Bella Rose in olympischen Sphären
17 Jahr, blondes Haar: Nur bei Pferden gilt das als Kennzeichen einer eher gesetzteren Dame. Bella Rose, 17-jährige „bunte“ Fuchsstute, Star- und Herzenspferd von Isabell Werth, der erfolgreichsten Dressurreiterin aller Zeiten, kommt jetzt in dieses Alter. Als sie – erst für eine verdiente Pause, dann wegen Corona – im Sommer 2019 vorläufig von der großen Bühne des Dressursports abtrat, war sie noch zarte 15 Jahre. Aber in diesen beiden Jahren, in denen viele Pferde so langsam den Zenit überschreiten, konnte sich die elegante Stute sogar nochmal steigern. Am Mittwoch auf dem (zuschauerlosen) Mannheimer Maimarkt-Turnier meldeten sich die Stute und ihre seit Jahren fast unschlagbare Reiterin im Dressurviereck zurück. Und das absolut eindrucksvoll.
Isabell Werth (51) hat sich früh in der Corona-Saison 2020 entschieden, ihre Stute nicht auf Turnieren vorzustellen, nachdem klar war, dass die Olympischen Spiele als Saisonhöhepunkt fehlen würden. Da fokussierte sie sich schon auf das Jahr 2021 – und wieder auf Tokio. Denn mit ihrem Lieblingspferd „Bella“ hat sie schon alles gewonnen, nur noch kein olympisches Gold. Vor vier Jahren war sie verletzt, vor acht Jahren noch zu jung. Jetzt sollte es passen. Das ist ihr Ziel, wie alles bei der „Dressur-Königin“, von starken Emotionen begleitet. Sie hat immer an diese Stute geglaubt.
Es sieht gut aus nach einem überragenden Comeback im Mannheimer MVV-Stadion. Nach einer weitgehend fehlerlosen und mühelos wirkenden Vorstellung vergaben die fünf Richter, darunter auch die deutsche Olympiarichterin Katrina Wüst, fast 80 Prozent der Punkte. Das sind schon mal olympische Sphären. Mit gereiften 17 Jahren zeigte sich Bella Rose ein bisschen fülliger als zuletzt, eine Pferdedame in den besten Jahren. Dabei hat sie an Eleganz nichts eingebüßt; im Seitenbild der Piaffe kommt das Paar der Perfektion sehr nahe. Isabell Werth scheint ihre Stute per Telepathie zu steuern – so unauffällig erteilt sie die körperlichen Hilfen. In der Wertung war das Paar eine Klasse für sich. Am Donnerstag will Isabell Werth im „Grand Prix Special“ ihre Form bestätigen. Dass sie den Mannheimer Maimarkt als „Re-Start“ ihres Traumpferdes ausgewählt hat, ist auch eine Wertschätzung für den Mannheimer Reiterpräsidenten Peter Hofmann, den sie sehr schätzt. Auch ihre zweite Stute Weihegold betrat am Mittwoch den Mannheimer Boden und siegte im zweiten Grand Prix des Tages; sie soll am Freitag in der „Grand Prix“-Kür zum nächsten Mal eingesetzt werden
Im ersten Grand Prix kam Jessica von Bredow-Werndl mit ihrer Zaire der Siegerin am nächsten - alle weiteren Paare trennten fast schon Welten. Baden-Württembergische Dressurreiter sind in der großen Mannheimer Dressurtour nicht am Start. (rok/Foto: Sina Kuiper)
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