WM Aachen: Liveticker zur Grand Prix Kür
Es ist angerichtet: Abendsonne, vollbesetzte Zuschauertribünen und eine magische Stimmung – die wahrlich passenden Bedingungen für das große Dressurfinale. In der abschließenden Grand Prix Kür werden die letzten Einzelmedaillen der Dressurreiter bei den Weltmeisterschaften in Aachen vergeben. Diese Meldung wird laufend aktualisiert und ist nach den Startern sortiert.
Endergebnis
Showdown – die Atmosphäre hätte nicht magischer sein können. Nun unter Flutlicht kam es zum letzten Kampf um die Medaillen. Aus der Gruppe der medaillengefährlichen Paare musste als Erstes der Doppeleuropameister Justin Verboomen „ran“. Der Belgier war in den letzten Tagen mit seinem bildhübschen zehnjährigen Hengst Zonik Plus einfach noch nicht so richtig in Form gekommen. Sollte es bei ihrer Paradedisziplin, der Kür, anders sein, gar sollte es den beiden wieder gelingen, alle in ihren „Bann“ zu ziehen? Die Antwort ist ja. Erneut zeigte sich Zonik Plus zwar nicht konstant gut über den Rücken arbeitend. Dennoch gelangen die Piaffen und Passagen wieder mit besserer Taktsicherheit und gutem Gleichmaß. Eines der Highlights gleich zum Auftakt der Kür: die ganze Piaffpirouette. Die Trabtraversalen zeigten sich im Vergleich zu den Vortagen wieder in sich nachgiebiger. Das nächste Highlight, eindeutig die Galopppirouetten, die in puncto Lastaufnahme und Zentriertheit nicht zu übertreffen sind. Zudem wurden die beiden heute in den Serienwechseln nicht vom Fehlerteufel begleitet. Diese gelangen sicher, wenn auch im Durchsprung nicht mit der letzten Losgelassenheit. Ein kleines Missgeschick zum Schluss: In der Galopppirouette, aus der der Belgier in die Piaffe überleitet, zeigte sich ein kleiner Sprung nach vorne. Und am Ende wurde es knapp, aber Justin Verboomen und Zonik Plus setzten sich mit 88,4 Prozent gegen Becky Moody und Jagerbomb durch.
Und dann der Doppel-Weltmeister von gestern sowie bis dato noch amtierende Kür-Weltmeister, Glamourdale und Charlotte Fry. Solch eine Kulisse liegt dem 15-jährigen Lord Leatherdale-Nachkommen und was soll man anders sagen: Die beiden lieferten ab. Es ist einfach beeindruckend, wie sich Glamourdale in den vergangenen Monaten noch einmal gesteigert hat. So zeigten sich die Passagen erneut kraftvoll abfußend und die Piaffen sehr viel gleichmäßiger und losgelassener über den Rücken abfußend. Punkte gab es dann natürlich für die dynamischen Verstärkungen und die fließenden Trabtraversalen. Die Kür, wie aus einem Guss, zog sich im Galopp fort. So überzeugten sie mit Verstärkungen, die ihresgleichen suchen, energisch ins Bergauf gesprungenen Serienwechseln und guten Galopppirouetten. Als i-Tüpfelchen gab es einen vorbildlichen Übergang von Zweier- in Einerwechsel und das Traumergebnis von 91,9 Prozent.
Nach den beiden stellte sich die nächste Frage: Wird Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St. John Freestyle endlich den „Fluch“ der ewigen Zweiten niederlegen? Erst mal zur Kür: Die Dänin hatte bereits im Vorhinein angekündigt, dass sie zu den Weltmeisterschaften in Aachen eine neue Kür mitbringen wird. Den Auftakt bildeten die besten Passagen der Prüfung sowie eine aktiv abfußende Dreiviertel-Piaffpirouette. Das Raus gelang nicht ganz prompt. Es folgten weit kreuzende Trabtraversalen und dynamische Trabverstärkungen. Außerdem beeindruckend, wie die 17-jährige Stute nach dieser energischen Trabtour sofort in einen losgelassenen und qualitätvollen Schritt „umschaltet“. Daraus gab es eine gelungene Piaffpirouette mit Überleitung in eine topzentrierte Galopppirouette. Dann volles Risiko in der Galoppverstärkung und eine erneut topzentrierte Galopppirouette. Heute gelangen auch die Serienwechsel fehlerfrei und das schnurgerade. Und nun zum Fluch: Die Dänin hatte alles riskiert und einmal mehr mit einfach schönem Reiten überzeugt. Doch am Ende sollte sie nicht ganz belohnt werden, stattdessen Personal Best mit 91,2 Prozent. So kurz vor Ende das Spitzentrio, Fry vor Laudrup-Dufour und Verboomen.
