Bronze bei den DJM: Auf Gut bleibt Verlass
Sie hatten es nicht leicht an diesem Wochenende, die Teilnehmer der Deutschen Jugend-Meisterschaften. Starke Regenfälle hatten nach den Dressurreitern am vergangenen Wochenende, auch die Parcoursspezialisten an diesem Wochenende wortwörtlich „ins Schwimmen“ gebracht. Nachdem zu Beginn des heutigen Finaltages die ersten Prüfungen noch stattfinden konnten, zogen die Verantwortlichen nach dem ersten Umlauf der Junioren die Reißleine und beendeten die laufenden Wettkämpfe vorzeitig. So kam es auch, dass die Finalprüfung der Jungen Reiter gänzlich abgesagt werden musste. Wie gut, dass Lea Sophia Gut sich bereits einen Medaillenrang an den Vortagen erkämpft hatte. Die amtierende Landesmeisterin hatte sich im Sattel von Canturia keinerlei Springfehler erlaubt. An Tag eins hatte Gut Rang vier mit der 13-jährigen Holsteiner Stute belegt, gestern blieben die beiden ebenfalls null und platzierten sich auf dem sechsten Platz. Lediglich mit den 2.35 Fehlerpunkten aus dem ersten Zeitspringen behaftet, sicherte sich das eingespielte Duo so die Bronzemedaille bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften. Lea Sophia Gut bewies in Verden erneut ihr starkes Nervenkostüm, überaus versiert ließ Gut keinerlei Zweifel im Parcours aufkommen, die Medaille also höchstverdient.
Auch Alia Knack und DSP Claus Peter spielten in der Altersklasse der Jungen Reiter vorne mit und dürfen sich letztendlich über eine Top Ten-Platzierung freuen. Das Duo aus Boll erlaubte sich ebenfalls keinerlei Springfehler und brachte sein Ergebnis aus dem Zeitspringen, 3.34 Punkte an der Zahl, ins Ziel, was im Endranking Platz acht bedeuten sollte. Julian Holzmann beendete die Wettkämpfe auf Rang 29, direkt dahinter folgte Annika Betz auf Platz 30. Für alle Teilnehmer gilt; natürlich hätten sie mit einer dritten Wertungsprüfung heute die Chance gehabt, sich weiter nach vorne zu arbeiten. Es hätte aber auch ganz anders ausgehen können, wie man am Beispiel der Junioren sah, wo allein der erste (noch stattfindende) Umlauf an diesem Sonntag das Klassement nochmal kräftig durcheinanderwirbelte.
Felicitas Funk und Cinderella kamen mit 4.52 Punkten aus dem ersten Zeitspringen. Am gestrigen Tag zauberte die junge Bereiterin des Gestüt Sengelen eine tadellose Nullrunde in die Bahn, was ihr Platz elf und eine Schleife einbrachte. Im Finale heute schien dann der Wurm drin. Nach zwei Stangen, die in den Sand gefallen waren, ging der Rhythmus der beiden verloren, vor einem schwarz-weißen Oxer parkte Cinderella dann zwei Mal. Funk verzichtete daraufhin auf die Beendigung des Parcours und schloss die Meisterschaften als beste Baden-Württembergerin auf Rang 27 ab. Ähnliches Bild auch bei Lina Heinzler und ihrem Calippo. Nachdem die Schützlinge von Sönke Aldinger gestern eine mords Runde in Verden gesprungen waren, sollte es heute für die beiden ins Finale gehen – das erste Zwei-Sterne-Springen für die 15-Jährige! Gleich an Sprung eins hatte der Casall-Sohn eine Stange in den Sand fallen lassen, danach lief es aber: Klippen wie die dreifache Kombination oder auch der offene Wassergraben waren kein Problem für die Junioren-Landesmeisterin, die darauffolgende Mauer allerdings schon. Tags zuvor war der vermögende Schimmel die tricky gestaltete Mauer noch ohne Probleme gesprungen, heute fand Calippo nicht den passenden Absprung und räumte die Mauer ab. Vernünftigerweise entschied Heinzler daraufhin auf die Beendigung des Parcours zu verzichten.
