Weilheim: Die fünf- und sechsjährigen Landeschampions stehen fest
Der Morgen bei den Landeschampionaten in Weilheim/Teck startete mit der Finalentscheidung bei den fünfjährigen Dressurpferden. Hier setzte Vajana (v. Vitalis-Sandro Bedo, Z. u. B. Erwin Treuer) mit ihrer Ausbilderin Margit Hagel erneut ein Ausrufezeichen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die bewegungsstarke Stute beim Finale des Gert Gussmann Cups in Marbach für Aufsehen gesorgt, als sie sich in völlig routinierter Art und Weise den Sieg sicherte. Ein Winter später und damit auch eine Klasse „höher“ zeigte sich diese Überlegenheit erneut. Die Vitalis-Tochter begeisterte im Trab mit einer unheimlichen Taktsicherheit und hohen Elastizität bei bestem Seitenbild, was die Richter mit einer 8,2 belohnten. Apropos Taktsicherheit: Der Schritt begeisterte losgelassen durch den Körper schreitend mit gutem Vor- und Übertritt (8,4). Im Galopp ging es genauso weiter. Hier überzeugte die gute Bergauftendenz bei bereits altersentsprechender Bereitschaft zur Versammlung (8,3). Absolutes Highlight bildete neben den sehr guten Grundgangarten aber die hohe Rittigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der Vajana die Prüfung absolvierte. Das belohnten die Richter mit einer 8,5. Die gleiche Note gab es auch im Gesamteindruck, was eine Endnote von 8,38 ergab. Damit sicherte sich die Stute aus der Zucht von Erwin Treuer verdient und vor allem überlegen den Titel im Landeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde. „Die Reiterin strahlt zurecht. Wir sahen eine Prüfung genauso, wie wir es in einer Dressurpferde L sehen möchten“, erläuterte Dr. Dietrich Plewa und setzte fort: „Das Pferd zeigte sich sehr konzentriert, losgelassen und dennoch ausdrucksvoll.“ Vitalis-Nachkommen bestimmten die Entscheidung der fünfjährigen Dressurpferde. So zeigte sich auch auf Platz zwei eine Vitalis-Tochter, genauer gesagt Vrieda (v. Vitalis-Sandro Hit, Z. u. B. Frieder Heilemann). Die sympathische Stute wurde bestens von Ines Fleischmann vorgestellt und mit einer Endnote von 7,8 belohnt. Auch diese Stute überzeugte mit drei gleichmäßigen Grundgangarten, wobei der gut ins Bergauf springende Galopp mit Versammlungsbereitschaft hervorzuheben ist (8,0). Im Trab und Schritt standen die Noten 7,8 und 7,7. Hinzu kamen eine 7,7 und 7,8 für die Rittigkeit und den Gesamteindruck. „Das war eine ansprechende Vorstellung mit einem Pferd, dem man eine optimistisch zu nennende Perspektive zuschreiben kann“, resümierte Dr. Dietrich Plewa. Eine Bekannte der Landeschampionate, die letztjährige Vize-Championesse der vierjährigen Reitpferde FBW Florine (v. For Dance-Disco-Tänzer, Z. Werner Häfner) komplettierte das Podest. Die Stute wurde von Julia Kühn vorgestellt und beendete die Prüfung mit einer 7,7. Absolutes Highlight bildete der Trab, der mit einer 8,4 belohnt wurde. Die gleiche Endnote erhielt auch der Bon Voyage-Nachkomme Barocco GS (v. Bon Voyage-San Amour, Z. Tina Roßberg) unter dem Sattel von Ines Fleischmann, der besonders im Galopp überzeugte (8,0). Ann-Kathrin Lindner komplettierte mit Keep me if you can (v. Kjento-L’Espoir, ZG Thanner u. Kronmüller) das Podest (7,6).
„Wiederholungstäter“ bei den sechsjährigen Dressurpferden
Im Vergleich zu den fünfjährigen Dressurpferden zeigte sich bei den sechsjährigen Dressurpferden an der Spitze die gleiche Überlegenheit, ja ein echter Wiederholungstäter führte das Feld an. Die Rede ist vom letztjährigen Landeschampion FBW For Magic (v. Fürst Magic-De Niro, Z.: Nikolaus Kühn). Der Züchter höchstpersönlich, Nikolaus Kühn, stellte den Wallach auch erneut gekonnt vor. Selbst gezogen, ausgebildet und nun zum zweiten Mal zum Landeschampion geformt: Die beiden setzten ihre traumhafte Geschichte also fort. Ein echtes Highlight bildete schon die Trabtour. Viel Bewegungsmechanik, Gleichmaß und Schwung führten zur Traumnote von 9,0 oder wie es Richter Klaus Eikermann beschrieb: „Vom ersten Tritt an sehr ausbalanciert und mit deutlich herausgearbeiteten Tempiunterschieden sowie einem sehr leichtfüßigen Ablauf“. Den Grundablauf des Trabs nahm FBW For Magic sehr sicher und fließend in die Seitengänge mit. Es ging nicht viel schlechter weiter: Der Schritt zeigte sich geregelt, vielleicht nicht mit dem letzten Übertritt (8,2). Im Galopp und in der Durchlässigkeit stand jeweils die glatte 8. Der Galopp präsentierte sich aktiv durchspringend und mit guter Bergauftendenz, teilweise vielleicht noch nicht ganz losgelassen durchspringend. Beide fliegenden Galoppwechsel zeigten sich sicher durchgesprungen. „Ein bedeutender Auftakt in dieser Prüfung. Wir sahen ein sehr motiviertes Pferd, das sich in der Aufgabe ganz selbstbewusst zu präsentieren wusste“, resümierte Klaus Eikermann. Für die Perspektive vergaben die Richter verdient eine 8.5. Mit einer Endnote von 8,34 führten die beiden nicht nur das Landeschampionat in überlegener Art und Weise an, sondern sicherten sich auch das Ticket für die Bundeschampionate. Auf Rang zwei folgte mit Valea eine elegante Vaderland-Tochter. Die Westfälin (v. Vaderland-Fürst Heinrich, Z. Frieder Heilemann) wurde von Leonie Laier vorgestellt und mit einer Endnote von 7,84 belohnt. Auch diese Stute überzeugte mit hoher Leichtfüßigkeit, wobei der energisch ins Bergauf gesprungene Galopp hervorzuheben ist (8,0). Viviano (v. Valdiviani-Swarovski, Z. Herbert Webermann) komplettierte unter dem Sattel von Lisa Volpp das Podest (7,78). Nikolaus Kühn sicherte sich mit Samba (v. Sir Donnerhall-Ampere, Z. Noortje Radstake) (7,74) ebenso eine Schleife.
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