Und dabei blieb es fast. Denn die Dressurqueen Isabell Werth wollte natürlich mit Wendy de Fontaine vor heimischem Publikum ein gehöriges Wörtchen mitsprechen, wurde aber erneut vom Fehlerteufel begleitet. Energisch abfußende Passagen, Piaff-Passage-Übergänge, die ihresgleichen suchen, und Piaffen, die in ihrer Taktsicherheit einem Metronom gleichen. Hinzu kamen weit kreuzende Trabtraversalen, wobei sich Wendy, wie in der gesamten Prüfung, heute im Genick noch nachgiebiger präsentierte. So viel zu den unangefochtenen Stärken der zwölfjährigen Stute. Punkte verloren die beiden erneut im versammelten Schritt und auch in den Serienwechseln. Gleich die Zweierwechsel gelangen nicht und so schlich sich ein Sprungzahlfehler ein. Demgegenüber gelangen die Einerwechsel fehlerfrei und auch die Galopppirouetten zeigten sich topzentriert. Unterm Strich reichte es aber trotz des teuren Fehlers für die erhoffte Medaille. Die beiden reihten sich mit 88,6 Prozent knapp vor Justin Verboomen und Zonik Plus (88,4 Prozent) auf dem Bronzerang ein. Damit standen die Medaillenränge fest: Charlotte Fry mit Glamourdale vor Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St. John Freestyle und Isabell Werth mit Wendy de Fontaine.
Und dann waren da noch Marieke van der Putten und Carl Hester. Marieke van der Putten und ihre sympathische, zwölfjährige Stute Zantana RS2 OLD begeisterten auch im Kür-Finale mit Eleganz. Dabei punktete die Zonik-Tochter einmal mehr besonders in den Piaffen und Passagen mit hoher Taktsicherheit und aktivem Abfußen. Weiteres Highlight sind die ganzen und weit kreuzenden Traversalen. Zu Klavierklängen bildeten im Galopp die Serienwechsel eines der Highlights. Die Stute möchte einfach weg vom Boden. So zeigten sich die Wechsel deutlich ins Bergauf gesprungen. In den Galopppirouetten, wo Zantana eigentlich gute Versammlungsbereitschaft zeigt, fehlte es heute am letzten Durchsprung. Dennoch ein weiteres Paar für die Zukunft mit einer Top-Platzierung im WM-Kürfinale: 82,6 Prozent.
Und Carl Hester? Der genoss seinen letzten Championatsauftritt und wurde vom Aachener Publikum gebührend gefeiert. Zunächst zeigte sich sein Fame von seinem eigenen Schatten etwas irritiert. Carl Hester wusste ihn jedoch optimal zu unterstützen. Insgesamt gelang alles technisch sicher, jedoch hätte sich der 16-jährige Wallach im Ganaschenwinkel mehr öffnen dürfen. Zum Abschluss gab es einen schönen siebten Platz.
