Savannah Balzano vor der Tür der Schleyer-Halle
„Jetzt kommt Kurt.“ So ertönte es einst aus den Lautsprechern der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle, als der Gültsteiner Springreiter Kurt Maier als schwäbischer Lokalmatador einritt. Unvergessen. Rund 35 Jahre später peilt jetzt seine jüngste Schülerin einen Start in der Schleyer-Halle an.
Und Savannah Balzano hat gute Chancen auf einen Startplatz. Denn das 17-jährige Mädchen aus Waldenbuch hat am Sonntag beim Turnier in Killingen auf der Ostalb die Qualifikation zum Nürnberger Burg Pokal der Junioren im Springen gewonnen; das Finale findet bekanntlich im Rahmen des Stuttgart German Masters Mitte November statt.
Die Gymnasiastin aus dem Kreis Böblingen bekam im Sattel ihres 13-jährigen Oldenburger Wallachs Camiro von den Wertungsrichtern Dieter Melwitz und Thomas Knörle eine 8,6. Nachdem sie schon beim Auftakt in Tübingen und Mannheim Punkte gesammelt hatte, rutscht sie mit diesem Sieg wieder unter die besten zehn Paare – 15 dürfen ins Finale. Savannah Balzano will auch noch bei den Württembergischen Meisterschaften in Weilheim Ende August und dann in der Halle in Böblingen punkten.
Seit zwei Jahren trainiert sie bei Altmeister Kurt Maier auf der Pulvermühle in Dusslingen, als Coach und Berater gehört der jetzt 75-jährige Profi noch immer zu den Top-Ausbildern des Landes. Savannah kam auf die Empfehlung von Helmut Hartmann zur Pulvermühle. „Der Kurt ist der Beste“, erklärte Hartmann damals, erinnert sich heute Andreas Balzano, Vater und Förderer seiner Tochter. Zuvor hatte Volker Hahn das Talent gefördert. Seit vier Jahren steht Camiro in ihrem Stall, Juliane Rabold hatte ihn in den Start gebracht. „Manchmal ein bisschen guckig“, so schildert Kurz Maier den Oldenburger. Zuletzt in Öhringen hatte eine Unterbrechung am letzten Hindernis eine Platzierung verhindert.
Kölz, Grüber und Roth liegen vorne
Maier war mit seinem Leon Ende der 80er-Jahre der Schwaben-Star der Schleyer-Halle, belegt 1988 inmitten de Weltspitze einen dritten Platz im Großen Preis. Unzählige junge Leute hat er zu Siegern gemacht seither, darunter auch Rekord-Hallenchampion Timo Beck, der bei ihm Bereiter war.
Frieda Grüber, Qualifikationssiegerin von Mannheim im Mai, belegte in Killingen mit ihrem Dexter und einer Wertnote von 8,5 Rang zwei vor Luisa Sophie Roth mit Peppermint Blue und dem Führenden Erik Kölz, der diesmal auf Cornel gesetzt hatte. Diese drei führen das Feld nun in die letzte Phase vor dem Finale – und sie gelten sicherlich als Favoriten.
Württemberg-Regionaltrainer Wolfgang Arnold und Co-Landestrainer Uli Collee verfolgten in Killingen ein starkes Feld, das die Bedeutung dieser Serie unterstrich. Über 20 Paare waren am Start, rund ein Drittel bekam zurecht eine Note von 8,0 und besser. Besser war der Pokal selten besetzt.
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