Die Mauer, die auf beiden Seiten zwei verschiedene Landschaftsmotive zeigte, sollte auch einer weiteren baden-württembergischen Juniorin bereits am gestrigen Tag zum Verhängnis werden. Karla Schumacher und Glasgow-O waren mit lediglich 2.88 Punkten aus dem ersten Zeitspringen vielversprechend ins Turnier gestartet. In der zweiten Wertungsprüfung gestern fiel zunächst eine Stange, nachdem das Duo holprig in die Dreifache gekommen war. An der besagten Mauer stoppte Glasgow-O, baute dabei die Mauer komplett ab. Es dauerte einige Minuten bis der Parcoursdienst das Puzzle der Mauerteile wieder zusammengesetzt hatte. Der Parcoursdienst hatte die Mauer zu allem Übel dann auch noch „falsch herum“ aufgebaut, so dass das falsche Motiv zu sehen war. Die Jury entschied, dass dies nochmals geändert werden musste, so verging weitere Zeit. Karla Schumacher und Glasgow-O konnten die Mauer letztendlich überwinden, wenn auch widerwillig und mit einem weiteren Fehler auf dem Konto. Hinzu kamen noch die Zeitfehler, weshalb die beiden dann auf Rang 38 die Meisterschaften beendeten. Elena-Malin Reitzner und Sebastian Honold ordneten sich dazwischen auf den Plätzen 32 und 34 ein, sie hatten das Finale der besten 30 denkbar knapp verpasst.
Einen Lichtblick gab es bei den Children für die schwarz-gelbe Mannschaft aus dem Ländle. Cecilia Huttrop-Hage und Due-Diligence lagen nach zwei Wertungsprüfungen sehr gut im Rennen, hatten lediglich den einen Zeitstrafpunkt aus der zweiten Wertungsprüfung auf dem Konto. Wie ärgerlich dieser sein sollte, stellte sich heute heraus. Die 14-jährige Amazone vom Hofgut Albführen blieb auch heute in beiden (!) Children-Umläufen ohne Fehler im Sattel ihres neunjährigen Holsteiner-Wallachs. Da dieses Kunststück aber auch sechs ihrer Konkurrenten gelungen war, die mit einer weißen Weste in den Finaltag gestartet waren, fand das Stechen um die Medaillen, ohne Cecilia Huttrop-Hage statt. Diese darf sich nun über einen starken siebten Rang im Feld der U14-Jährigen freuen. Colin Sorg schloss das Turnier auf Rang 16 des Endrankings ab. Nachdem Sorg mit jeweils einem Fehler aus den ersten beiden Wertungsprüfungen mit Ca Savio gekommen war, sollten heute zu Beginn gleich zwei Stangen fallen. Das Paar aus Fronhofen fand allerdings einen sehr versöhnlichen Abschluss, mit einer abschließenden Nullrunde im zweiten Umlauf sicherten sie sich eine Top 20-Platzierung unter Deutschlands Besten. Maximiliane Fimpel beendete die Deutschen Jugend-Meisterschaften auf Rang 38, für Chiara Berger hatten die Titelkämpfe nach Tag eins ein frühzeitiges Ende gefunden.
Bei den Ponys hatten es Cecilia Huttrop-Hage und Allegra Elisabeth Hüttig ins Finale geschafft, entschieden sich aufgrund der Witterungsverhältnisse allerdings gegen einen erneuten Start. Sie schlossen die Meisterschaften nach durchwachsenen Ergebnissen auf Rang 19 und 20 ab. Vroni Grüber und Elisabeth Maria Geisinger verweilten weiter hinten am Schluss des Feldes. (akb)
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