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von Mona-Sophie Wieland am Samstag, 22.08.2026 um 18:04

Marbach: Bayerische Dominanz im Berufsreiterchampionat

Zum elften Mal fand das traditionsreiche Süddeutsche Berufsreiterchampionat beim Marbacher Dressurfestival statt. Erneut präsentierte sich ein äußerst spannendes Finale mit gut reitenden Berufsreitern, wobei die Frage im Mittelpunkt stand: Wer sollte in die Fußstapfen der letztjährigen Meisterin, Jana Vath, treten?

Im Finale des Süddeutschen Berufsreiterchampionats treten geprüfte Pferdewirte und Pferdewirtschaftsmeister im Modus des Pferdewechsels gegeneinander an. Innerhalb von fünf Minuten gilt es, sich auf die Pferde der Mitbewerber einzustellen und diese bestmöglich zu präsentieren. Diese Form der Prüfung ermöglicht einen objektiven Vergleich des reiterlichen Könnens sowie natürlich des Einfühlungsvermögens eines Reiters, was die Kernfähigkeit eines jeden Berufsreiters sein sollte. Sarah Viktoria Pürmaier brachte es treffend auf den Punkt: „Ich finde den Modus aufregend, also dass man sich innerhalb von fünf Minuten auf ein Pferd einstellt und dann gleich eine Prüfung auf Zweisterne-Niveau reitet. Es macht sehr viel Spaß.“ Pürmaier fügte aber zugleich ihre Bedenken hinzu: „Hier in Marbach sind es im Berufsreiterchampionat immer sehr wenige Starter. Ich finde, dass hier alle Berufsreiter, die ein passendes Pferd haben, schauen sollten zu reiten. Das Berufsreiterchampionat sollte erhalten bleiben.“ Wahre Worte, wobei sicherlich besonders das „passende“ Pferd der Knackpunkt ist. Aber nun zum Finale!

Nachdem sich die Siegerin der zweiten Wertungsprüfung, Kristina Olson mit ihrem FBW Dory’s Dream, gegen einen Finalstart entschieden hatte, hatten Fanny Markström, Sarah Viktoria Pürmaier und Lukas Maier den Sprung ins Finale geschafft. Am Ende waren sich alle drei einig: „Das hat sehr viel Spaß gemacht!“ Besonders hervorzuheben ist, dass alle drei mit gefühlvollen und wohlüberlegten Runden zu überzeugen wussten.

Die Finalpferde hätten unterschiedlicher nicht sein können: der neunjährige Hengst Vermeer, der neunjährige Ben Benito und der 16-jährige Zagazig. Alle drei hatten ihre „speziellen“ Knackpunkte, im Großen und Ganzen zeigten sich aber alle drei Pferde kooperativ und motiviert. Vermeer war insgesamt sicherlich am unkompliziertesten zu reiten, oder wie es Lukas Maier beschrieb: „Mich hat es etwas gewundert, dass er das heute so toll mitgemacht hat. Ich habe ihn, seit er dreijährig ist und ich bislang bin eigentlich nur ich ihn geritten. Er war mein „Meisterprojektpferd“ und möchte immer alles richtig machen.“ Das zeigte sich auch im Pferdewechsel und so wurde der Hengst des Haupt- und Landgestüts Marbach verdient als bestes Finalpferd ausgezeichnet. Und bei den Berufsreitern? Ja, hier zeigte sich fast schon eine bayerische Überlegenheit. Alle drei überzeugten mit viel Gefühl, doch am fokussiertesten und mit den wenigsten Fehlern kam Fanny Markström durch die Prüfungen. Die Bereiterin von Lisa-Maria Klössinger und Andreas Schorer punktete sich sowohl mit Ben Benito als auch Vermeer zu über 69 Prozent. Damit war ihr der Sieg sicher! Die gebürtige Schwedin ist eine richtig „Fleißige“. Nach ihrem Alltag im Stall von Klössinger und Schorer, reitet sie am Abend noch ihre eigenen Pferde. „Im Moment reite ich sehr viel. Wir haben auf dem Gestüt Schorer ungefähr 150 Pferde. Und dann kommen natürlich viele zum Anreiten. Ich reite auch viele an und dann begleiten wir sie zur Körung, Stutenleistungsprüfung oder Landeschampionat und Bundeschampionat. Von Jungpferden bis Grand Prix – wir machen alles!“, beschreibt Fanny Markström. Auch ihren Zagazig hat sie von jung an selbst ausgebildet und auch schon in Dreisterneprüfungen vorgestellt. Im Finale meisterte sie die spezifischen Herausforderungen der Finalpferde, wie die nicht ganz einfache Halsung von Ben Benito oder die Erhaltung der Geschlossenheit von Vermeer, äußerst gefühlvoll und genau mit dem richtigen Maß. Hinter Fanny Markström lieferten sich Sarah Viktoria Pürmaier und Lukas Maier ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei sich Pürmaier schlussendlich die Silbermedaille schnappte.

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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