Alina Rosenberg: "Es kann nur noch besser werden!"
So richtig hat keiner verstanden, dass heute schon die erste Entscheidung bei den Para-Reitern anstand. Eine Einzelentscheidung. Anders als sonst, wo es mit dem Teamwettbewerb los ging, hatten die Paras also heute bei der EM in Göteborg ihre erste Medaillenentscheidung - noch vor der Eröffnungsfeier. Die Medaillen werden dann aber erst morgen vergeben. Komisch. Auch die deutsche Equipe kann sich mit dem neuen Format nicht so richtig anfreunden. Unsere Konstanzer Reiterin Alina Rosenberg auf dem achtjährigen Nea's Daboun erzählte: "Man ist jetzt ganz alleine auf sich gestellt gleich zu Anfang. Sonst hatte man drei Reiter, die es noch herausreißen können!" Das wäre Rosenberg, die seit ihrer Geburt an einer spastischen Diplegie in Beinen, Schultern, Nacken und Armen leidet, an diesem Tag recht gewesen. Denn die Grade II-Reiterin konnte nicht ihr volles Potenzial herausreiten. Mit 68,470 Prozent blieb sie deutlich unter den Erwartungen. Einmal war ihr der erst achtjährige Dressage Royal-Sohn angaloppiert, einmal nahm er ihr das Schenkelweichen vorweg. Das waren teure Fehler. "Es kann jetzt nur noch besser werden morgen", nahm es Alina Rosenberg mit Humor, die aber auch zugab, den Druck deutlich gespürt zu haben. Die Goldmedaille in der Einzelwertung der Grade II-Reiter ging an den Titelverteidiger Pepo Puch aus Österreich mit Fontainenoir mit 73,382 Prozent.
Alina Rosenberg, die gesundheitlich etwas beeinträchtigt in den Wettbewerb ging, weil sie sich durch die Klimaanlage im Flieger eine Erkältung mit Halsschmerzen zugezogen hat, fand nur lobende Worte für den Veranstalter: "Ich glaube, ich habe noch nie ein so gut organisiertes Turnier erlebt wie dieses." (mos)
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