Antonia Roth "haut richtig einen raus"
Wie sie strahlt (man achte auf das Foto), diese 14-jährige Stuttgarterin, die in Pilisjászfalu bei Budapest während der Europameisterschaft der Ponyreiter eine Top-Leistung nach der anderen abliefert. Vorgestern ritt sie zur ihrer persönlichen Bestleistung, nun setzte sie in der Einzelentscheidung noch einen oben drauf. Antonia Roth bewegte sich bislang auf internationalem Parkett mit ihrem Neuzugang Daily Pleasure im Team- und Einzelwettbewerb zwischen 71 und 73 Prozent. Doch dieser Tage wächst das junge Mädchen über sich hinaus. In der Mannschaftswertung, die mit Gold endete, waren es schon fast 76 Prozent und nun - im Einzel - 77,297 Prozent (!). Natürlich: persönliche Bestleistung. Da kann man auch nur mit der Sonne um die Wette lachen.
Als die Landesmeisterin von 2019 aus dem Viereck rausreitet und die Noten verkündet werden, schlägt auch sie sich erst die Hand vor den Mund, dann beide vor das Gesicht und schließlich fällt sie "Daily" um den Hals. Ja, es ist kaum zu glauben! "Mein größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen", berichtet uns Antonia Roth am Telefon aus Ungarn. "Ich darf die Kür reiten!" Zum dritten Mal wird sie am Sonntag zu Melodien von Spirit, B-Movie und Pirates of the Carribean erst zu dieser Musik ins Viereck gehen. Das I-Tüpfelchen.
Die Höhepunkte, die Antonia Roth mit Daily Pleasure unter ungarischer Sonne, ins Viereck brachte, machten die minimalen Patzer wett. In der Trabverstärkung stolperte der neunjährige Fuchshengst einmal kurz, in der Rechtsvolte war eine Kleinigkeit und beim Stehen vor dem Rückwärtsrichten war der Fuß links hinten raus. Naja. Was soll's, wenn der Rest so gut ist? Für den starken Schritt gab es eine 8,1 für zwei Wechsel die 8,2 bzw. 8,0 – die Grundqualität des Ponys ist zweifelsohne da und Antonia Roths präzises Reiten tut ihr Übriges dazu.
Der Kommentar von Bundestrainer Conny Endres: "Da hast du aber richtig einen rausgehauen." Ja, hat sie. "Morgen fiebern wir dann noch alle bei Shona mit uns sonst heißt es Warten", so Roth. Ja, die Einzelwertung wird wie die Teamwertung über zwei Tage ausgetragen. Entschieden ist also noch gar nichts. Aber der Blick auf das Leaderboard könnte den Deutschen so gefallen. Doch: Ein paar Gute kommen noch. (mos)
Foto: Lukas Kowalski
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