Wieder ein Kölz für Stuttgart
Wer Stuttgart sagt, muss auch Kölz sagen. Zumindest in Springreiterkreisen. Spätestens jetzt seit Samstag sieht es schwer danach aus, dass der 17-jährige Erik Kölz, Neffe des dreifachen Hallenchampions Markus Kölz, und Sohn dessen Bruders und Burkhardshofchefs Christian Kölz, als Favorit in das Finale des Nürnberger Burg Pokals der Junioren einzieht.
Mit dem Sieg in der Qualifikation von Ladenburg bei Heidelberg setzt er sich an die Spitze des Feldes nach drei von insgesamt sieben Qualifikationen. Es war ein verdienter Sieg in einem sehr anspruchsvollen Springen aus der Feder von Ralf Hollenbach und Jessica Ripplinger, das hohe technische Anforderungen an gutes Reiten stellte. Besonders eine Distanz auf einer gebogenen Linie, den Ausgang im Rücken, die mit sechs Galoppsprüngen flüssig und engagiert geritten werden musste, forderte den Junioren viel Reaktionsvermögen und Zupacken ab. Auch verlangte das Parcourschefduo ein zügiges Tempo. Mancher Reiterin wunderte sich, wenn es Abzüge für Zeitüberschreitung hagelte. Und die Zeitfehler warfen die Rangierung ganz schön über den Haufen.
Engagierte Jury Mettenbrink/Melwitz
Für Erik Kölz war die Zeit kein Problem, sein Ritt auf der 14-jähigen DSP-Stute Cira von Stolzenberg, geriet flüssig und rhythmisch. Leichter Sitz, immer im Vorwärts, die Hände mit kurzem Zügel immer am Mähnenkamm: Im Stil eines Richard Vogel ließ der junge Kölz die Stute über die Sprünge floppen. Dabei braucht der junge Mann aus Winnenden gar keine Vorbilder außerhalb der Familie, so viele starke Profis gibt es im direkten Umfeld. Onkel Michael hat die Stute in Sachsen in den Sport gebracht, aber auch Eriks ältere Schwester Anna-Lena, die Berufsreiterin geworden ist wie ihre gemeinsame Schwester Vanessa, hat sie schon geritten. In Abwesenheit der zuvor führenden Frieda Grüber hat Erik Kölz nun die Führung der laufenden Wertung übernommen.
Eine sehr engagierte und fachkundige Jury, gebildet aus Klaus-Peter Mettenbrink und Dieter Melwitz, vergab eine 8,8 für Kölz und Cira. Ihm folgte mit 8,6 die 14-jährige Luisa Sophie Roth aus Waldenbuch, die für den neunjährigen Holsteiner Peppermint Blue ihre ganze (und enorme) reiterliche Stärke aufbieten musste. Die Richter honorierten das engagierte Zupacken und technisch sehr versierte Reiten der Berufsreitertochter und hochdekorierten Ponyreiterin vom Hasenhof.
Sophia Duchet mit viel Übersicht im Parcours belegte mit Jessy und 8,5 Rang drei (überrascht von Zeitfehlern trotz zügigen Reitens), Kopf an Kopf mit Children-Reiterin Bellaluna Resnick aus Schutterwald auf Velvety. Neun Paare bekamen eine Wertung von 8,0 und besser - das konnte sich sehen lassen. Das waren außerdem: Mara Gölz aus Biberach mit Crazy Maizy, Kim Selina Kriegler aus Herbrechtingen mit Barnaby, Emilia Schlüsselburg mit Cleveland und Gabrielle Thess mit Katootje Blue (beide zu langsam) und die erst 13-jährige Magdalena Schleyer aus Schutterwald auf Fregate de Beletre; sie ist eine echte Bereicherung der Szene.
Die nächste Wertung ist erst Anfang August in Öhringen. Dann in Ellwangen-Killingen, Weilheim/Teck und vor dem Stuttgarter Finale nochmal in Böblingen in der Halle.
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