Die Stuttgart German Masters fallen auch 2021 aus
Die Hoffnungen waren groß und die Vorplanungen in vollem Gange. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden viele Ideen und Konzepte durchdacht, am Ende aber bleibt die Erkenntnis: Das Internationale Reitturnier STUTTGART GERMAN MASTERS kann nach 2020 auch in diesem Jahr nicht wie gewohnt und von vielen Reitsportfans gewünscht ausgetragen werden. „Das war und ist für uns als Veranstalter eine schwere Entscheidung – aber es geht einfach nicht. Die Auflagen und Anforderungen, die uns unter anderem die Infektionsschutz- und Arbeitsschutzgesetze vorgeben, können wir nicht ignorieren und nicht erfüllen. Das Reitturnier
ist einfach unsere größte, aufwändigste und komplexeste Veranstaltung in unserem Hallenduo“, sagt Andreas Kroll, Geschäftsführer der in. Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft. Zudem fehle die erhoffte und in Aussicht gestellte Herdenimmunität bei den Impfungen und auch bei den möglichen Corona-Optionen mit 3-G (Geimpfte, Genesene, Getestete) oder 2-G bleibe das Tragen einer FFP2-Maske eine Pflicht.
In einer gemeinsamen Sitzung haben die Projektleitung, die Turnierleiter und die Geschäftsführung Anfang dieser Woche nochmals alle Für und Wider abgewogen und nach intensiver Beratung aller Fakten entschieden, die STUTTGART GERMAN MASTERS abzusagen.
„Es war unser Ziel, das Turnier in seiner gewohnten Form mit allen Prüfungen durchzuführen. Eine abgespeckte Lösung mit einem kleineren Programm war nie eine Alternative für uns“, betont Kroll und „bittet alle Reitsportfans und natürlich die Reiterinnen und Reiter dafür um Verständnis. Wie gerne hätten wir die erfolgreichen Olympiasieger, Europameister und Medaillengewinner unserem Publikum in Stuttgart präsentiert, aber es lässt sich in diesem Jahr leider immer noch nicht realisieren.“ „Für den Reitsport und die Weltcup-Saison ist das schade“, brachte es Turnierleiter Kai Huttrop-Hage gemeinsam mit seinen Kollegen auf den Punkt. Andreas Krieg hatte es leider schon befürchtet, nach dem er sich mit den Corona-Auflagen für das CHIO in Aachen beschäftigt habe – Maskenpflicht, 3-G-Regeln und nur ein Drittel Zuschauer im Freien. „Stuttgart ist aber
ein Hallenturnier und da kann man sich nicht so einfach aus dem Weg gehen“, sagt Krieg. „Für mich fühlt es sich irgendwie wie eine Schockstarre an.“ Carsten Rotermund, der zuletzt bei den Europameisterschaften in Riesenbeck mitgearbeitet hat, fehlt auch die Vorstellung, das Stuttgarter Turnier in seiner Gesamtheit umzusetzen. „Bei unserer Entscheidung haben deshalb nicht nur die Einschränkungen für die Besucherinnen und Besucher eine Rolle gespielt, im Mittelpunkt standen organisatorische Themen“, sagt Rotermund.
Hinter den Kulissen des Reitturniers, mit all den Stallungen, der gesamten Turnierorganisation, dem Medienzentrum, dem Parcoursdienst, der Meldestelle und vielem mehr lässt sich eine Abstandsregelung nicht umsetzen. Da geht es eng zu, arbeiten doch mehr als 1.000 Mitarbeiter*Innen an diesen Tagen für das Turnier. „Wir müssen einfach alle Details sehen und haben als Veranstalter eine große Verantwortung gegenüber allen Menschen, die an vielen Stellen einen wichtigen Beitrag zum Turnier leisten“, sagt Projektleiter Claus Lederer. „Bestehende Reitanlagen sind meist viel weitläufiger und erweiterbar, Indoor stoßen wir aufgrund der räumlichen Gegebenheiten vielfach an Grenzen, die uns die Einhaltung des Infektionsschutzes nicht im notwendigen Maße ermöglichen.“ Das Risiko eines positiven Corona-Falls an den Turniertagen könne und wolle man nicht eingehen. Zumal die Inzidenzzahlen seit Wochen wieder ansteigen.
Was bleibt, ist die Hoffnung auf das kommende Jahr. Dann soll das 36. Internationale Reitturnier STUTTGART GERMAN MASTERS vom 9. bis 13. November 2022 die Reitsportfans versöhnen. Mit dem Internationalen Reitsportverband FEI, der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und dem Pferdesportverband Baden-Württemberg befindet man sich in regelmäßigem Austausch und die Absage für dieses Jahr ist auf diesen Ebenen abgestimmt und akzeptiert. Stuttgart behält seinen 5-Sterne-Status insbesondere als Qualifikation für den Longines FEI World CupTM Jumping. „Das war und ist für uns ganz wichtig“, sind sich alle Beteiligten einig. (PM)
Foto: TOMsPIC
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