Zeutern: Mondrians Auftritt
Vielleicht werden die paar Hundert Besucher des Zeuterner Dressurturniers an Ostern in ein paar Jahren sagen können: „Wir waren dabei.“ Dabei, als dieses Pferd die Bühne betrat. Spannend wird es dann, wenn dieser achtjährige Mondrian von Millenium/Benetton Dream einmal große internationale Aufgaben bewältigt; vielleicht sogar Championate. Es ist alles drin. Vielleicht sagt man einmal, in Zeutern hat alles angefangen.
Mondrian, achtjähriger Hannoveraner und seit letztem Jahr mit vollständigem Namen Gut Wettlkams Mondrian, hatte zum Abschluss der Zeuterner Dressurtage einen atemberaubenden Auftritt unter seiner durchaus reiterlich gestärkten Lisa Müller. Sie war extra am Ostermontag mit ihrem Coach Götz Brinkmann aus Oberbayern in die badische Provinz gereist, um den langbeinigen Dunkelbraunen dort im Grand Prix vorzustellen. Das sind dreieinhalb Stunden Fahrt. Ohne Stau.
Aber die Reise hat sich gelohnt. Mondrian zeigte eine Aufgabe voller Höhepunkte, in seinem Körper steckt so viel Beweglichkeit, so viel „Gummi“, schon die Traversalen erzeugen beim Betrachter Gänsehaut, dann erst die Passagen – und eigentlich alles! Mit acht Jahren muss der Wallach noch Unsicherheiten zeigen, bisweilen im Takt und immer mal wieder in der unsteten Anlehnung. Aber die Experten am Zeuterner Viereck waren sich einig: das ist ein Weltpferd! Eines, das übrigens in Baden-Württemberg entdeckt und gefördert worden ist: von Alexandra und Ulrike Stadelmayer in Geislingen. Es ist nicht das erste Pferd, dem sie nach der Methode des unvergessenen Fritz Stahlecker das Tanzen gelehrt haben. Lisa Müller gehört zu den wenigen, die diese Pferde weiterhin zum Glänzen bringen.
Im Zeuterner Grand Prix reichte es für Lisa Müller und Mondrian noch nicht zum Sieg, dafür war Janina Kahl mit ihrem 14-jährigen Rappen Emilio einfach zu versiert; der kompakte Schwarze absolviert den Grand Prix wie an der Schnur gezogen; die Vorstellung bestach durch Leichtigkeit und spielerische Perfektion. Trotz eines Fehlers in den Einerwechseln; aber denn musste Lisa Müller auch hinnehmen.
Alles in allem war es Top-Sport zum Finale der Zeuterner Dresssurtage an Ostern – einem perfekt organisierten Turnier. Thomas Wagner belegte mit Filigrano Marone Rang drei vor der sorgfältigen Ann-Kathrin Linder mit Lord of Dance, der Bayerin Laura Ponnath mit Fifty-Fifty und Katrin Burger mit ihrem Lusitano Incrivel. Sehr achtbar schlug sich die Brettenerin Anett Böhm mit Manfred Quecks Blackmoney auf dem Platz der ersten Reserve.
Am Schlusstag in Zeutern wiederholte die 26-jährige Journalistin und Kommunikations-Expertin Mona Bimmel auf ihren schicken Fabricio von Nymphenburg in der Amateurtour ihren Erfolg vom Vortag. Dabei reichte sogar eine sichere und eher zurückhaltende Runde für 71,27 Prozent. Damit fing sie kurz vor Ende noch die Karlsruherin Christina Berghaus-Kohoutek ab, die mit dem Württemberger San Salvador immer besser zurechtkommt. Ihr erster S-Sieg liegt jetzt schon eine Weile in de Luft.
Mit 72,6 Prozent überlegen sicherte sich Ann-Kathrin Lindner mit dem siebenjährigen Westfalen das Finale der Jungpferde-Tour (rok/Fotos: D. Matthaes).
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