Überraschender Vorentscheid: Ole Gunzenhäuser zieht seine Präsidentschafts-Kandidatur zurück
In ziemlich genau vier Wochen wird der neue Präsident des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg gewählt und ein Nachfolger von Gerhard Ziegler festgelegt. Gang man bis heute Abend von einem Duell zweier zur Wahl stehender Kandidaten aus, ist nun klar: Nur Klaus Dieterich, Vorstand des Reiterverein Bietigheim-Bissingen, wird am 9. Mai zur Wahl stehen. Sein Gegner, Ole Gunzenhäuser, gab heute im Rahmen der Mitgliederversammlung des Pferdesportverband Nordbaden, seinen Rückzug aus dem Wahlkampf bekannt.
Wie bereits bei den Mitgliederversammlungen in Südbaden und Württemberg, sollten die Kandidaten Dieterich und Gunzenhäuser auch im Rahmen der nordbadischen Mitgliederversammlung Zeit bekommen sich den Delegierten vorzustellen. Doch die Worte „ihres“ Kandidaten Gunzenhäuser fielen widererwartend kurz aus: „Schweren Herzens habe ich mich dazu entschlossen meine Kandidatur zurückzuziehen.“ lässt Ole Gunzenhäuser, frisch einstimmig als Nordbadens Schatzmeister wiedergewählt, die Bombe platzen. „Nach einiger unschöner Ereignisse im Rahmen der WPSV-Sitzung vor einigen Tagen, sehe ich mich zu dieser Entscheidung gezwungen.“ begründete der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer seinen Entschluss. Gunzenhäuser, dem diese Maßnahme sichtlich schwer gefallen zu sein scheint, führte weiter aus, er habe den ehrlichen und unkomplizierten Austausch mit seinem Kontrahenten Klaus Dieterich sehr geschätzt. Für seinen weiteren Weg und kommende Aufgaben wünsche er dem Turnierleiter nicht nur alles Gute, sondern er stehe ihm bei einer möglichen Zusammenarbeit selbstredend mit Rat und Tat zur Seite. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung wollte Ole Gunzenhäuser seine Beweggründe gegenüber dem Reiterjournal nicht weiter ausführen, es sei ihm wichtig, das Thema nicht breiter zu treten, als es sei: „Die Württemberger haben ihre Württemberger Karte gespielt und ihre Wagenburg aufgefahren.“ Bekanntermaßen darf der Württembergische Pferdesportverband als größter Regionalverband die meisten Delegierten bei der Wahl des Präsidenten abstimmen lassen, selbst wenn alle Delegierten aus Südbaden und Nordbaden sich einig wären, würden die Stimmen aus Württemberg dennoch überwiegen, ein jahreslanges Streitthema. Nadja Weißbrod, von den Anwesenden der Versammlung einstimmig als Nordbaden Präsidentin für die nächsten drei Jahre wieder gewählt, bedauert Gunzenhäusers Entschluss sehr, kann seine Gründe aber durchaus nachvollziehen. „Mit Klaus Dieterich und Ole Gunzenhäuser haben sich zwei sehr gute Kandidaten zur Wahl gestellt. Wir sollten endlich die tiefen Gräben zwischen den Regionalverbänden Württemberg, Südbaden und Nordbaden hinter uns lassen und den Kandidaten wählen, der für uns alle am besten ist, ganz unabhängig davon, woher er stammt.“ Recht hat sie.
Klaus Dieterich, von der Bekanntgabe Gunzenhäusers ebenso überrascht wie alle Anwesenden, reagierte in seiner Sprechzeit gewohnt souverän. Er würde diesen Entschluss schon fast bedauern, sagte er, in der kurzen Zeit, in der sich die beiden kennengelernt haben, habe man sich gut verstanden, konstruktiv ausgetauscht und sogar gemeinsame Freunde entdeckt. Mit dem Rückzug von Ole Gunzenhäusers Kandidatur steht am 9. Mai nur noch Klaus Dieterich zur Wahl des neuen Präsidenten des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg, die Delegierten müssen ihn theoretisch also nur noch bestätigen. Von einem überraschenden Wahlausgang ist demnach nicht mehr auszugehen. Den Bericht zu den weiteren Gesprächsthemen der Nordbaden-Sitzung finden Sie in Kürze auf unserer Webseite oder in der neuen Ausgabe 5/2022 des Reiterjournals. (akb)
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