Donaueschingen: Ferdinand BB gewinnt an Selbstvertrauen
Es ist ein ungewohntes Bild im Schloßpark von Donaueschingen an diesem Wochenende. Erstmals wird das CHI als reines Dressurturnier ausgetragen - im normalerweise gutbesuchten Springstadion ist keine Menschenseele aufzufinden. "Corona-bedingt war das CHI im gewohnten Stil einfach nicht möglich. Wir nutzen die besondere Situation dafür, um uns auf die U25 Europameisterschaft der Dressurreiter 2021 vorzubereiten", sagte Niklas Droste, der gemeinsam mit Dr. Kaspar Funke die Geschäftsführung bei Escon-Marketing inne hat, im Vorfeld.
Die Dressur also im Fokus in den kommenden drei Tagen beim "CHI special". Als Höhepunkt beim Turnier-Auftakt am heutigen Tag zählt die gerade zu Ende gegangene Intermediare II für neun bis elfjährige Nachwuchspferde. Mannschafts-Weltmeisterin Jessica von Bredow-Werndl aus Aubenhausen sattelte dafür den elfjährigen Ferdinand BB, mit dem sie im vergangenen Jahr im Louisdor Preis-Finale stand: "Seit seinem dritten Lebensjahr steht Ferdinand bei uns. Er war zu Beginn sehr schüchten, aber gewinnt jetzt mehr und mehr an Selbstvertrauen", so von Bredow-Werndl über ihren Hoffnungsträger. Mit kraftvollen Passagen und einer überragenden Schrittour punktete sich der Florencio I-Sohn zu satten 75,746 Prozent. Einzig bei der Einleitung der Einerwechsel hakte es: "Ich habe einen Hauch zu viel vorbereitet - das ging voll auf meine Kappe", nahm Bredow-Werndl ihren Ferdinand BB, indem sie durchaus Championatsqualiäten sieht, in Schutz. In Donaueschingen distanzierte das sympathische Duo die Konkurrenz mit mehr als drei (!) Prozent Vorsprung deutlich.
Ein Pferd für die Zukunft hat auch Österreichs Ulrike Prunthaller mit in den Schlosspark gebracht. Starker Trab, Passagen und Piaffen liegen ihrem Quaterback-Sohn Bartlguts Quantum. Mit viel Go trabte der DSP-Hengst (Z.: Lutz Freimann) zu 72,588 Pozent, Platz zwei. Und auch Baden-Württemberg machte beim Heimspiel in Form von Nicole Casper und dem weiter gereiften Birkhofs Topas FBW in der Intermediare II eine gute Figur. Als bestes neunjähriges Pferd wurde der Totilas x Sandro Hit gezogene Württemberger Dritter. Stark - in diesem prominent besetzten Feld. Schönes Reiten zeigte wieder mal Meggle-Bereiter Matthias Bouten. Sein Vivaldi-Nachkomme Veneziano, mit viel Takt in der gesamten "Pi und Pa"-Tour ausgestattet, wirkte noch etwas grün hinter den Ohren, zeigte aber über die gesamte Prüfung hinweg großes Potential. Platz vier für den schicken Dunkelfuchs.
In den beiden vorangegangenen Prüfungen stand zwei Mal Baden-Württemberg ganz vorne. In der internationalen Junge Reiter-Tour bestätigte Ann-Kathrin Lachemann ihre derzeitige Form und feierte nach dem Triumph auf den Immenhöfen heute ihren siebten S.Sieg. Kurz vor den Deutschen Jugendmeisterschaften in Riesenbeck ist ihr Fransje besser denn je. Natalie Gauß und Fine Emotion, langjährige Schützlinge von Holger Schulze, entschieden die nationale Drei-Sterne Prüfung mit Piaffe und Passage für sich.
In der am Samstag beginnenden Großen Tour werden neben Jessica von Bredow-Werndl unter anderem ihr Bruder Benjamin, Frederic Wandres und Matthias Bouten an den Start gehen. Weltmeisterin Isabell Werth sagte ihre Teilnahme ab. (FA)
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