Rolf Ruch lebt nicht mehr
Er war ein Urgestein des Pferdesports in Baden-Württemberg, oft kritisch – auch mit sich selbst - manchmal unbequem, immer ehrlich. Und er wird fehlen, vor allem seinem Heimatverein in Schwaigern bei Heilbronn. Rolf Ruch ist vor wenigen Tagen im Alter von gerade mal 70 Jahren verstorben. Er war Jahre lang Vorstand und „Macher“ im Reiterverein Schwaigern, einerseits bodenständig und konservativ, beim Pferdesport aber innovativ und mutig. Ein Visionär.
Man kann sich noch gut daran erinnern, wie er oberhalb seines Turnierplatzes saß, fast thronte, weil er schon eine Weile nicht mehr so gut zu Fuß war, die Besucher seines Turniers aus dem Augenwinkel musternd. Funktionäre und Journalisten wurden mit einem knappen Nicken begrüßt, die normalen Menschen mit ehrlicher Herzlichkeit. Rolf Ruch redete niemandem nach dem Mund.
Schon im vergangenen Jahrhundert war er die treibende Kraft einer verbandskritischen Interessengemeinschaft der Turnierveranstalter. Das Projekt scheiterte, weil nicht alle so furchtlos waren wie der gewichtige Mann aus Schwaigern.
Zu dieser Zeit baute Ruch, der über seine Tochter zur Reiterei kam und selbst nie geritten ist, den Reiterverein Schwaigern zu einem führenden Turnierstandort des Landes aus. Auf dem großen Rasenplatz wollten alle reiten (was vor wenigen Jahren nachließ – und ihn wirklich ärgerte). Er setzte damals schon um, was man sich heute an Kreativität wünscht: Shownummern, Eventcharakter, Unterhaltung, Spaß an den Pferden.
Junge Turnierfachleute bekamen in der Organisation ihre Chance und starteten eine professionelle Laufbahn, wie Event-Manager Hendrik Schulze-Rückamp und Meldestellenleiter Markus Kuhnle.
Dabei baute Rolf Ruch parallel den Vereinsbetrieb aus, vor allem die Basis und das Voltigieren. Schwaigern ist heute der größte Reiterverein im PSK Franken. Vereinsleben und Turniersport brachte er unter einen Hut. Gerade in diesen Zeiten könnte man Leute wie ihn gut gebrauchen! Roland Kern
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