Emily Raff ist die neue Bundesnachwuchschampionesse der Pony-Dressurreiter
Was für eine Geschichte, was für ein spannender Finaltag – der heutige Turniertag hatte es bei den Dressurtagen in Darmstadt-Kranichstein in sich, wobei das Bundesnachwuchschampionat der Ponyreiter im Mittelpunkt aller stand. Dabei hatten die baden-württembergischen Ponyreiter schon am ersten Tag gewaltig vorne mitgemischt, und was soll man sagen: Das Ländle ist einfach führend im Bundesnachwuchschampionat. So geht auch in diesem Jahr der Titel nach Baden-Württemberg!
Gute Grundlage gelegt
2023 hatte sich die diesjährige Europameisterin Maya Wächter mit New Wave den Titel beim Bundesnachwuchschampionat in Darmstadt geschnappt. 2024 war Martha Louisa Temme mit Designed for You zu Gold geritten. Im vergangenen Jahr ging der Titel an Franka Müller mit Doktor Snuggles. Jahr um Jahr treffen sich die talentiertesten Ponyreiter bis 14 Jahre zunächst zu einem Auswahllehrgang bei Bundestrainerin Caroline Roost in Warendorf. Danach erfolgt die Nominierung der 25 besten Paare für das Bundesnachwuchschampionat, welches in diesem Jahr erneut im Rahmen des großen Herbstmeetings in Darmstadt-Kranichstein an diesem Wochenende stattfand. Bereits am ersten Tag mischten die baden-württembergischen Mädels gut vorne mit, besonders Emily Raff mischte mit ihrem sympathischen Dolittle vorne mit, ja, sie legte eine wichtige Basis für den Finaltag. So zeigte sie eine technisch sehr sichere Runde und wurde am ersten Tag in der Trensen-L mit einer starken 8,4 belohnt. Bereits hier überzeugte die Schülerin von Nadine Materna aus Überlingen mit einem toll gestreckten Sitz oder wie es die Richter um Dirk Feuser und Holger Eckle beschrieben: „Mit der letzten Grußaufstellung hast du uns mit einem breiten Grinsen gezeigt, dass du glücklich bist und diese Aufgabe für dich gefühlsmäßig ziemlich gut gelaufen ist. Wir waren auch ziemlich einverstanden mit dem, was du hier gemacht hast. Du verfügst über einen schönen tiefen und gestreckten Grundsitz. Du schwingst auch gut in der Mittelpositur mit.“
Aus dem Schulbetrieb gewachsen
Und heute, ausruhen auf dem Erfolg vom ersten Tag? Ganz und gar nicht oder wie es Emilys Mutter Daniela Raff beschreibt: „Emily wollte die angemerkten Kleinigkeiten vom ersten Tag am Finaltag verbessern.“ Gesagt, getan. So legte die Südbadenerin noch einmal eine Schippe obendrauf, überzeugte erneut mit einer technisch sehr sicheren Runde und zeigte sich mit ihrem jetzt achtjährigen Dreamtime-Nachkommen Dolittle, oder auch Little, wie er liebevoll im Stall genannt wird, insgesamt noch fokussierter und geschlossener. „Mit Recht lobst du dein sehr braves Pony, das wirklich toll auf dich gehört hat. Was ist das Ziel, wenn wir Dressurreiten ausbilden oder anschauen? Das Ziel ist es, dass wir uns alle wohlfühlen und ein harmonisches Bild überliefert bekommen. Das ist dir heute mit deinem Pony wirklich gelungen“, lobten die Richter und fügten hinzu: „Du hast eine schöne Sitzgrundlage. Du bist unauffällig in deiner Hilfengebung und trotzdem effektiv.“ Wollte man etwas meckern, so könnte Dolittle im Galopp noch aktiver aus dem Hinterbein durchspringen, damit eine bessere Bergauftendenz erkennbar ist. Der Lohn: eine Endnote von 8,7 und sowohl der Sieg in der finalen L-Dressur als auch der Sieg im Bundesnachwuchschampionat. Damit fügt Emily ihren Erfolgen nach dem Sieg im Landesjugendcup-Finale 2025 und dem Sieg bei den Südbadischen Meisterschaften in diesem Jahr einen weiteren Erfolg zu ihrer Sammlung hinzu. Das besonders Schöne an der Geschichte: Emily Raff trainiert von Beginn an bei Nadine Materna. So ist sie in Überlingen erst fünf Jahre auf Schulponys geritten und lernt nun schon seit drei Jahren auf und mit Dolittle. „Emily zeichnet ihr konzentriertes Reiten aus. Sie arbeitet mit Little im Team“, beschreibt ihre Mutter Daniela Raff. Die Siegerin und Zweitplatzierte des ersten Tages, Mathilda Alswede mit PAV Nobility und Romy Mortfeld mit Pina Wutz, konnten sich am Finaltag nicht steigern und fielen zurück. So war die Bahn für Emily Raff in der Gesamtwertung frei. Für Letztere reichte es im Gesamten dennoch für Silber vor Paulina Schnabel mit Madison, die im Finale Platz zwei belegte.
Auch Sophia Bäuerle überzeugte beim Bundesnachwuchschampionat und zeigte zwei schöne Runden. Der Reiterin vom Badhof Bad Boll fehlte am Ende mit ihrem sympathischen Cromwell das letzte Quäntchen Glück. Sie reihte sich an beiden Tagen auf den Reserveplätzen ein und beendete das Bundesnachwuchschampionat auf Rang elf.
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