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von Mona-Sophie Wieland am Freitag, 14.08.2026 um 15:18

WM Aachen: Personal Best und Sensation für Raphael Netz

Raphael Netz und Great Escape Camelot sichern sich im Grand Prix Special der WM in Aachen ein neues Personal Best und ein Ticket für die Kür.  /  © Lafrentz

Das war einfach atemberaubend: Raphael Netz und Great Escape Camelot liefern im Grand Prix Special der Weltmeisterschaften in Aachen ein neues Personal Best, quasi auf den Punkt abgeliefert. Und machen sich selbst wohl das größte Geschenk.

Die Spannung steigt, denn heute geht es bei den Weltmeisterschaften in Aachen um die ersten Einzelmedaillen. Nach der Mannschaftsentscheidung, die die deutschen Dressurreiter mit Gold beendeten, werden im Grand Prix Special nun die ersten Einzelmedaillen vergeben. Aufgrund der Hitze wurde eine lange Mittagspause eingelegt. Im ersten Teil musste bereits Raphael Netz „ran“ und was soll man sagen, er lieferte mit seinem 14-jährigen Great Escape Camelot ab. Bei diesem Paar ist immer wieder das Seitenbild beeindruckend, wie Raphael Netz „im Pferd sitzt“ und seinen Grand Prix-Pony, wie er seinen Wallach liebevoll nennt, mehr als gefühlvoll begleitet. Dieses Seitenbild überzeugte besonders in der ersten Hälfte der Trabtour. Fließende Trabtraversalen in bester Selbsthaltung, gleichmäßige Passagen und auch die Trabverstärkungen gelangen nicht zu eilig, wie man es von Camelot teilweise kennt. Die Piaffen gelangen gut, vielleicht nicht mit dem letzten Losgelassenheit. Beim Angaloppieren aus der Passage zeigte sich eine leichte Spannung. Diese „baute“ Raphael aber sofort durch ein kleines „Schwungholen“ an der kurzen Seite sofort wieder ab. Im Galopp überzeugten dann besonders die top zentrierten Galopppirouetten. Auch die Serienwechsel gelangen fehlerfrei, wenn auch noch nicht mit dem letzten losgelassenen Durchsprung. Das war aber Meckern auf hohem Niveau, oder besser gesagt, die beiden werden immer besser. Verdient durften sie sich mit 75 Prozent über ein neues Personal Best freuen und reihen sich damit nach der ersten Hälfte auf Rang drei ein. "Es war die Runde unseres Lebens", resümierte Raphael Netz, der nach dem Ritt zu Tränen gerührt war. Und es kommt für den Bayer noch besser: Nach dem Ritt von Frederic Wandres (74,2 Prozent) ist sicher, dass Raphael Netz in der Grand Prix Kür startberechtigt ist. Denn die drei Besten einer jeden Nation sind dort startberechtigt.

Kleine Übermotivation bei Bluetooth

Auch Frederic Wandres und Bluetooth OLD legten im Vergleich zum Grand Prix noch eine Schippe oben drauf. So stand der 16-jährige Bordeaux-Nachkomme im Grand Prix Special wieder besser vor den treibenden Hilfen seines Reiters. Die beiden begannen mit fließenden Trabtraversalen, wobei die Traversale nach links in sich noch durchlässiger gebogen gelang. Die Passagen zeigten sich aktiv abfußend. Auch die Piaffen gelangen im Vergleich zum Grand Prix sehr viel taktsicherer und aktiver abfußend, wenn auch nicht in dem Gleichmaß, wie man es von Bluetooth kennt. Im Galopp zählten die sicheren und gut ins Bergauf gesprungenen Serienwechsel zu den Highlights. Aber „nur“ die ersten beiden Diagonalen. Auf der Mittellinie, zwischen den beiden Galopppirouetten, fügte Bluetooth noch zwei Einerwechsel hinzu. Das war teuer! Update nach Ende des Grand Prix Special: Katharina Hemmer verzichtet auf einen Start in der Kür. Dementsprechend ist Frederic Wandres mit Bluetooth OLD doch für die Kür startberechtigt. 

Vor Netz führt nach der ersten Hälfte Becky Moody mit Jagerbomb (77,6 Prozent) vor Maria von Essen mit Invoice (75,2 Prozent). Beide lieferten technisch super sichere Runden und strotzen vor Leichtigkeit. Letztere durfte sich sogar über ein neues Personal Best freuen.

Apropos Sensation: Für solch eine sorgte auch Simone Pearce. Die Australierin, die in Baden-Württemberg beheimatet ist, lieferte im Sattel ihres äußerst vielversprechenden und erst zehnjährigen Wallachs Will Marq eine reiterliche Glanzleistung. Mit viel Gefühl und der genau richtigen Portion Risiko pilotierte sie den hochmotivierten Wallach durch die Prüfung. Es ist bemerkenswert, wie selbstsicher sich Will Marq bereits präsentiert. So gelang den beiden eine weitestgehend technisch sichere Runde, wobei sie besonders in der Piaff-Passage-Tour punkteten. Der Lohn: ein neues Personal Best von 74,4 Prozent und ein Startplatz in der Kür. Die Weltmeisterschaften sind sicherlich erst ein erster Höhepunkt der gemeinsamen Laufbahn. 

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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