Warendorf: Das Ländle stark in erster Dressurentscheidung
Die Al Shira’aa Bundeschampionate sind nun in vollem Gange – heute starteten auch die Dressurpferde in die Warendorfer Turniertage. Und man kann sagen: aus süddeutscher Sicht, besonders aus baden-württembergischer Sicht, kann es gerne so weitergehen.
Traditionell eröffnen die fünfjährigen Dressurpferde die Entscheidungen auf dem Dressurviereck der Bundeschampionate in Warendorf. Und erneut ergab sich im Feld der 65 Teilnehmer ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei die baden-württembergische Zucht am Ende jubeln durfte. So stellte Züchterin Claudia Wolpert mit der DSP-Württembergerin Baila van der Rosi die Siegerin der zweiten Abteilung. Sophie Jamar und Baila van der Rosi machten zum Prüfungsabschluss die Entscheidung bei den fünfjährigen Dressurpferden noch einmal spannend. So rollten sie das Feld im wahrsten Sinne des Wortes von hinten auf. Die Bon Courage-Tochter ist ein ganz anderer Pferdetyp als Benjamin Franklin. Baila van der Rosi (v. Bon Courage-Rock Forever, Z.: Claudia Wolpert) ist eher eine leichtfüßige Ballerina und möchte „in der Ruhe glänzen“. Die baden-württembergisch gezogene DSP-Stute brillierte bereits in der Trabtour mit enorm viel Gleichmaß und tollem Abfedern (8,7). Das nächste Highlight folgte im Schritt: Dieser präsentierte sich sehr aktiv, an die Hand heranschreitend, bei gutem Vor- und Übertritt und klarem Takt (8,8). Wenn man meckern wollte, dürfte die Stute hier noch besser aus der Schulter rausschreiten. Der Galopp zeigte sich gut ins Bergauf angelegt bei aktivem Durchsprung (8,4). Doch ein Aspekt überzeugte über die gesamte Prüfung: die hohe Losgelassenheit und Durchlässigkeit von Baila van der Rosi, die in der Note für die Durchlässigkeit und in der Note für den Gesamteindruck verdient jeweils mit einer 8,8 belohnt wurde. Unterm Strich stand eine Endnote von 8,7 und der Sieg in der zweiten Abteilung. Übrigens hat Baila van der Rosi noch einen weiteren süddeutschen Bezug: Ihre Besitzer sind die in Bayern beheimatete Familie Beckmanns.
Den Sieg in der ersten Abteilung sicherte sich der imposante Benjamin Franklin. Die Tageshöchstnote erzielte der Celler Landbeschäler Benjamin Franklin unter dem Sattel seiner Ausbilderin Janina Tietze. Damit knüpfte der frisch gekürte Hannoveraner Champion der fünfjährigen Dressurpferde nahtlos an seine bisherigen Erfolge an. Der Bon Vivaldi-Royal Blend-Nachkomme aus der Zucht von Wilhelm Kamps war bereits im vergangenen Jahr als Vize-Bundeschampion der vierjährigen Hengste nach Hause gereist. In diesem Jahr scheinen die beiden Großes vorzuhaben. Bereits in der Trabtour präsentierte sich der Hengst enorm präsent und imposant, überzeugte mit einer Taktsicherheit , einem Metronom gleichend, bei guter Bewegungsmechanik. Die Trabtour, wie aus einem Guss, führte zur Traumnote von 9,3. Im Schritt blieb Benjamin Franklin heute vielleicht noch etwas schüchtern, überzeugte dennoch mit gutem Takt und Fleiß (8,6). Die imposante Bewegungsmechanik aus dem Trab setzte sich im Galopp fort. Dieser präsentierte sich toll ins Bergauf gesprungen, wobei Janina Tietze viel Gefühl bewies. So zeigte sich der Hengst besonders zu Beginn der Galopptour nicht ganz losgelassen. Die tolle Art zu galoppieren führte zu einer 8,8. In der Durchlässigkeit wurde mit einer 8,6 bewertet. Hinzu kam die glatte 9 für den Gesamteindruck, woraus sich eine Endnote von 8,86 ergab. Damit sicherte sich das sympathische Duo den Sieg in der ersten Abteilung.
Doch dem war aus baden-württembergischer Sicht nicht genug: Uwe Schwanz und der ebenfalls aus Baden-Württemberg stammende DSP-Hengst Datejust (v. Dream Boy-Fürstenball, Z. Pferdezucht Steidl, B. Hildegard Magdalena Riedmaier) sicherten sich mit Platz vier in der ersten Abteilung und einer Endnote von 8,5 ebenfalls ein direktes Finalticket. Bereits im vergangenen Jahr hatten es die beiden mit unglaublicher Leichtigkeit und Abgeklärtheit bei überdurchschnittlichen Grundgangarten ins Finale der vierjährigen Hengste geschafft und dieses mit Platz vier beendet. An diese Lockerheit knüpften die beiden heute also an. Auch die für den PSV Heidelberg-Ladenburg startende Michele Schulmerig hat sich mit Bon Benthley (v. Bon Coeur-Londontime, Z. Heike Schulmerig) und Platz fünf in der zweiten Abteilung ein Finalticket geschnappt. Die beiden beendeten die Prüfung mit einer 8,3. Fürs Ländle gab’s noch ein weiteres Finalticket: Auch der sympathische Total Hope-Nachkomme Total Love FBW (v. Total Hope-Licotus, Z.: Theo Binder) ist am Samstag mit seiner Reiterin Beatrice Hoffrogge im Finale der fünfjährigen Dressurpferde vertreten (8,22). Nicola Haug mit Jamie Nicole Bühler mit Lovestory knackten zwar die 8,0-Marke und erhielten eine Salatschleife, verpassten aber knapp den direkten Einzug ins Finale. Sie haben nun noch gute Chancen über das kleine Finale.
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