Jeannette Chardon: Mitten im WM-Geschehen
Jeannette Chardon erlebt die Weltmeisterschaften in Aachen aus einer ganz besonderen Perspektive: als Beifahrerin ihres Vaters, Fahrsport-Legende Ijsbrand Chardon. Im Alltag ist die Niederländerin im Ländle als Bereiterin auf der Reitanlage Brünz in Salzstetten zu Hause. Wir haben mit ihr über ihre Rolle im Gespann, ihren Vater und die besonderen Tage in Aachen gesprochen – bei denen auch Lebensgefährte Sven Lux mittendrin ist.
Sie erleben die Weltmeisterschaften hier in Aachen aus einer ganz anderen Perspektive, nämlich als Beifahrerin im Gespann Ihres Vaters Ijsbrand Chardon. Wie fühlt sich diese Rolle vor allem bei einer WM für Sie an?
Mega, echt mega. Mein Vater trainiert dafür schon sein ganzes Leben und Weltmeisterschaften sind immer sehr, sehr wichtig. Und dann Aachen - das macht alles noch einmal ganz besonders.
Wie würden Sie Ihre Aufgabe im Gespann beschreiben? Was müssen gute Beifahrer gerade im Marathon leisten?
Mein Vater hat zwei Beifahrer. Ich stehe in der Mitte und dann habe ich noch eine Person hinter mir. In der Mitte ist es sehr wichtig, dafür zu sorgen, dass mein Vater den richtigen Weg nimmt. Ich begleite ihn von A bis F und helfe ihm dabei, immer die richtige Linie zu finden.
Welche Charaktereigenschaften müssen denn die Pferde für ein solches Championat mitbringen?
Für ein Championat muss ein Pferd sehr stark im Kopf sein, sehr viel Charakter haben und immer für meinem Vater kämpfen wollen. Und dann ist es auch wichtig, dass die Pferde im Vierspänner zusammenarbeiten. Sie dürfen nicht nur einzeln denken, sondern müssen wirklich zusammen ein Team sein.
Sie sind die Bereiterin in Salzstetten auf der Reitanlage Brünz. Fühlen Sie sich mittlerweile schon als Baden-Württembergerin oder stecken die holländischen Wurzeln noch sehr tief?
Es gefällt mir sehr gut in Baden-Württemberg. Ich reite auf der Reitanlage Brünz, einer sehr großen und schönen Anlage. Es gefällt mir sehr gut dort. Aber wenn ich hier bei der Weltmeisterschaft bin, bin ich dann doch wirklich Holländer. Es tut mir leid. (lacht)
Ihr Vater Ijsbrand Chardon ist eine Ikone im Fahrsport durch und durch. Wie stark hat er Sie persönlich als Reiterin geprägt?
Mein Vater ist immer sehr diszipliniert und wollte immer gewinnen. Er ist eine sehr starke Person, zu der ich schon immer aufgeschaut habe. Es gibt keinen freien Tag, es wird immer trainiert, trainiert, trainiert. Und so sind wir eben auch groß geworden.
Ihr Lebensgefährte Sven Lux ist hier auch mit dabei. Lux ist Chefbereiter bei Michael Jung, der vor wenigen Tagen Weltmeister wurde. So schließt sich der Kreis wieder. Wie haben Sie diesen Erfolg gemeinsam erlebt?
Sven Lux: Erst einmal war das ganz gewaltig, was Michi da geschafft hat mit seinem Chipmunk. Wir waren unheimlich stolz darauf und haben am Montag mit Michi und dem ganzen Team im Stall den Erfolg ein bisschen gefeiert. Jeannette war natürlich auch dabei. Und dann ging es aber auch gleich weiter und wieder zurück nach Aachen.
Ähnliche Meldungen
Warte mal kurz...
Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.