Zwischenstand vor dem letzten Drittel
Den Auftakt nach einer kleinen Pause machten Sandra Sysojeva und Maxima Bella. Die Stute, die mit ihren zehn Jahren, schon so viel erreicht hat. Nach Olympia folgten im vergangenen Jahr die EM in Crozet und nun die Weltmeisterschaften. Die beiden begannen mit hoch abfußenden Piaffen und Passagen. Das große Highlight der Millennium-Tochter. Diese Bewegungsdynamik zieht sich im Galopp erfahrungsgemäß nicht ganz fort, auch wenn die Galopptour heute gut gelassen sowie lektionssicher gelang. Eine der bislang besten Küren der beiden und 80,1 Prozent. Doch die Führung sollte nicht lange halten. Vielmehr ging es jetzt Schlag auf Schlag. Als Erstes machte ihr der Bayer Raphael Netz die Führung streitig. Dass seine bekannte Kür zu den Klängen von „Drachenzähmen leicht gemacht“ bei den Weltmeisterschaften zum Einsatz kommt, hätte Netz wohl selbst nicht gedacht. Die beiden begannen mit guten Passagen, auch die Piaffen gelangen gleichmäßig abfußend, wenn auch leicht auf die Hand stützend. Eines der Highlights der Trabtour: die weit kreuzenden Trabtraversalen in perfekter Selbsthaltung. Zum Auftakt der Galopptour zeigten die beiden eine gut zentrierte Galopppirouette. Darauffolgend klappten die Zweierwechsel fehlerfrei und gerade. Die Einerwechsel zeigten sich ebenso fehlerfrei, wenn auch in sich nicht optimal ausbalanciert. Das Grand Prix Pony hatte mit seinem einfach gefühlvoll einwirkenden Reiter Raphael Netz abgeliefert, und zwar das nächste Personal Best von 80,9 Prozent. Bärenstark!
Apropos stark: Das gilt für die Briten, genauer gesagt für Becky Moody. Auf Raphael Netz folgten die Weltcup-Sieger des Jahres, Becky Moody und Jagerbomb, also echte Kürspezialisten. Erfahrungsgemäß zeigen sie gleich zum Auftakt ihrer Kür, wo der „Hammer“ hängt. Doppelte Galopppirouetten, schnurgerade Einerwechsel auf der Mittellinie, doppelte Galopppirouette und dann Zweier auf gebogener Linie. Alles klappte wie am Schnürchen, und damit hatte die sympathische Britin schon einiges „abgehakt“. Im Trab überzeugten die beiden mit fließenden Trabtraversalen sowie gut ausgehaltenen Passagen. Die Piaffe ist nicht die große Stärke des zwölfjährigen Dante Weltino-Nachkommens. Sie zeigte sich heute aber aktiv abfußend. Auf den beiden lagen große Erwartungen, und was soll man sagen, sie haben mit 87,4 Prozent einmal mehr abgeliefert. Eine Messlatte, die erst einmal geschlagen werden muss.
Zum Schluss dieser Starterhälfte zeigte sich Daniel Bachmann-Andersen, der mit dem zwölfjährigen, vielversprechenden Flash Gordon das nächste Championatspferd geformt hat. Der Fiderbach-Nachkomme verfügt auf solch großem, internationalem Parkett über noch wenig Erfahrung. Dies zeigte sich hier und da in gewisser Schüchternheit und der Wallach „verkriecht“ sich in der Anlehnung immer wieder leicht. Demgegenüber steht aber schon jetzt viel Talent für Piaffen und Passagen. Auch die Galopptour gelang technisch sicher, wenn auch noch nicht mit der letzten Selbstverständlichkeit, wie beispielsweise noch nicht losgelassen gesprungenen Serienwechseln. Die Galopppirouetten zeigten sich noch nicht topzentriert. Sie reihten sich am Ende mit 80,107 Prozent auf Rang vier ein. Dahinter folgt erneut Dänemark: Nadja Aaboe Sloth mit Favour Gersdorf. Sie hatte im vergangenen Jahr ihre ersten Europameisterschaften mit ihrem Favour Gersdorf absolviert. Schon damals hatten die beiden für eine positive Überraschung gesorgt. Diesen Eindruck bestätigen die beiden nun auch in Aachen. Zu taktbetonten sowie sphärischen Klängen überzeugten sie zu Beginn ihrer Kür mit lockeren und gleichmäßigen Piaffen und Passagen, wobei sich der 13-jährige Wallach gut über den Rücken arbeitend präsentierte. Ein weiteres Highlight bildete der Übergang aus einer äußerst aktiv abfußenden Piaffpirouette in eine topzentrierte Galopppirouette. Allgemein scheint der Wallach ein echter Kumpel zu sein, der hoch motiviert seiner Reiterin zuhört. Zum Abschluss schlich sich leider ein teures Missverständnis im Übergang von Zweier-in Einerwechsel ein. Das wollte heute nicht funktionieren. Dennoch gab es für diese Sympathieträger verdient fast 80 Prozent.
