Hagen: Toller Auftakt für Nicole Casper
Bei den Horses & Dreams in Hagen standen im Dressurviereck am Freitag zunächst vor allem die CDI4*-Tour und dann die Qualifikationsprüfung zur Louisdor-Preis-Finalqualifikation im Mittelpunkt des Interesses. Bei Zweiterem wusste das Ländle vorne mitzumischen.
Mit Halbgas dennoch ein Weltpaar
Harmonie pur bis ins kleinste Detail: In der CDI4*-Tour durfte man sich über ein hochkarätig besetztes Starterfeld freuen. Allen voran brillierte die Silbermedaillengewinnerin der vergangenen Europameisterschaften, die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St. John Freestyle, einmal mehr, gar statuierten sie ein Exempel für feinstes Reiten. „Mein Plan war es nie, an die Grenze zu gehen und irgendwas zu riskieren. Ich wollte beim ersten Freiluftturnier einfach ein gutes Gefühl bekommen“, erläuterte Cathrine Laudrup-Dufour und fügte hinzu: „Ich muss sagen, ich bin sehr, sehr zufrieden. Sie war heute wirklich fein zu reiten.“ Apropos fein: Die beiden zeigten feines Reiten par excellence. Das „Geheimrezept“ der beiden? Ganz einfach: Kaum ein anderes Pferd auf der Welt ist so durchlässig und hat solch eine Versammlungsfähigkeit wie die 17-jährige Fidermark-Tochter. Das Resultat ist höchste Harmonie, Leichtigkeit und feinste Hilfengebung der Dänin. So reichte auch die heutige „Sparflamme“ für einen überlegenen Sieg. Absolute Highlights bildeten die aktiv abfußenden Piaffen und Passagen, die Galopppirouetten mit höchster Lastaufnahme und die sicher nach vorne gesprungenen Serienwechsel. Besonders bei Letzterem passiert dem Duo immer wieder ein Fehler, heute war dem nicht so. Außerdem weiß die Dänin in der Prüfung jeden Punkt herauszureiten und so punkteten die beiden einmal mehr in den „Basislektionen“, wie beispielsweise vorbildliche Grußaufstellung. Am Ende sicherten sie sich mit 82,3 Prozent einen mehr als überlegenen Sieg. Hinter dem dänischen Top-Paar folgte Ingrid Klimke. Nach einem nicht ganz optimalen Auftritt in Lier meldete sich das Paar nun in Hagen in stark verbesserter Form zurück. Der Kernunterschied: Vayron zog viel besser von hinten nach vorne an die Hand heran und stand damit viel besser vor den treibenden Hilfen. Hier und da zeigte sich der 15-jährige großrahmige Vitalis-Sohn zwar immer noch eng im Hals, dennoch gelang den beiden eine technisch sichere Runde (75 Prozent). Einen Schönheitsfehler oder besser gesagt ein Missverständnis gab es bei der Aufnahme aus dem starken Galopp, als Vayron ihr den Wechsel klaute. Hinter Ingrid Klimke und Vayron folgte Maria von Essen mit Invoice (73,3 Prozent).
Frederic Wandres dominiert Louisdor-Quali
Auf die Routiniers folgten am Abend die Dreisterne-Nachwuchshoffnungen, genauer gesagt stand die Qualifikation für die Finalqualifikation des Louisdor-Preises an. Der Louisdor-Preis – oder auch Nachwuchspferde Grand Prix – ist eine FN-Serie für acht- bis zehnjährige Pferde, die behutsam an die schwerste Prüfungsklasse herangeführt werden sollen. Zu den bisherigen Siegern zählen unter anderem El Santo NRW, Dablino FRH, Weihegold OLD, Emilio, DSP Samy Davis jr. und TSF Dalera BB, die alle wenig später in den deutschen Championatsmannschaften eingesetzt wurden. Die passende Serie für den jetzt zehnjährigen Birkhof’s Zabalou, der in Hagen mit seiner Ausbilderin Nicole Casper gewaltig vorne mitmischte und sich in der Qualifikationsprüfung souverän einen starken fünften Platz sicherte. Die beiden begannen mit einer energischen Trabverstärkung und fließenden Traversalverschiebungen. Daraus ging es in aktiv abfußende und gleichmäßige Piaffen und Passagen. Bestechend dabei das Engagement, welches der zehnjährige Wallach an den Tag legt. Der Übergang in die zweite Piaffe gelang (jungpferdehaft) nicht ganz prompt. Die Schritttour gelang gut schreitend, wenn auch sich hier kleine Anspannung bemerkbar machte. In der Galopptour bildeten die sicher durchgesprungenen Serienwechsel sowie die mit guter Bereitschaft für die Lastaufnahme angelegten Galopppirouetten die Highlights, wenn auch sich diese heute noch nicht ganz perfekt zentriert präsentierten. Insgesamt müsste sich Birkhof’s Zabalou teilweise im Ganaschenwinkel noch offener zeigen. Alles in allem war das eine Top-Runde, die mit 69,7 Prozent und Rang fünf belohnt wurde. Das ist für die Finalqualifikation eine mehr als gute Basis. Der Sieg ging an den gebürtigen Baden-Württemberger sowie Chefbereiter vom Hof Kasselmann, Frederic Wandres, der sich mit Veuve Clicquot FRH zu 72,9 Prozent punktete und sich damit knapp gegen Lisa Wernitznig mit Majestic Toonga (72,8 Prozent) durchsetzte. Wandres folgte auch auf Platz drei, dieses Mal mit Imo Pectore (72 Prozent).
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