platzt der Knoten beim ersten internationalen Start in Hagen endgültig. Zwei Siege mit echten Traumnoten beim Future Champions-Turnier bescheren Marie Bernhard verdientermaßen das Ticket für die vom 19. bis 23. Juli anstehenden Europameisterschaften der Children (und Junioren) auf Gestüt Schafhof in Kronberg. „Unfassbar“, versucht Vater Alfred Bernhard die richtigen Worte zu finden. „Ich habe mir kürzlich den Spaß erlaubt und alle Fahrten zusammengerechnet, die wir in den letzten Monaten zurückgelegt haben. 5000 Kilometer waren es.“ Ein weiter Weg, doch er sollte sich lohnen.
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