Etwas Pech hatten Maria von Essen und Invoice. Die Schwedin Maria von Essen kennt man auf internationaler Ebene so richtig seit den Europameisterschaften im vergangenen Jahr. Bereits in Crozet sorgte die Schülerin von Cathrine Laudrup-Dufour mit ihrem kompakten Invoice für Aufmerksamkeit. Es folgten Top-Platzierungen unter anderem beim Top12-Finale in Frankfurt. Auch bei den Weltmeisterschaften in Aachen brillieren die beiden und begannen ihre Kür zugleich mit der Stärke des Wallachs, den taktsicheren Piaffen und Passagen. Hier und da gelang heute der Übergang aus den Piaffen nicht ganz prompt. Im Galopp agierten die beiden noch etwas schüchtern. So zeigten sich die Verstärkungen nicht mit dem letzten Risiko, oder besser gesagt, es fehlt Invoice hier die letzte Bewegungsdynamik aus dem Trab. Hinzu kam ein größeres Problem, das sich besonders in der B-Note bemerkbar machte. Maria von Essen zeigte 2,5-fache Galopppirouetten. Erlaubt sind aber nur doppelte Galopppirouetten. Schade!
Das erste Drittel
Wechseln wir direkt zu einem weiteren Nachbarland, den Niederlanden. Die Bronzemedaillengewinnerin von Herning, Dinja van Liere, hat bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Aachen ihr Nachwuchspferd, den erst neunjährigen KWPN-Hengst Mauro Turfhorst, dabei. Der Zonik-Nachkomme hatte sich bereits in den ersten Prüfungen schon sehr lektionssicher und mit großem Potenzial präsentiert. Allein der Einzug ins Kürfinale ist für die beiden schon eine kleine Sensation. Die beiden begannen mit hoch abfußenden und gleichmäßigen Passagen. Die Piaffen, auch schon angelegt auf halben Pirouetten, zeigten sich aktiv abfußend. Die Übergänge rein und raus gelangen noch nicht optimal über den Rücken abfußend und dementsprechend nicht im gewünschten Fluss. Die taktbetonte Popmusik unterstrich die hohe Taktsicherheit des sympathischen Hengstes. Es schien fast so, als ob der Hengst die Kulisse genoss. So präsentierte sich auch der Schritt losgelassen und im Galopp überzeugte er mit hoher Lektionssicherheit. Highlights bildeten hier: die locker nach vorne gesprungenen Serienwechsel auf gerader Linie. In den Galopppirouetten überzeugte er mit guter Versammlungsbereitschaft, diese zeigten sich aber noch etwas groß angelegt. Die Führung nach den ersten Startern für dieses äußerst vielversprechende Nachwuchspferd (79 Prozent).
Im Vergleich dazu handelt es sich bei der momentanen Zweitplatzierten, der Norwegerin Isabel Freese mit Total Hope OLD, um ein sehr routiniertes Paar. Die beiden sind echte Kürspezialisten, die heute in Aachen mit einer neuen Kür für eine Überraschung sorgten. Die Klänge betonten die hohe Taktsicherheit des sympathischen Hengstes Total Hope besonders in den Piaffen und Passagen gut. Damit überzeugten die beiden auch in der ersten Hälfte der Kür. Danach folgte eine kleine Schwäche des Hengstes, der nicht taktsichere Schritt, den Isabel Freese geschickt von den Richtern weg anlegte. Im Galopp punkteten die beiden mit schnurgeraden und sicher ins Bergauf gesprungenen Serienwechseln und Galopppirouetten mit guter Lastaufnahme. Hier und da zeigte sich aber, dass Total Hope gut an war. Kleine Spannungen in den Ecken und hier und da eine leicht enge Anlehnung kosteten Punkte. Zum Abschluss gelang den beiden aber ein super Übergang von Zweier- in Einerwechsel. Unterm Strich gab’s glatt 78 Prozent. Dahinter folgten weitere Routiniers: Die Belgierin Larissa Pauluis Flambeau mit ihrem Herzenspferd Flambeau. Neben Championatsauftritten mischten die beiden im Weltcup vorne mit. Gleich