Sensation in Stuttgart: Richard Vogel gewinnt den Großen Preis
Es war der fulminante Abschluss einer großartigen Turnierwoche und eine echte Sensation zugleich: Richard Vogel siegte im Sattel von United Touch S im Großen Preis von Stuttgart. Es war der erste Weltcup-Start überhaupt für den gebürtigen Oberschwaben. Noch mehr: Richard Vogel ist erst der zweite Baden-Württemberger überhaupt, der den Großen Preis von Stuttgart gewinnen konnte. Noch nie ist der amtierende BW Bank-Hallenchampion, auch wenige Tage später der Weltcup-Sieg gewonnen. Was in über dreißig Jahren Turniergeschichte keinem gelungen ist, gelang heute dem 25-jährigen Springpferdeausbilder vom Hofgut Dagobertshausen. Der Sieg in Stuttgart bedeute ihm unglaublich viel, ließ Vogel im Stadion-Interview verlauten. Bereits die ganze Woche hatte er unglaublich viel Support von Familie und Freunden hier erhalten, deswegen habe er heute „alles auf eine Karte gesetzt“. Auf die Frage, wie er dem enormen Druck standhalten konnte, antwortete der Springreiter des Mannheimer Reiter-Vereins gewohnt cool: „Ich habe mir vorgestellt nicht anders zu reiten, wie in einem normalen 1,40 Meter-Springen“.
39 Paare hatten sich in die Starterliste des 1,60 Meter-Springens eingeschrieben. Der Parcours von Christa Jung hatte es in sich, war aber dem weltklasse Niveau bestens angepasst. 13 Reiter schafften den Sprung ins entscheidende Stechen, zwölf von ihnen wurden platziert.
Den ersten Nuller des Stechens lieferte der Franzose Kevin Staut mit Viscotti du Telman. Als einer der ersten im Stechen hatte er Gas gegeben, aber noch nicht das letzte herausgeholt. Mit 37.90 Sekunden setzte Staut die erste Richtmarke. Er sollte die Führung innehaben, bis Richard Vogel zum großen Coup ausholte. Im Sattel von United Touch S setzte Vogel alles auf eine Karte, zog auf jeden Sprung voll durch. Der zehnjährige Westfalen Hengst von Untouched zögerte nicht einen Moment und machte alles möglich. „Er kann Häuser springen“ sagte Vogel im Anschluss an seine Wahnsinnsrunde und das tat er. Nach der Runde des mehrmaligen U25-Springpokal-Siegers gab es keinen Zweifel mehr, das geht nicht mehr schneller. Für Richard Vogel und United Touch S war es erst der vierte gemeinsame Turnierstart überhaupt. United Touch S machte in den letzten Monaten bereits als Vater zahlreicher sporterfolgreicher Springpferde auf sich aufmerksam. Beispielsweise bei den diesjährigen Bundeschampionaten, als fünf der acht Finalisten der fünfjährigen Springpferde seinem Namen im Pedigree trugen.
Weltmeister Henrick von Eckermann biss sich mit Iliana die Zähne an Vogels Zeit aus, der Schwede sollte letztendlich Vierter werden. Gefährlich wurde Vogel der Ire Denis Lynch. Mit Brooklyn Heights benötigte er 36.80 Sekunden, die beiden waren wahrlich schnell auf den Füßen. Zum Sieg fehlte allerdings immer noch über eine Sekunde. Den Jubel des Stuttgarter Publikums genoss er dennoch, im Anschluss an seine Runde trabte Lynch durch den Teich der Arena und ließ sich feiern. Im Programm folgte Steve Guerdat mit Dynamix de Belheme, auch der dreimalige Weltcup-Finalsieger ließ nichts unversucht, benötigte ebenfalls 36.80 Sekunden und wurde gleichermaßen Zweiter wie Lynch.
Der Große Preis von Stuttgart war auch in Hinblick dessen ein ganz besonderer, da gleich zwei Baden-Württemberger zum Startaufgebot des Stechens gehörten. Eigentlich drei, wenn man den von Ralf Pawlowski aus Heidenheim gezogenen Limbridge unter Jana Wargers auch noch mitzählt. Hansi Dreher zelebrierte zwei meisterliche Runden mit Elysium in die Bahn. Es sollte am Ende ein bärenstarker achter Platz werden. Jana Wargers und der Holsteiner Limbridge blieben ebenfalls doppel-null, sie wurden Siebte. (akb)
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