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Dienstag, 25.10.2022 um 13:47

Sie hinterlässt eine Lücke: Claudia Uecker lebt nicht mehr

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Ein Schmunzeln im Gesicht und stets einen lustigen Spruch auf Lager – ihre Lebensfreude ließ sich Claudia Uecker bis zum Schluss nicht nehmen. „Sie hatte immer den Schalk im Nacken“, erinnert sich Iris Keller, Präsidentin des Pferdesportverbands Südbaden. In der Ortenau war Claudia Uecker ein Urgestein unter den Reitlehrern, in mehreren Reitvereinen unterrichtete sie regelmäßig und war durch ihre liebevolle aber auch konsequente Art geschätzt. Ihr Unterricht war oft gespickt mit ihren einzigartigen Ideen: Wenn das Bein des Reitschülers zu unruhig war, klemmte sie mal flugs einen Geldschein zwischen Knie und Sattelblatt. Flatterte dieser davon, ging es eben eine Runde zu Fuß durch die Reitbahn. In die Springstunde durfte erst, wer freihändig ausbalanciert leichttraben oder das faulste Pony aus dem Schritt angaloppieren konnte. Doch wer bei Claudia Uecker ritt, schaffte das. Ihr war es immer ein großes Anliegen, mit Erfolgserlebnissen zu motivieren und auch die schwächeren Schüler zu fördern. Dabei war sie stets fair: „Sie hatte für alle Schüler ein offenes Ohr und machte keinerlei Unterschiede“, erzählt Iris Keller. Immer mit vollem Einsatz: Wenn Not am Mann war und die Eltern keine Zeit hatten, fuhr die engagierte Reitlehrerin ihre Schützlinge eben selbst zum Turnier.

Für die PSV-Präsidentin war sie auch eine der liebsten Kolleginnen auf dem Richterturm. Denn dort traf man Claudia Uecker an den Wochenenden ebenfalls regelmäßig an. „Punktespringen wollte jeder mit Claudia richten, sie rechnete schneller als der Computer.“ Immer dabei: ihre drei Huskys, mit denen sie in den Pausen spazieren ging. Unvergessen ihr spezieller Kaffeegenuss: schwarz mit sieben Stück Zucker.

Weil sie trotz ihrer Krankheit nicht auf die Turniere verzichten wollte, hatte sie sich ein Wohnmobil und ein Turnierfahrrad zugelegt, um etwas komfortabler unterwegs zu sein. Die Pferde und ihre Reitschüler waren das Wichtigste in ihrem Leben und diese wollte sie, obwohl die schwere Krankheit sie bereits deutlich gezeichnet hatte, keinesfalls missen. Sie war eine Kämpferin und bot der Krebserkrankung tagtäglich die Stirn. Im Kreis ihrer liebsten Freunde ist sie vor wenigen Tagen friedlich eingeschlafen. Claudia Uecker wird in der Reiterwelt fehlen! (mj)

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