zum Auftakt der Kür begeisterten die beiden mit einer ganzen Piaffpirouette, die mit guter Taktsicherheit und aktivem Abfußen zu überzeugen wusste. Das kennt man von dem 16-jährigen Wallach schon. Er stellt sich gerne oben dran. Diese Eigenschaft zog sich auch in den Galopp, wobei die Highlights die gut ins Bergauf gesprungenen Serienwechsel auf gebogener Linie bildeten. Die Galopppirouetten zeigten sich heute noch etwas groß angelegt. Der erste deutsche Reiter, Frederic Wandres mit Bluetooth OLD, belegt aktuell Rang drei. Das fachkundige Aachener Publikum begrüßte den gebürtigen Baden-Württemberger euphorisch. Die beiden sind echte Kürspezialisten und das bewiesen sie auch bei den Weltmeisterschaften in Aachen. Zu ihrer bekannten „Love-Kür“ überzeugten sie mit einer lockeren Trabtour. Die Piaffen und Passagen zeigten sich wieder geschlossener, wenn auch nicht mit dem letzten Gleichmaß. Die Schritttour gelang losgelassen. Zum Auftakt der Galopptour gelangen die Zweierwechsel auf gebogener Linie nicht fehlerfrei. Auch die Galopppirouetten gelangen heute nicht mit der letzten Selbstverständlichkeit und hätten sich zentrierter sowie mit noch besserem Durchsprung präsentieren dürfen. Die Einerwechsel und auch die Wiederholung der Zweierwechsel gelangen fehlerfrei. Heute nicht die beste Kür der beiden, die mit 76,2 Prozent belohnt wurde. Direkt dahinter ein weiteres „baden-württembergisches“ Paar. Die in Baden-Württemberg beheimatete Australierin Simone Pearce hatte es überraschend und auf sensationelle Art und Weise in die Kür geschafft. Sie selbst hatte nicht damit gerechnet und war ohne Kür für ihren vielversprechenden zehnjährigen Wallach Will Marq angereist. In einer wahren Nacht-und-Nebel-Aktion wurde in Aachen kurzum eine Kür erstellt. Ein Projekt, das weitestgehend erfolgreich war. Sie begannen mit etwas, was Will Marq liebt, Verstärkungen. Auf die gut ins Bergauf gesprungene Galoppverstärkung folgten Galopptraversalen. Danach überzeugten sie mit weit kreuzenden Trabtraversalen und guten Trabverstärkungen. Ordentlich Punkte gab es aber wie schon an den Vortagen für die sehr gleichmäßigen und hoch abfußenden Piaffen und Passagen, wobei der Wallach in den Passagen auf lange Sicht aus dem Hinterbein noch mehr Schnellkraft nach vorne entwickeln muss. Im Galopp zeigte sich, dass die beiden zuvor die Kürlinien noch nicht durchgeritten waren. Neben gut zentrierten Galopppirouetten, die im Durchsprung aber noch aktiver hätten sein dürfen, schlichen sich in den Zweierwechseln Fehler ein. Die Einerwechsel gelangen fehlerfrei. Eine gute erste Kür für die beiden, die mit 75,6 Prozent belohnt wurde.
Den Prüfungsauftakt hatte Henri Ruoste gemacht. Der Finne, der in Deutschland beheimatet ist, hat mit der 14-jährigen Stute Tiffanys Diamond das nächste Grand Prix Pferd zum Championatspferd ausgebildet. Die beiden hatten keine einfache Startposition, lieferten aber zu Filmmusik einen schönen Auftakt für diesen besonderen Abend. Die Stute brillierte, wie schon in den vorherigen Prüfungen, besonders in den Piaffen und Passagen. Hier sind ihr Taktsicherheit und Mechanik in die Wiege gelegt. Auch in der restlichen Kür überzeugte eine gute technische Sicherheit, wobei besonders die Galopppirouetten mit guter Lastaufnahme überzeugten. Die Serienwechsel gelangen fehlerfrei, aber auf gerader, sprich der normalen Diagonalen. Insgesamt müsste sich Tiffany’s Diamond im Ganaschenwinkel noch mehr öffnen. Unterm Strich gab es 75,4 Prozent.
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