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Montag, 21.06.2021 um 20:58

Ära Ziegler endet im nächsten Jahr

Der Landesverband der Reiter in Baden-Württemberg steht vor einer Zäsur. Bei der Delegiertenversammlung am Montag in Weilheim/Teck hat Verbandspräsident Gerhard Ziegler angekündigt, im nächsten Jahr für keine weitere Amtszeit mehr zu kandidieren. Der Wirtschaftsprüfer aus Ditzingen führt den Verband nun seit 15 Jahren, zuvor amtierte er als Regionalpräsident des Pferdesportverbandes Württemberg. „Es hat mir viel Spaß gemacht, aber es ist Zeit, den Generationswechsel einzuläuten“, erklärte er. Beim deutschen Reiterverband FN in Warendorf ist Ziegler designierter Finanzkurator im Präsidium. Unmittelbar nach dieser Nachricht meldete sich Südbadens Regionalgeschäftsführer Martin Frenk zu Wort und forderte eine Findungskommission für die Nachfolge. Außerdem forderte er eine Verankerung der Regionalgeschäftsführer im Landespräsidium.

Von Zieglers Ankündigung abgesehen, wurde die Versammlung von den Rückblicken auf das Corona-Jahr 2020 geprägt. „Ein Jahr, das Spuren hinterlassen hat“, fasste Ziegler zusammen.

 

Auch die Legenden Streng und Pape hören auf

 

Das Präsidium wird sich ziemlich verändern in den nächsten Monaten: Auch Nordbaden-Regionalpräsident Dr. Gerhard Klotz wird im nächsten Frühjahr nicht mehr antreten; er ist Zieglers Stellvertreter. Auch Reitmeister Karl-Heinz Streng, der im Dezember 80 Jahre alt wird, kündigte seinen Abschied an. Seit sage und schreibe 45 Jahren trainiert er für Verbände im Land Kaderreiter in Springen und Dressur, 30 Jahre lang gehört er der Landeskommission an. Kein anderer Ausbilder hat dem Sport im Land derart seinen Stempel aufgedrückt. Gerhard Ziegler kündigte für „Kalli“ Streng noch eine gesonderte Verabschiedung an; die höchsten Auszeichnungen hat der Reitmeister längst verliehen bekommen. Die Delegierten dankten ihm mit „standing ovations“.

Wie Gerhard Ziegler andeutete, steht auch die Verabschiedung der Buschreiter-Legende Fritz Pape bevor. Der Herr von Schloss Sindlingen, der lange Jahre Landestrainer war, hat gesundheitsbedingt seine Landestrainer-Aufgaben schon im zurückliegenden Jahr an Falk Westerich weitergegeben. Auch ihn, so Ziegler, werde der Landesverband noch mit einer angemessenen Ehrung verabschieden.

Desweiteren wurden für ihre EM-Titel die Pony-Reiterin Antonia Roth und „Children“ Emely Rother geehrt. Beide sind nun Trägerinnen der Verbandsehrennadel in Gold. Die Ehrennadel in Silber bekam Springreiter-Landestrainer Jürgen Kurz; er betreut die Springreiter im Land seit 14 Jahren. Mit Gold ausgezeichnet wurde auch Dr. Gerhard Klotz für ein „langes Wirken als Funktionär“. LK-Vorsitzender Frank Reutter verabschiedete den langjährigen Turnierrichter Peter Reimann, der sich auch als Förderer des Sports im Land verdient gemacht hat.

 

Appell der Landesjugendwartin

 

Die Berichte der Landestrainer und Disziplinsprecher waren erwartungsgemäß vom „sehr herausfordernden Jahr“ geprägt, so formulierte es Solveig Blankenhorn, die Sprecherin der Voltigierer. Die „Voltis“ waren von den Corona-Auflagen besonders betroffen, schließlich gelten sie überwiegend als Mannschaftssportler. Christoph Niemann konnte als Dressur-Landestrainer sogar über Europameisterschaftstitel berichten, allerdings monierte der Walldorfer Ausbilder auch Grundlegendes: Kinder müssten früher ans Turnier herangeführt werden, Profis sollten sich mehr um Amateure und Jugendliche kümmern. Er verteidigte die Entscheidung, zur Verbesserung der Trainingsbedingungen einen Perspektivkader aufzustellen.

Jürgen Kurz berichtete aus dem Springsport, Dr. Gerhard Klotz über den Vierkampf, Heinz Bürk über den Ponysport, Bettina Rigbers-Böhnisch vom Fahren und Landesjugendwartin Petra Schubert schilderte die Situation im Jugendsport. In ganz Deutschland nimmt der Landesverband Baden-Württemberg eine Spitzenposition ein. Die gelernte Pädagogin und Schulleiterin sprach aber auch von Kindern, die aus der Pandemie starke Defizite mitgenommen haben. Und sie appellierte an die Delegierten: „Holen Sie die Kinder in Ihre Vereine und Ställe.“

Wie weit sich die Folgen der Pandemie auf die Mitgliederentwicklung auswirken wird, ist noch nicht ganz klar, denn es liegen noch nicht alle Zahlen auf dem Tisch. Aus den Regionalverbänden hört man, dass die Zahl der Vereinsaustritte der Jugendlichen zugenommen hat.

Aber auch schon 2020 sank die Mitgliederzahl landesweit um 170 Personen auf 98 523 und 851 Vereine. Baden-Württemberg liegt aber in der Republik immer noch auf Rang eins.

 

Turniere brechen ein

 

Dramatisch war die Entwicklung beim Turniersport: Die Zahl der Turniere aller Standards sank um furchterregende 60 Prozent: Von 633 Veranstaltungen auf 245. Die Leistungsabzeichen aller Art sanken um 40 Prozent auf rund 4700.

Das einzig Positive daran ist: Das finanzielle Defizit liegt im Jahr 2020 nur bei 7000 Euro, dabei waren rund 200 000 Euro geplant. Grund ist: Der Verband sparte wegen der nicht zugelassenen Lehrgänge und ausgefallenen Meisterschafts-Turniere viel Geld, bekam aber Coronahilfen vom Land. Interessanterweis konnte die Landeskommission fast 50 000 Euro mehr Gebühren einnehmen als geplant. Wie Schatzmeister Christoph Möhl berichtete, konnte die Rücklage des Verbands sogar auf 524 000 Euro gefüttert werden. Für die Rechnungsprüfer bestätigte Ole Gunzenhäuser die saubere Buchhaltung und ordnungsgemäße Verwendung sämtlicher Mittel. Die Entlastung des kompletten Präsidiums fiel einstimmig aus.

Schatzmeister Möhl verglich den Ausblick auf das Haushaltsjahr 2021 angesichts der weiterhin unsicheren Lage als „Blick in die Glaskugel“ (rok/Fotos: Doris Matthaes)

 

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