Mannheim: Deutsches Para-Dressurteam siegt im Nationenpreis
Mannheim Maimarktturnier – das bedeutet nicht nur Spitzensport in Dressur und Springen. Nein, seit Jahren ist das Maimarktturnier auch ein Paradebeispiel für Inklusion. So stellte das Maimarktturnier lange Zeit das einzige internationale Para-Dressurturnier in Deutschland dar. In diesem Jahr, passend zum großen Jubiläum, sollte nicht nur für die deutschen Springreiter gejubelt werden. Auch für die deutschen Para-Dressurreiter hätte es nicht besser laufen können.
Überlegener Sieg im Nationenpreis
„Ich bin in erster Linie total stolz auf die Leistung, die die Mädels hier abgeliefert haben“, erklärte die Bundestrainerin der deutschen Para-Dressurreiter, Silke Fütterer-Sommer, nach dem Sieg ihres Teams im Nationenpreis von Mannheim. „Und das macht natürlich Vorfreude auf das, was auf uns zukommt dieses Jahr: die Weltmeisterschaft in Aachen.“ Zum zwölften Mal wurde der Nationenpreis der Para-Dressurreiter in Mannheim ausgetragen, zum zehnten Mal feierte die deutsche Mannschaft ihren Sieg. Platz zwei in der Nationenwertung ging an die Equipe aus Italien, Dritte wurde Finnland. Zum siegreichen Team gehörten Regine Mispelkamp auf Highlander Delight’s, Melanie Wienand auf Lemony’s Loverboy, Heidemarie Dresing auf Poesie und Martina Benzinger auf Imperia. Drei der Mannheimer Gold-Damen gehörten im vergangenen Jahr zur Equipe, die das historische, weil erste EM-Gold gewann. Hinzu kam Martina Benzinger, die auch schon EM-Erfahrung in den Jahren zuvor gesammelt hatte. Einen besonderen Erfolg feierte die amtierende Dreifach-Europameisterin der Grade-II-ParaDressurreiter, Heidemarie Dresing, in Mannheim: Mit ihrer elfjährigen Stute Poesie stellte die 70- Jährige eine neue persönliche Bestmarke auf – 78,556 Prozent im Grand Prix Test B. „Poesie hat auch so ihre Eigenarten“, erklärt Dresing. „Sie ist hochsensibel und hochintelligent, aber wir sind inzwischen sehr gut zusammengewachsen. Heute kam ich tatsächlich noch besser zum Reiten als in der ersten Prüfung hier in Mannheim. Ich war mit dem Ritt sehr zufrieden. Meine Stute war insgesamt entspannter.“ Mit persönlicher Bestleistung ging es für Heidemarie Dresing und ihre bewegungsstarke sowie vor allem äußerst durchlässige Poesie weiter. In der abschließenden Kür stellten die beiden erneut ein Personal Best auf und freuten sich mit 81,3 Prozent über den Sieg vor der aufstrebenden Gianna Regenbrecht, die sich im Sattel ihres neuen Pferdes First Florentine mit 74,9 Prozent ebenso über ein vielversprechendes Ergebnis freuen durfte.
Auch in den weiteren Grades durfte man am Finaltag aus deutscher Sicht häufig jubeln. In Grade III zeigte sich mit Francesca Salvade und Escari ein überlegenes italienisches Paar, das sich mit 78,2 Prozent gegen Melanie Wienand mit Lemony’s Loverboy durchsetzte (73,6 Prozent). „Mannheim ist ein bisschen wie mein Wohnzimmer, mein Zuhause. Und ich glaube, in meinen Prüfungen mit Lemony’s Loverboy konnte ich dieses Jahr Kontinuität zeigen, ein solider Grundstock, auf den man aufbauen kann“, resümierte Melanie Wienand. Hinter ihr folgte ein weiteres neues Gesicht des deutschen Teams, Selina Beck. Sie punktete sich mit D’accord zu 72,2 Prozent. Auch Martina Benzinger legte mit ihrem neuen vierbeinigen Partner Imperia in Grade I, die ihr übrigens von einer weiteren deutschen Para-Dressurreiterin, Regine Mispelkamp, zur Verfügung gestellt wird, am Finaltag eine gewaltige Schippe obendrauf. Sie durfte sich mit 76,1 Prozent über den ersten gemeinsamen Sieg freuen. „Ich reite die Stute erst seit wenigen Wochen, und sie ist gerade mal sechs Jahre. Sie wird von Mal zu Mal besser, das freut mich unheimlich. Mannheim war erst unser zweites internationales Turnier, und ich war sehr zufrieden mit ihr – mit mir noch nicht so, aber daran lässt sich arbeiten“, resümierte Martina Benzinger. Dahinter folgten Laurentia Tan mit Day-Lights Soulmate (73,5 Prozent) und die Deutsche Mara Meyer mit HBS Daily Double (71,4 Prozent). In Grade V gelang Helen Schildhauer nach ihrem Sieg am Vortag erneut eine kleine Sensation: So setzte sie sich mit Vulkan Vegas und 77,2 Prozent gegen Regine Mispelkamp mit Highlander Delight’s durch (77,2 Prozent). Isabell Nowak reihte sich mit Ellis NRW (72,2 Prozent) auf Platz vier ein.
Mannheim ist eins von fünf Sichtungsturnieren für die deutschen Para-Dressurreiter mit Blick auf die WM in Aachen – ein besonders wichtiges Sichtungsturnier, erklärte die Bundestrainerin. „Wenn wir sonst auf Para-Turniere fahren, sind das reine Para-Turniere, praktisch ohne Publikum. Aber auf Championaten werden wir dann auch mit Trubel konfrontiert, deswegen ist es für uns so wichtig, testen zu können, wie die Paare mit dieser Kulisse und den Zuschauern in Mannheim umgehen.“ Sie nehme aus Mannheim wichtige Erkenntnisse mit, die im August zur Findung des WM-Teams beitragen werden.
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