Im Gespräch mit Alice Layher: „Ich kann das noch nicht so richtig begreifen“
Alice Layher ist in Aachen Weltmeisterin der Einzelvoltigiererinnen geworden. Nach einer brillanten Kür spricht sie über den Moment des Titelgewinns, den Druck im Finale, ihre besondere Verbindung zu FBW Candy und die Menschen, die hinter ihrem Erfolg stehen.
Alice, du bist Weltmeisterin. Kannst du überhaupt schon begreifen, was passiert ist?
So richtig irgendwie noch nicht. Es war jetzt irgendwie alles richtig viel und kam so Schlag auf Schlag.
Was war heute dein erster Gedanke nach der Kür, als du noch im Zirkel standest?
Ich war erleichtert, dass es gut geklappt hat. Und irgendwie ist in dem Moment der ganze Druck abgefallen. Aber zum Glück mit einem positiven Gefühl.
Du bist als Führende mit einer super Ausgangslage in die Kür gegangen. Wie ist es dir gelungen, den Druck auszublenden und dich total zu fokussieren?
Ich muss sagen, ich bin hier schon ganz gut in den Wettkampf reingekommen. Ich war von Anfang an nicht ganz so aufgeregt, sondern mehr konzentriert und fokussiert. Und dadurch, dass es die letzten zwei Tage schon so gut geklappt hat, habe ich mir das für heute genauso noch einmal vorgenommen. Der Druck ist an so einem Finaltag natürlich noch einmal viel größer und auch die Stimmung war noch einmal intensiver. Aber ich glaube, mein Vorteil war einfach auch, dass ich die Kür sehr liebe. Ich mache sie wirklich gerne und mag die Musik total. Und ich wusste auch genau, dass ich Wilma, also Candy, vertrauen kann.
Du hast Candy gerade schon angesprochen. Was macht sie für dich zu einem ganz besonderen Pferd? Was zeichnet sie aus?
Sie ist super zuverlässig. Ich habe das Gefühl, sie denkt mit. Daniel hat so eine gute Verbindung mit ihr. Ich würde auch sagen, sie mag die Kür am meisten. Deswegen passt irgendwie alles noch einmal wirklich gut miteinander zusammen.
Und dann darf man natürlich Daniel, deinen Longenführer, nicht vergessen. Was zeichnet ihn besonders aus? Was sind seine Stärken?
Daniel merkt man nie so richtig an, dass er irgendwie aufgeregt ist. Ich weiß, dass er immer super fokussiert und konzentriert ist. Gerade hier nach dem offiziellen Training haben wir gesprochen. Da meinte ich auch: Wild Card läuft im Training schon immer top, aber auf dem Turnier wird es noch einmal besser. Da fühlt es sich für mich so an, als ob Daniel jeden Schritt von Wilma kontrolliert. Die zwei sind so eine Einheit. Sie kennen sich so gut und sind so gut aufeinander abgestimmt. Das ist schon wirklich besonders.
Wenn du jetzt an deine Familie, dein Team und alle Menschen denkst, die dich auf dem Weg hierher unterstützt haben: Wem möchtest du heute als Erstes Danke sagen?
Danke sagen kann ich vielen. Es gehören so viele Leute dazu und tragen so einen großen Part dazu bei. Natürlich meine Familie, die mich immer unterstützt – allen voran meine Schwester Helen. Genauso bin ich aber auch Daniels Familie super dankbar, dass alle immer mit beteiligt sind und bei jedem Training mit dabei sind. Wir haben uns super zusammengefunden und es funktioniert alles richtig harmonisch. Dann gibt es natürlich auch noch Trainer, die heute mit mir auch in der Kiss & Cry waren. Einmal Elisabeth Simon, die mich schon lange unterstützt und mir jetzt auch noch einmal wirklich geholfen hat. Sie ist immer für mich da. Und eben auch Jacques Ferrari, der sehr viel mit mir an der Kür gearbeitet hat.
Du hast jetzt eigentlich fast alles erreicht, wovon man als Sportlerin träumen kann. Was möchtest du von diesem Moment, von diesem Titel, für immer bewahren?
Ich sage immer, so ein Titel ist irgendwann vergessen. Das ganze Gefühl, das man mitnimmt, dass wir als Team oder ich persönlich über mich hinausgewachsen bin, dass ich mir vertrauen kann und einfach das ganze Gefühl hier zusammen. Dass wir die ganze Zeit an etwas gearbeitet haben und es vor allem zeigen konnten, das bedeutet mir auf jeden Fall viel.
Und zum Abschluss eine einfache Frage: Was steht jetzt in den nächsten Wochen an? Urlaub oder was sind die nächsten Pläne?
Wir haben tatsächlich noch die Deutsche Meisterschaft in wenigen Wochen. Das ist dann das letzte Event für dieses Jahr. Und dann erst einmal ein bisschen Urlaub und dann irgendwann muss ich aber auch meine Bachelorarbeit fertig schreiben. Das wurde jetzt etwas aufgeschoben.
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