Der Wahnsinn: Ann-Kathrin Lindner ist Einzel-Europameisterin
Man hatte darauf gehofft, eventuell auch spekuliert, aber so richtig sicher konnte man sich ja doch nicht sein - aber jetzt ist es passiert: Ann-Kathrin Lindner ist Einzel-Europameisterin der U25-Reiter. In Pilisjaszfalu bei Budapest in Ungarn konnte die Ilsfelderin nach ihrer Silbermedaille mit der Mannschaft gestern heute mit ihrem FBW Sunfire aus der Zucht von Andre Volkmar die Sensation perfekt machen: Gold! Damit gewinnt die 23-jährige Physiotherapeutin ihre zweite Goldmedaille bei einer Euro - im vergangenen Jahr war es Mannschaftsgold in San Giovanni. Damals war sie Newcomerin unter dem Bundesadler, jetzt führte sie gestern das deutsche Team an und setzte heute noch einen drauf. Mit 75,5590 Prozent verwies Lindner die gestrige Prüfungssiegerin Jeanine Nieuwenhuis mit TC Athene auf den zweiten Rang - für die Holländerin und ihren KWPN Wallach waren es 74,2013 Prozent.
Bronze ging ging überraschend und zur Freude der Deutschen an den bayerischen Reiter Raphael Netz mit Lacoste - 73,308 Prozent war den Richtern diese Vorstellung wert.
Zum Ritt von der neuen Europameisterin: 75,590 Prozent - das bedeutete ein persönliches Bestergebnis für die beiden. Und es war eine Vorstellung vom Allerfeinsten. Der Auftakt mit Einreiten, Halten, Grüßen - besser hätte man es nicht machen können. In den Piaffen könnte der Württemberg noch etwas mehr Fleiß zeigen, da gerät er immer mal leicht ins Stocken, aber in der zweiten war es schon besser als in der ersten. Toll die Passagen, mit ganz viel Power, die Schritttour deutlich besser als gestern. Wie schon am Vortag überzeugte Sunfire in der Galopptour mit viel Go nach oben und vorne. Die Einerwechsel waren leicht schwankend, aber sicher gesprungen. Das war ein Ritt, mit einer jungen Dame im Sattel, die ihr reiterliches Können unter Beweis stellte und mit ihrem Partner eine perfekte Einheit bildete. Stark!
"Ich bin supersuperglücklich", freute sich Lindner, als sie noch gar nicht wusste, dass sie Gold gewonnen hatte, unmittelbar nach ihrem Ritt. Dabei lief es in der Vorbereitung gar nicht so optimal zunächst: "Sunfire war unkonzentrierter als sonst und auch als gestern. Aber schlimm war das nicht - dafür war ich wenigstens wach genug und 100 Prozent konzentriert. Manchmal brauche ich den Druck, dass draußen was nicht so perfekt läuft. Es war auf jeden Fall ein Bombengefühl und auch mit dem Wissen, dass noch so viel mehr in ihm steckt. Das war jetzt vielleicht die zehnte Drei-Sterne-Prüfung und er macht es eigentlich immer alles fehlerfrei."
Was ein Tag, was für eine Prüfung von Ann-Kathrin Lindner, die jetzt erstmal (natürlich unter Corona-Bedingungen) feiern darf! (mos)
Foto: Stefan Lafrentz
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