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Mittwoch, 28.10.2020 um 21:00

Zieglers Appell an die Landespolitik

Es ist definitiv der richtige Zeitpunkt, um einzugrätschen - und kein Tag zu früh: Am Donnerstagmittag wird das baden-württembergische Kabinett darüber diskutieren, wie das Land mit den rigiden neuen Coronaregeln des Landes umgehen wird. Danach werden die Regeln in Corona-Verordnungen des Landes gegossen. In der Bundesempfehlung taucht auch wieder die Schließung von Sportstätten auf - was bei den Reitervereinen im Land  Angst und Sorge hervorruft. Der baden-württembergische Reiterpräsident Gerhard Ziegler hat schnell reagiert und am Mittwoch schon einen "Brandbrief" an Ministerpräsident Winfried Kretschmann geschrieben. Der Reiterpräsident findet klare Worte. Der Brief im Wortlaut:

"Sehr geehrter Herr Kretschmann, bitte gestatten Sie uns als Pferdesportverband Baden-Württemberg e.V., Fachverband des Deutschen Pferdesports in Baden-Württemberg, Sie für das Thema Pferdesport zu sensibilisieren. Unsere Reitvereine, Betriebe und Turnierveranstalter haben unter allen derzeit nötigen und möglichen Voraussetzungen Hygienekonzepte entwickelt, die keine Lücken offen lassen. Allen Anforderungen wurde im Detail Rechnung getragen, niemand will ein Risiko eingehen. Die Folgen einer Absage aller Amateursportveranstaltungen oder gar des Amateursportbetriebes grundsätzlich wären für die Existenz von Reitvereinen, Reitbetrieben und Reitsportveranstaltungen im deutschen Pferdesport kaum abschätzbar. Das unternehmerische Risiko von Vereinen, Betrieben und Turnierveranstaltern oder die erneute Bremse für ehrenamtliches Engagement seien hier noch gar nicht erwähnt.

Der Pferdsport ist kein Kontaktsport. Jeder reitet für sich - und alleine. Ein großer Sicherheitsabstand liegt beim Reiten in der Natur der Sache. Insofern ist das Reiten mit dem Sportpartner Pferd nicht vergleichbar mit anderen (Kontakt-)Sportarten und hat ein Alleinstellungsmerkmal. Wir wissen sehr wohl um Ihre Umsicht und Mühewaltung für die Gesundheit der Menschen. Dem fühlen wir uns als Sportverband auch in besonderem Maße verpflichtet und die von uns für das Training und für Pferdesportveranstaltungen im Frühsommer entwickelten Leitfäden spiegeln dies wider. Aus den vorgeschilderten Gegebenheiten bitten wir Sie um eine Differenzierung bei der kolportierten Schließung von Sportstätten sowie der Genehmigung von Sportveranstaltungen und keine generelle Schließung und Pauschalabsage angesichts steigender Infektionszahlen.

Sollten Sie sich letztlich für die Schließung von Sportstätten im Amateurbereich entschließen, so bitten wir eindringlich darum, dies nicht zu den Bedingungen von Mitte März sondern unter den Bedingungen von Mitte April zu tun. In den dazwischen liegenden Wochen hatten die Bundesländer durchweg vernünftige Sonderregeln auch für den Pferdesport getroffen. So wurde etwa die Versorgung von Pferden generell als erforderlich und zulässig im Sinne des Tierschutzes und der vom BMEL jüngst überarbeiteten Leitlinien Tierschutz anerkannt. Wir bitten Sie vor diesem Hintergrund eindringlich um Ihre wohlwollende Unterstützung  im Sinne unseres Sportes!" (rok)

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