Martin Schaudts Kritik an der Dressurszene
Der zweifache Olympiasieger Martin Schaudt geht wieder einmal kritisch mit der Dressurszene um - im Land und darüber hinaus. Seit Jahren gilt der Dressurausbilder aus Onstmettingen als ein Mann, der sich kritisch mit der Entwicklung des Dressursports auseinandersetzt. Beim "Winterlingen Winners"-Turnier in der vergangenen Woche war Schaudt mit seiner Frau Jasmin, die auf dem Nachwuchspferd Vanotti die S-Dressur gewann. Die Dressurprüfungen waren auf einen Dienstag gelegt, Zuschauer waren so gut wie keine vor Ort.
"Ich habe das Gefühl, solche zuschauerlosen Turniere sind manchen Reitern gerade Recht", kritisierte er, "da gibt es keine Störungen und keine Beobachter, das ist aber eine fatale Entwicklung." Er erneuerte seine immer mal wieder geäußerte Haltung, der Dressursport müsse sich populärer und öffentlicher machen. "Wir brauchen wie die Springreiter ein bisschen mehr Show, um für die Menschen und Medien interessanter zu werden", fordert der 62-jährige Ausbilder. In Winterlingen will er sich dafür einsetzen, dass sein Freund und Turnierchef Andy Witzemann im nächsten Jahr ein Dressurturnier auch am Wochenende anbietet.
Seine Kritik richtete Schaudt auch an die Bundesspitze der Dressurreiter vor dem Hintergrund, dass bei den bevorstehenden Deutschen Meisterschaften in Balve weder Isabell Werth noch Dorothee Schneider noch Sönke Rothenberger ihre Spitzenpferde einsetzen wollen. "Das gibt es in keiner anderen Sportart, dass bei Deutschen Meisterschaften nicht die besten an den Start gehen, nur im Dressurreiten", so Schaudt. Seine Befürchtung: "Der Dressursport schafft sich irgendwann selbst ab." (rok)
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